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Forschung und Praxis können eine fruchtbare Verbindung eingehen, zum Beispiel, um zu zeigen, was Selbstmotivation mit Gehirn, Verhaltensweisen und unserem Körper zu tun hat. Dazu noch ein bisschen beispielhaft aus dem Nähkästchen des eigenen Lebens geplaudert, ein paar praktische Tipps – und fertig ist die „Kunst der Selbstmotivierung“. 😉

Dieses Buch zeigt einmal, wie Forschung und Praxis eine geglückte Verbindung eingehen können. Der Coach und Trainer Martens hätte sich vielleicht auf die mehr oder weniger üblichen Tipps beschränkt. Der Wissenschaftler Professor Kuhl hätte dem Buch möglicherweise eine sehr nüchterne, detailbesessene Gestalt verliehen.

Dank der Zusammenarbeit der beiden bekommt der Leser eine Mischung aus lockeren, nachvollziehbaren Tipps mit dazu passendem wissenschaftlichem Hintergrund. Vor allem Martens plaudert zudem gern aus dem Nähkästchen und bereichert das Buch um diverse persönliche Beispiele. Dazu gibt es einige Geschichten und viele Zitate, die teils unterstreichen und teils als Hingucker dienen.

Das ist eine schöne Mischung und hebt das Buch aus der „Masse“ anderer Bücher zur Selbstmotivierung hervor. Es gibt nur einen Wermutstropfen: Das Wissenschaftliche liest sich manchmal arg trocken und etwas unentschlossen, ob man sich nun an einen Laien und Anwender oder an andere Wissenschaftler wendet. Hier hätte eine klare Zielgruppe dem Buch helfen können.

Doch zum Inhalt:

Im Grunde sind wir beides: Mal sind wir Gestalter, mal sind wir „Opfer“ oder besser Erdulder. Das hängt nicht zuletzt von unserer Perspektive ab. In den meisten von uns sind die Anlagen zu beidem vorhanden, und wir werden mal solche und mal solche Verhaltensweisen an den Tag legen. Dieses Kapitel schildert beide Grundhaltungen und erklärt, was sie mit Selbstmotivation und Erfolg im Leben zu tun haben.

Nicht immer, aber meistens wird der Gestalter der Motiviertere und Erfolgreichere der beiden sein. Doch wie wird man zum Gestalter? Wie ändert man beispielsweise seine Einstellungen? Wie übernimmt man Verantwortung für seine Taten und Gefühle? Wie entwickelt man ein positives Denken? Darum geht es in diesem Kapitel.

Wie kann man sich selbst motivieren? Dazu gibt es hier diverse Tipps. Vom Selbstlob über eine förderliche Umgebung, ein persönliches Commitment, Tipps für mehr Energie und Durchhaltevermögen, oder wie man eine „persönliche Intelligenz“ entwickelt, um sich leichter selbst zu aktivieren.

Wenn alles gut läuft, ist man meistens von selbst motiviert. Doch wie sieht das bei Problemen, Krisen, Rückschlägen oder Schicksalsschlägen aus? Die Autoren nennen Merkmale von Menschen, die sich von schwierigen Situationen nicht haben unterkriegen lassen, sondern für ihre persönliche Entwicklung gelernt haben.

Genauso negativ wie Schicksalsschläge können aber auch überhöhte Ansprüche und der Druck, permanent „glücklich“ sein zu müssen, sein. Gleichfalls haben wahre Motivation und Glück nur selten etwas mit materiellen Zielen zu tun. Wie Glück, Selbstmotivation und die Gestalterhaltung noch zusammenhängen, und warum eine Prise gesunden Egoismus’ (im Gegensatz zur schädlichen Egozentrik) von Vorteil ist – darum geht es hier.

Motivation spielt sich im Kopf ab, ja. Doch nur ein gesunder Körper kann ihr den nötigen Rückhalt geben. Dieses Kapitel untersucht die Wechselwirkung von Körper und Geist und ihren Einfluss auf die Selbstmotivierung. Ein ungewöhnlicher Ansatz, der sich von anderen Büchern unterscheidet. Schade nur, dass er recht knapp ausfällt. Hier hätte man noch mehr in die Tiefe gehen können.

Ein Literatur- und Inhaltsverzeichnis runden das Buch ab.

Fazit: Wer sich an einer manchmal etwas trockenen Wissenschafts-Prosa nicht stört, bekommt viel Fachwissen, wie man sich nun selbst motiviert. Ein nicht ganz leichter, doch reizvoller Ansatz, der über das sonst Übliche hinausgeht.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 19.10.2010

Jens-Uwe Martens, Julius Kuhl, Die Kunst der Selbstmotivierung. Neue Erkenntnisse der Motivationsforschung praktisch nutzen, Stuttgart 2009 (3. akt. und erw. Auflage von 2004), 190 Seiten

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