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Viele Konflikte und Streits müssten nicht sein, wenn man diese besser verstehen und „wertschätzender“ miteinander kommunizieren würde. Der bekannte Konfliktmediator Marshall Rosenberg erläutert hier seine Methode der Gewaltfreien Kommunikation, die mittlerweile auf der ganzen Welt von entsprechend ausgebildeten Trainern gelehrt wird.

Der Autor und Konfliktmediator Marshall Rosenberg ist vor allem für seine Methode der Gewaltfreien Kommunikation bekannt, die heute international von vielen Trainern gelehrt wird. Da er schon als Kind miterleben musste, wozu Menschen fähig sind, hat er sein Leben der Aufgabe gewidmet,

  • herauszufinden, was Menschen dazu bringt, einander Gewalt anzutun
  • und welche Art zu denken, zu reden und zu kommunizieren eine friedliche Alternative zur Gewalt sein könnte.

In diesem Buch stellt er seine Methode einem breiteren Publikum vor.

Er geht dabei von folgenden Thesen aus:

  • Der Mensch ist von Natur aus mitfühlend, er wird nur – und zwar schon seit Jahrtausenden duch eine entsprechende kulturelle Tradition – zur Gewalt erzogen.
  • Wir werden zur „Bewertung“ (und damit Ablehnung) von Menschen erzogen. Doch das ruft nur Abwehr beim Gegenüber hervor, der Konflikt nährt sich sozusagen aus sich selbst.
  • Besser wäre es, sich und andere zu beobachten, und diese Beobachtungen möglichst wertfrei mitzuteilen.
  • Hinter jedem Konflikt und jeder Verletzung stecken nicht erfüllte Bedürfnisse. Diese gilt es zunächst für sich selbst zu erkennen.
  • In einem weiteren Schritt soll man sich in den anderen einfühlen und versuchen, ihn, seine Handlungsmuster sowie seine Gründe zu verstehen, warum er diese Bedürfnisse nicht erfüllt.
  • Das ist die Basis, um sich dem anderen in einer „positiven Handlungssprache“ zu nähern, ihm klar zu sagen, was man von ihm will und braucht, und danach gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

Wie das im Einzelnen aussehen kann, erklärt Rosenberg anhand von Beispielen aus a) dem privaten Leben, b) dem Alltag in Unternehmen und Beruf, und c) größeren Konflikten auf dem internationalen, gesellschaftlichen Parkett.

Zudem bringt er sich auch als Autor persönlich ein und gibt Einblick, wie er sowohl beruflich als auch privat mit seiner gewaltfreien Kommunikation arbeitet.

Durch die Einteilung in die drei Bereiche Privatleben, Arbeit und Gesellschaft kommt es relativ oft zu Wiederholungen. Der Leser erfährt immer wieder, wie er in Fall x, y oder z gewaltfrei kommunizieren kann. Das hätte man straffen können, indem man sich einfach auf die Grundprinzipien von Rosenbergs Methode inklusive einiger veranschaulichender Beispiele konzentriert.

Doch die Zusammenfassung am Schluss macht einiges wieder wett und hilft, die wichtigsten Aussagen übersichtlich zu erfassen.

Für mich waren vor allem die „nicht erfüllten Bedürfnisse“ ein Augenöffner. Denn oft trägt man dem anderen etwas nach, wovon dieser gar nichts wissen kann, weil er schließlich keine Gedanken lesen kann.

Man kann zwar niemanden zwingen, im Interesse des anderen zu handeln – und deshalb ist die GFK (Gewaltfreie Kommunikation) für mich auch keine Universallösung. Doch es dürfte zumindest einer erheblichen Anzahl von entsprechend motivierten Konflikten und Streits den Boden entziehen.

Fazit: Eine Einführung in die Gewaltfreie Kommunikation vom Begründer der Methode selbst. Wer sich an der „Aufblähung“ und den Doppelungen nicht stört, bekommt hier die GFK wie auch ihre Hintergründe erklärt.

© 2011 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 21.09.11

Marshall B. Rosenberg, Die Sprache des Friedens sprechen – in einer konfliktreichen Welt. Was Sie als Nächstes sagen, wird Ihre Welt verändern. Paderborn 2006 (am. Original 2005), 132 Seiten

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