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Manchmal könnte man verzweifeln, dass der Mensch offenbar noch nicht viel dazugelernt hat. Denn die Dinge, die schon Buddha vor Jahrtausenden als Hindernisse zu unserem Glück erkannt hat, sind auch heute noch ziemlich aktiv. Immerhin, Bücher wie dieses werden gern und oft gelesen – es besteht also Hoffnung, dass etwas davon hängenbleibt. 😉 Ein empfehlenswertes Übungsbuch für ein bisschen mehr Glück.

Buddha und Buddhismus sind im Moment „Zug-Themen“, Glücklich-Sein und Glücklich-Werden sind im Moment ebenfalls „Zug-Themen“ – die Kombination aus beidem dürfte also beim Leser ziemlich gut ankommen. 😉 Doch ich will dem Buch keine platte „Anbiederung“ an den Markt unterstellen; das ist nur eine Erklärung für seinen Erfolg.

Im Gegenteil, es ist ein schönes kleines Buch, sehr sympathisch geschrieben, in warmen Farben gehalten. Ob Sie nun auf Buddha ansprechen oder nicht – die „Weisheiten“ kann ich auf jeden Fall empfehlen.

Die Autorin Marie Mannschatz war Gestalt- und Körpertherapeutin, bevor sie sich zur Meditationslehrerin ausbilden ließ und jetzt als solche im ganzen deutschsprachigen Raum tätig ist. Meditation muss nicht zwangsläufig mit Buddhismus verknüpft sein, doch bei ihr ist das in der Tat der Fall.

Nach der Lehre Buddhas sollen uns fünf Hindernisse oder Widerstände davon abhalten, glücklich zu werden. Mannschatz will mit ihrem Buch helfen, diese besser zu erkennen, sie anzunehmen und zu verändern. Ihr Buch gliedert sich dazu in diese fünf Hindernisse sowie ein einführendes Kapitel zur Achtsamkeit. Denn bevor wir Hindernisse beseitigen können, sollten wir zunächst einmal aufmerksam genug sein (oder werden), sie zu erkennen. 😉

Aus dem Inhalt:

Die Zauberkraft Achtsamkeit: Grundlagen der Achtsamkeit (Körper, Gefühle, Gedanken, Gedankenmuster, das heißt Glaubenssätze und so weiter). Einführende und vertiefende Achtsamkeitsübungen. Wahrnehmung trainieren.

Die fünf Hindernisse

Der Zweifel: Selbstzweifel und ständiges Hin- und Herspringen. Zweifel wahrnehmen. Sich selbst, seinen Entscheidungen und so fort stärker vertrauen. Veränderungen zulassen. (Statt sozusagen immer nur kurz die Zehe ins kalte Wasser zu halten und wieder zurückzuziehen.) In sich selbst und seiner Intuition nach Lösungen suchen.

Die Unruhe: Alle Welt ist heute gestresst, steht unter Druck, ist in Zeitnot oder überreizt. Diese Unruhe wahrnehmen. Sich Inseln der Ruhe schaffen, Geduld lernen, Rituale gegen Überreizung entwickeln, meditieren, nicht von der Unruhe anderer anstecken lassen.

Die Trägheit: Wer nicht hektisch und gestresst ist, ist oft träge, ohne Antrieb oder hält an falschen Gewohnheiten und Routinen fest. Trägheit wahrnehmen. In kleinen Schritten aus alten Gewohnheiten herauskommen. Energie, Interesse und Motivation entwickeln. Aber auch Geduld, Durchhaltevermögen und Beachtung seiner Grenzen lernen.

Unersättliches Verlangen: Treibende Kraft und größtes Hindernis sind unsere Gier und unser Verlangen. Die Gier nach Geld, nach Besitz, nach Macht, Status, Einfluss und und. (Nicht nur unsere Politiker stolpern bekanntlich darüber.) Eine Gier ohne Rücksicht auf die Folgen. Hier gilt es wieder, gewohnheitsmäßig ablaufende Reaktionen zu erkennen und dann zu überlegen, was einem wirklich am Herzen liegt.

Dazu gibt’s noch einen Abschnitt darüber, Vergänglichkeit und Veränderungen zu akzeptieren, das Leben zu vereinfachen, zu geben und nicht nur zu nehmen, nicht an materiellen Dingen anzuhaften und mehr.

Der Widerwille: Mit (körperlichen) Schmerzen und (emotionalem) Leid umgehen lernen und sie nicht verdrängen. Mit schwierigen Gefühlen wie Furcht, Angst, Wut und Ärger umgehen lernen. Mitgefühl für sich und andere entwickeln. Widerstände aufgeben und loslassen.

Den Schluss bilden eine Literatur- und Adressliste sowie ein Register.

Das Buch ist, wie oben erwähnt, leicht verständlich und sympathisch geschrieben. Es ist auch grafisch sehr schön gestaltet und optisch ein Genuss. Einige persönliche Beispiele lassen die Autorin „menschlicher“, greifbarer werden und machen das Gesagte anschaulicher.

Neben den Hintergrund-Informationen enthält „Buddhas Anleitung zum Glücklichsein“ viele Übungen zur Selbstwahrnehmung. (Vor allem Körperübungen und Visualisierungen bzw. Mentalübungen, dazu immer mal auch Schreibübungen.) Diesen Ansatz finde ich sehr ansprechend, denn ohne Selbsterkenntnis gibt’s keine Veränderung.

Kleine eingestreute Zitate lockern die Texte auf, und jedes Kapitel schließt eine kleine „Weisheits-Geschichte“ ab.

Wie gesagt, ich finde es sehr gelungen und man muss kein Buddhist sein, um seine Freude an dem Buch zu haben. Aber da wären wir schon wieder beim Marketing … (Und seien wir mal ehrlich: Irgendeine neue „Verpackung“ brauchen wir, sonst sind es ja immer dieselben Themen. ;-))

Fazit: Eine Aufzählung typischer menschlicher „Problemzonen“, gängiger Fallstricke und was man dagegen tun kann. Auch Nicht-Buddhisten können sich angesprochen fühlen. 😉

© 2013 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 07.03.13

Marie Mannschatz, Buddhas Anleitung zum Glücklichsein. Fünf Weisheiten, die Ihren Alltag verändern. München 2012 (10. Auflage von 2007), 160 Seiten

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