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Maja Storch, Das Geheimnis kluger Entscheidungen

Entscheidungen sind ein heikles Thema. Viele von uns tun sich schwer damit. Maja Storch zeigt einen Weg, wie Sie sich leichter und besser entscheiden: Indem Sie die sogenannten somatischen Marker, Ihre Körpersignale und Gefühle, besser erkennen.

Entscheidungen sind ein heikles Thema. Viel kann von ihnen abhängen. Nur wenige kann man wirklich rückgängig machen, denn jede Entscheidung löst weitere Entwicklungen aus.

Kein Wunder, dass viele von uns sich mit Entscheidungen schwer tun. Entweder brauchen wir eine halbe Ewigkeit, bis wir uns entschieden haben. Oder wir schwanken hin und her und neigen dazu, unsere Entscheidungen immer wieder umzuwerfen. Beides kann nicht Sinn der Sache sein.

Die Psychotherapeutin und Selbstmanagement-Trainerin Maja Storch hat sich dieses Problems angenommen. Ihr Ansatz lautet: Wer seine Körpersignale und seine Gefühle besser wahrnimmt, kann sich auch leichter und besser entscheiden.

In Teil 1 ihres Buches schildert sie deshalb, wie unser Verstand und unsere Empfindungen beim Entscheiden zusammenarbeiten.

Denn, wie gesagt, es dauert, bis unser Verstand sich zu einer Entscheidung durchgerungen hat. Unsere Emotionen und unser Unbewusstes sind viel schneller. Wir müssen ihre Signale nur entschlüsseln. Je sicherer wir unserer Emotionen und damit unserer selbst sind, desto überzeugter werden wir unsere Entscheidungen treffen.

Wie wir diese sogenannten somatischen Marker, also unsere Gefühle, Empfindungen, die Bilder in unserem Kopf und so weiter, wahrnehmen, ist Thema des zweiten Teils.

Schließlich ist es mit einem plakativen „hör auf deine Gefühle“ (oder genauer: deine somatischen Marker) ja nicht getan.

Viele von uns nehmen sie gar nicht wahr. Andere verwechseln sie mit Urängsten, die in erster Linie auf Sicherheit bedacht sind. Wieder andere ignorieren sie, weil sie nur ihrem Verstand wirklich über den Weg trauen und von so einer unsicheren Größe wie „ich habe ein ungutes Gefühl“ lieber die Finger lassen. 😉 Noch andere drohen sich an einem Konflikt zwischen Verstand und Gefühl aufzuhängen.

Der letzte Teil des Buches, was gute Entscheidungen mit Glück zu tun haben, schließt meines Erachtens nicht ganz „sauber“ an und macht deshalb einen etwas zusammenhanglosen Eindruck.

Und an manchen Stellen kam „das Geheimnis kluger Entscheidungen“ auf mich etwas zu „vereinfacht“, zu schwarz-weiß rüber. Mir fehlen die vielen Grautöne des Lebens.

Nicht jeder fühlt zum Beispiel eine „hundertprozentige Selbstsicherheit“ (im Entscheiden), wenn er nur seine Gefühle richtig wahrnimmt. Dafür sind diese meines Erachtens oft viel zu komplex und können im schönsten Widerstreit liegen, ohne dass eine Seite davon „falsch“ sein muss.

Dafür schließt Maja Storch mit dem schönen Fazit, sein Anspruchsniveau zu verringern. Und zwar sowohl gegenüber sich selbst als auch gegenüber anderen. Wer nicht glaubt, immer in einem perfekten Leben glücklich sein zu müssen, tut sich auch mit Entscheidungen deutlich leichter.

Anmerkungen, Literaturhinweise und ein Register runden das Buch ab. Kleine eigene Strichmännchen-Zeichnungen lockern den Text auf.

Fazit: Ein sympathisch geschriebener Blick auf eine Seite unserer Entscheidungen, die wir „verkopften Verstandes-Menschen“ oft außer Acht lassen. Sehr schön die Betonung des kleinen Glücks.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 22.06.10

Maja Storch, Das Geheimnis kluger Entscheidungen. München 2008 (3. Auflage des Originals von 2003), 125 Seiten

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