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Für vieles im Leben ist eine gute Portion Selbstmotivation oder Willenskraft hilfreich. Bücher schreiben, sich selbstständig machen, sich einen Lebenstraum erfüllen – all das und mehr braucht einen langen Atem. Die beiden Autoren Deimann und Weber haben hier auf knappem Raum einen umfangreichen Handwerkskoffer zusammengestellt, wie Sie immer wieder Ihren „Willens-Akku“ aufladen, um Ihre Ziele zu erreichen.

Ein Kundin meinte neulich noch zu mir, sie sei ein „Kracher“. Das heißt, sie schlage schnell auf beziehungsweise ein, sei aber weniger gut bei Langstrecken, starkem Gegenwind und Ähnlichem mehr. Über mich meinte sie, ich würde zwar ständig jammern, was ich alles falsch gemacht habe und was mir passiert sei, ich sei aber offenkundig auch eigensinnig und zäh – also ideal für die erwähnten Langstrecken. 😉

Nun ist es zwar manchmal sinnvoll, von vornherein die Finger von etwas zu lassen oder bei „Aufschlag“ und anschließendem Misserfolg schnell wieder zu gehen. Doch viele Dinge brauchen einen langen Atem: Das kann das eigene Buch sein, die neue Selbstständigkeit oder der ersehnte Lebenstraum. Und für diesen langen Atem ist es wichtig, sich immer wieder aufraffen und motivieren zu können.

Markus Deimann und Benjamin Weber haben ein kleines Büchlein mit diversen Tipps und Techniken herausgebracht, wie man diese Selbstmotivation fördert.

Die Autoren sind an der Fernuni Hagen beziehungsweise bei Unternehmensberatungen tätig. Mit ihrem Buch richten sie sich vor allem an Lernende, die einen hohen Anteil an Selbststeuerung brauchen, wie das etwa für ein Fernstudium, in der Weiterbildung oder beim Online-Lernen der Fall ist. Daneben werden auch entsprechende Bildungsverantwortliche angesprochen.

Wer lernt, ist dazu nicht immer „intrinsisch“, also aus sich heraus motiviert. Vieles macht keinen Spaß oder man ist durch anderes abgelenkt / würde andere Dinge lieber tun. Um dennoch sein Lernvorhaben durchzuziehen und erfolgreich zu Ende zu bringen, braucht man eine zusätzliche Energiequelle: Den Willen.

Dieser Wille funktioniert wie ein Akku: Alle Nase lang entlädt er sich und muss wieder aufgeladen werden. Doch das geschieht nicht von allein. Wir müssen diesen Prozess selbst in die Hand nehmen, um zielgerichtet handeln zu können. Mit ihrem Büchlein wollen die Autoren Methoden vorstellen, wie man seinen „Willens-Akku“ laden und nutzen kann.

Dabei teilt sich das Buch in mehrere Abschnitte und stellt Methoden passend zu den drei „zentralen Einheiten des Menschen“ Kopf, Bauch und Herz vor. Sie alle werden durch unseren Willen gesteuert, über sie alle kann man auch auf unseren Willen Einfluss nehmen. Jede Technik wird in der Regel kurz und knapp erklärt. Ein paar Zitate, Tabellen, Abbildungen sowie ein umfangreicheres Literaturverzeichnis runden das Angebot ab.

Zum Inhalt

1. Emotionskontrolle

Unter anderem mit den Techniken / Themen: Angst als Chance. Sich nach Teilzielen belohnen. Den Flow nutzen. Für Abwechslung sorgen. Eine positive Einstellung pflegen. Visualisierungsübungen und Phantasievorstellungen nutzen. Sich um mehr „Erregungs-, Impuls- und Frustrationskontrolle“ bemühen. Entspannungsübungen.

2. Bedeutung von Konsequenzen

Unter anderem mit den Techniken / Themen: Den Gruppendruck nutzen. Aus Fehlern lernen. Die Folgen abschätzen.

3. Den Selbstwert stärken

Unter anderem mit den Techniken / Themen: Vorsicht vor erlernter Hilflosigkeit. Erfolgserlebnisse herstellen. Vereinbarungen mit sich selbst oder anderen treffen. Unvollkommenes akzeptieren.

4. Kognitionskontrolle

Unter anderem mit den Techniken / Themen: Die Aufmerksamkeit bewusst auf etwas richten und fokussieren. Im Kopf probehandeln. Für ein gutes Zeitmanagement sorgen. Zielgerichtete Vorsätze bilden. Projekte effektiv planen. Ziele gut formulieren. Zu positiven Selbstgesprächen greifen.

Das Büchlein hat ein schönes, übersichtliches Layout. Ich kann es gut lesen.

Nachteilig finde ich nur, dass es hier keinen roten Faden gibt. Die Methoden werden lediglich grob sortiert, den vier genannten Bereichen zugeordnet und dann beliebig aneinandergereiht. Das passt zwar zum Ziel der Autoren, einen Handwerkskoffer von Techniken vorzustellen, aus dem sich jeder ganz nach seinen Vorlieben oder „Baustellen“ bedienen kann. Doch zumindest mir als „Strukturfan“ fehlt ein klarer, runder Aufbau, der einem ganz bestimmten (Lern- oder Lese-) Ziel zustrebt.

Okay, wie gesagt, das ist Geschmackssache. Und wer sich für besagten Handwerkskoffer an Techniken zur Selbstmotivation interessiert, der ist ja hier goldrichtig.

Fazit: Viele sehr gute Tipps und Techniken, wie man seinen Willen und seine Motivation stärken kann. Leicht verständlich, kurz, knapp und griffig geschrieben. Sicher nicht nur für die ursprünglich anvisierte Zielgruppe der Lernenden interessant.

© 2014 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 25.03.14

Markus Deimann, Benjamin Weber, Besser Wollen! Motiviert sein und motiviert bleiben für persönliche und berufliche Ziele, Heidelberg 2009 (2. Auflage von 2008), 119 Seiten

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