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Was kann man alles mit Streichhölzern anstellen? Wie überwindet man einen Wassergraben, wenn man nur zwei Bretter hat, die genauso lang sind, wie der Graben breit ist? Was ist das Gegenteil von „einschreiben“? Wenn Sie an solchen Übungen Spaß haben, könnte Michael Knieß‘ „Kreatives Arbeiten“ etwas für Sie sein.

Was kann man alles mit Streichhölzern anstellen? Wie überwindet man einen Wassergraben, wenn man nur zwei Bretter hat, die genauso lang sind, wie der Graben breit ist? Was ist das Gegenteil von „einschreiben“?

Wenn Sie an solchen und ähnlichen Übungen Spaß haben, könnte Michael Knieß‘ „Kreatives Arbeiten“ etwas für Sie sein. Dabei handelt es sich zwar nicht um ein regelrechtes Übungsbuch. Aber der Anteil kreativitätsfördernder Übungen ist hier doch außergewöhnlich hoch.

Aber der Reihe nach.

Los geht es noch relativ „klassisch“ mit einigen Grundlagen zur Kreativität beziehungsweise mit Dingen, die die Kreativität steigern oder hemmen können. Themen in diesem Teil sind zum Beispiel: Das kreative Produkt, der kreative Mensch, das kreative Umfeld. Aber auch diverse Ideenkiller, Maßnahmen, mit denen man als Einzelner oder als Unternehmen seine Kreativität fördern kann, und anderes mehr gehören dazu.

Klassisch ist das deshalb, weil viele Bücher zur Kreativität mit solchen kurzen Einführungen starten.

Ebenso „klassisch“ geht es mit der Auflistung diverser Kreativitätstechniken weiter. Wobei Knieß in diesem umfangreichsten Teil des Buches schön ausführlich wird, die Techniken detailliert schildert und auch weniger gebräuchliche Methoden nennt.

So begegnen einem zwar „die üblichen Verdächtigen“ wie Brainstorming, die Methode 635, Collective Notebook, Synektik, Bisoziation, Reizwort-Analyse, Morphologische Matrix, Attribute Listing, Progressive Abstraktion und Szenario-Technik. Aber auch Abwandlungen wie diverse Brainstorming-Varianten oder weniger Bekanntes wie die TILMAG-Methode, die KJ-Methode oder die Cross-Impact-Methode sind dabei.

Wirklich ungewöhnlich wird es mit dem reichhaltigen Übungsteil. Während andere Autoren oft nur eine Handvoll Übungen zur Veranschaulichung bringen, legt Knieß hier etliche Übungen sowohl zu ausgewählten Kreativitätstechniken wie auch zur (Zitat) grundsätzlichen „Steigerung des kreativen Verhaltens“ vor. Und – besonders schön – er liefert sogar passende Musterlösungen mit.

Da sehe ich ihm auch den etwas trockenen und schwerfälligen Stil nach, dem man m.E. den wissenschaftlichen Hintergrund des Autors nicht unerheblich anmerkt. 😉

Überhaupt sollte man dieses Buch nicht vergnüglich von vorn bis hinten durchlesen wollen. Dafür ist es nicht geeignet, genausowenig, wie die meisten von uns vermutlich ein Lexikon zum Vergnügen lesen. Es ist eher ein Nachschlagewerk, um sich gezielt mit einzelnen Techniken und dazu passenden Übungen zu beschäftigen.

Fazit: Eine reiche Fundgrube von Kreativitätsmethoden, die gleichzeitig zum praktischen Ausprobieren einlädt. Nicht immer leicht zu lesen, aber gut strukturiert und sehr informativ.

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 04.08.09

Michael Knieß, Kreatives Arbeiten. Methoden und Übungen zur Kreativitätssteigerung, München 2005, 213 Seiten

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