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Mike Robbins, Sei du selbst, alle anderen sind schon vergeben

Der Mensch steckt in einem ewigen Dilemma: Von Geburt an sagt man ihm, wie er zu sein und was er zu tun hat. Doch mit der Maske, die er trägt, und mit der leidenden Seele, die er in sich hat, tut er sich auch keinen Gefallen und am Ende will vielleicht trotzdem niemand etwas mit ihm zu tun haben. Mike Robbins ist deshalb auf einer persönlichen Mission: Die Menschen aufzurütteln und ihnen zu helfen, sie selbst zu sein.

Viele von uns spielen im Leben die eine oder andere Rolle – oder besser: Wir übernehmen sie. Nur wenige wagen es, wirklich offen, authentisch und sie selbst zu sein. Wir passen uns an, um gemocht zu werden. Wir haben Angst, nicht gut genug zu sein. Wir haben Angst vor den Reaktionen der anderen, vor Blamage, Verurteilung und Ablehnung. Wir stecken im Korsett der Konformität, die uns sagt, wie wir zu sein und was wir zu tun haben.

Sich selbst treu zu sein, erfordert viel Mut, Engagement und Achtsamkeit. Wir müssen sowohl die hellen wie die dunklen Seiten unseres Wesens annehmen, absolut ehrlich mit uns selbst und zu unseren Mitmenschen sein.

Kein Wunder, so Mike Robbins, der Autor von „Sei du selbst. Alle anderen sind schon vergeben.“, dass viele Menschen sich zwar danach sehnen, authentisch und sie selbst zu sein, aber gleichzeitig Angst davor haben.

Dabei hätte es viele Vorteile, wenn wir lernen würden, authentischer zu leben:

  • Wir hätten mehr Selbstvertrauen und wären eher bereit, unsere Leidenschaften zu leben.
  • Wir könnten uns leichter von Dingen befreien, die uns blockieren. (Wir würden uns deutlich weniger Sorgen machen. Wir würden nicht ständig nach Ausreden und Vermeidungsstrategien suchen. Wir würden uns von den Meinungen und Manipulationen anderer nicht länger beeinflussen lassen. Und so fort.)
  • Wir würden ein gesünderes Leben mit weniger Stress und mehr Energie führen.
  • Wir würden intensiveren Kontakt zu uns selbst und zu unseren Mitmenschen haben.
  • Wir würden die Fähigkeit entwickeln, uns selbst zu akzeptieren, zu schätzen und zu lieben.
  • Wir würden mehr Lebensfreude haben und inneren Frieden finden.

Und vieles andere mehr.

Oder um es mit den Worten von Mutter Theresa zu sagen: „Ehrlichkeit und Transparenz machen dich verletzlich. Sei trotzdem ehrlich und transparent.“

Mike Robbins ist Referent und Coach, Motivationstrainer, Unternehmensberater und Bestseller-Autor. Als junger Erwachsener war er einige Jahre als Leistungssportler tätig, bevor ihn ein schwerer Unfall zwang, seinem Leben eine neue Richtung zu geben. Dabei entdeckte er das Thema, das er als sein eigenes erkannte und dem er von nun an folgen sollte: Die sozialen Masken abzustreifen, den schönen Schein eigener und fremder Erwartungen abzulegen und zum Kern seiner selbst vorzudringen.

Von nun an wurde aus jemandem, der alles tat, um ein bestimmtes Bild zu erfüllen und der schon als Dreijähriger aus eigenem Antrieb mit Anzug und Krawatte in den Kindergarten ging, jemand, der sein Leben der Mission widmete, sich zu erlauben, ganz er selbst zu sein.

Aus dem Inhalt:

Teil 1: Warum Authentizität so schwierig ist

Der Mensch steckt von Geburt an in einem Dilemma: Durch Herkunftsfamilie und eigene Familie, Schule, Religion, Kultur, Politik, Medien wird er „programmiert“, wie er zu sein hat. Und doch soll / will / muss er auch er selbst sein. Diverse Beispiele, wie diese „Programmierungen“ aussehen und welche Folgen sie haben.

Teil 2: Fünf Prinzipien für ein authentisches Leben

1. Erkenne dich selbst: Wie man sich selbst besser kennenlernen kann.

2. Verwandle deine Ängste in etwas Positives: Für jede Angst gibt es einen guten Grund. Der Nutzen von Angst. Wie man seine Ängste wahrnehmen, ausdrücken und loslassen kann. Mut: Die eigene Angst spüren und es trotzdem tun.

3. Bringe dein wahres Wesen zum Ausdruck: Beispiele dafür, was wir sowohl Positives wie Negatives anderen Menschen nicht zeigen. Den Mut haben, verletzlich zu sein. Gefühle ausdrücken.

4. Sei tapfer: Fünf Prinzipien der Tapferkeit – Den Mut haben, sich selbst treu zu sein. Es wagen, ein leidenschaftliches Leben zu führen. Es wagen, aus der Reihe zu tanzen. Es wagen, um Hilfe und Feedback zu bitten. Wieder aufstehen, wenn man hinfällt und scheitert.

5. Akzeptiere dich ohne Vorbehalte: Sich so nehmen, wie man ist. Den eigenen Schatten erkennen und integrieren. Mit Kritik umgehen. Tipps, um sich selbst gerecht zu werden. Tipps für mehr Selbstakzeptanz.

Teil 3: Authentizität im täglichen Leben

Noch einmal eine knappe Zusammenfassung des bisher Gesagten.

Zu all dem gibt es Hintergrundwissen, Beispiele von Robbins selbst und seinen Klienten, viele Tipps und diverse (Reflektions-) Übungen. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis, die üblichen Danksagungen und eine Selbstvorstellung des Autors schließen das Buch ab.

Robbins schreibt sehr gut, flüssig, menschlich einfühlsam. Sein Buch hat eine klare, nachvollziehbare Struktur. Ich fühle mich als Leser gut an die Hand genommen und durch Buch und Thema geleitet.

Vor lautet Eifer, wirklich authentisch und rückhaltlos ehrlich zu sein, „badet“ er für meinen Geschmack allerdings manchmal schon fast zu viel in seinen Schwächen, Nachteilen, Ängsten. Das hätte nicht sein müssen. Ich brauche keinen Autor, der sich permanent geißelt, um zu demonstrieren, dass er die soziale Maske und den schönen Schein endlich losgeworden ist. 😉

Zum einen halte ich falsche Demut auch nicht für das Gelbe vom Ei. Und zum anderen bedeutet authentisch sein für mich nicht nur, mich fertigzumachen und kleinzuhalten, sondern Höhen und Tiefen, Stärken und Schwächen, eben das ganze Wesen zu reflektieren und auszudrücken.

Gut, im Zweifelsfall habe ich es lieber so als unerträglich arrogant, wie man Robbins früher vorgeworfen hat, zu sein. 😉 Von daher weiß ich seine Versuche zur schonungslosen Ehrlichkeit sehr zu schätzen. Ein dickes Plus für einen menschlich und persönlich rüberkommenden Autor.

Fazit: Das Buch „Sei du selbst“ war gerade in den auf Äußerlichkeiten fixierten USA ein Knaller. Doch auch hier dürfte es eine segensreiche Wirkung haben.

© 2013 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 22.11.13

Mike Robbins, Sei du selbst, alle anderen sind schon vergeben. München 2010 (am. Original 2009), 280 Seiten

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