Bleiben Sie auf dem Laufenden:
Newsletter lesen »
Feed lesen »




Monique R. Siegel: Wo lassen Sie denken? Sieben Schritte zur Innovation.

Querdenkertum und Innovation wollen sie angeblich alle. Aber an den Bedingungen und den Fähigkeiten scheitert es dann oft. Monique R. Siegel zeigt anhand des „Prototypen des Kreativen“ Leonardo da Vinci, welche Faktoren ein innovationsfreundliches Klima begünstigen. Zudem stellt sie einige ausgewählte Kreativmethoden vor, mit denen Sie kreativer denken.

Die Autorin, Trainerin und Beraterin Monique Siegel hat ein Herz für alle „Querdenker“. Das macht sie gleich zu Beginn ihres Buches „Wo lassen Sie denken“ in der Widmung deutlich.

Oder genauer: Sie hat ein Herz für alle, die unangepasst denken, schon mal außerhalb der Konventionen stehen und bockig behaupten, dass etwa die Erde rund sei und sich um die Sonne drehe, auch wenn man damit den mächtigen Apparat der mittelalterlichen katholischen Kirche gegen sich aufbringt.

Sie hat ein Herz für alle, die Spaß haben am Denken. Die es um seiner selbst willen betreiben, die den Dingen auf den Grund gehen und diese gegebenenfalls anzweifeln, umstoßen und neu aufbauen.

Denn das ist es, woran es ihrer Meinung nach der heutigen Zeit oft fehlt.

Politik und Unternehmen wollen Innovation und kreative Ideen.

Aber gleichzeitig wird das Potenzial von Mitarbeitern und Bürgern nur schlecht genutzt. Unternehmenslenker verzetteln sich in Aktionismus, statt etwas gründlich zu durchdenken. Eine Fehlerkultur existiert oft nur als Lippenbekenntnis. Statt das Versagen als notwendigen Bestandteil eines Lernprozesses zu verstehen, legt man Wert auf auf Hochglanz polierte Erfolgsstorys. Und Querdenker werden zwar allerorten gesucht, aber wehe, sie ecken mit ihrem Denken an. 😉

Deshalb will sie mit den „Sieben Schritten zur Innovation“ aufzeigen, wie man effektiver und kreativer denkt, wenn man am Umfeld arbeitet und ein paar nützliche Methoden kennt.

Einen gelungenen „Gag“, also mal was anderes, finde ich den Renaissance-Menschen und „Prototypen des Kreativen“ Leonardo da Vinci, der sich wie ein roter Faden als verbindende Rahmengeschichte durch das Buch zieht.

Welche Eigenschaften zeichnen da Vinci aus? Was lässt ihn kreativ sein und kreativ agieren? Und wie kann man das auf die heutige Zeit und ihre Anforderungen übertragen?

Dazu bringt die Autorin unter anderem folgende Kapitel:

  • Neugier fördern, Alternativen entwickeln, immer bessere Lösungen finden wollen
  • Lebenslang lernen, Fehlerkultur verbessern, Ideen mit den Sechs Hüten des Denkens von Edward de Bono prüfen und beurteilen
  • Sinne und Wahrnehmung verfeinern, Wahrnehmung prüfen und verbessern mit Tools wie DATT (direct attention thinking tool) und PMI (Plus-Minus-Interessant) von Edward de Bono
  • Mit der Ungewissheit leben, Veränderungen mutig angehen, strategisch vorausschauen mit der Szenario-Technik
  • Visuell denken mit Mind Mapping von Tony Buzan
  • Der Trend zum einfacheren Leben und die Suche nach möglichst einfachen Lösungen
  • Zusammenhänge erkennen und das vernetzte Denken von Frederic Vester

Ein umfangreicher Anmerkungsapparat, ein Namensregister, ein Literaturverzeichnis und die Kurzbiografien der drei genannten Denker de Bono, Buzan und Vester runden das Buch ab.

Wer sich in der Materie schon ein wenig auskennt, für den dürften auch die genannten Voraussetzungen für ein kreatives Denken wie etwa Neugier oder Lernhunger samt den populäreren Techniken wie Mind Mapping und 6-Hut-Methode bekannt sein.

Dennoch finde ich das Buch in seinem Zuschnitt ungewöhnlich und zudem schön geschrieben.

Für mich macht den Reiz vor allem die Mischung aus Historischem, informativem Hintergrundwissen und praktischen Methoden aus.

Auch die zahlreichen Beispiele etwa aus dem heutigen Unternehmensalltag oder aus Stadtentwicklungsprojekten kommen gut. Nicht nur zur Veranschaulichung, das tun Beispiele immer. Witzig finde ich vor allem, wie gesagt, die Gegenüberstellung zur Historie, zu Leonardo und seiner Zeit.

Der Leser lernt hier, die genannten Möglichkeiten, sein kreatives Denken zu fördern, aus den unterschiedlichsten Perspektiven zu betrachten und praktische Methoden dafür zu erproben.

Fazit: Nichts wirklich Neues, aber ein interessanter Ansatz und eine schöne Zusammenfassung zum Thema. Selbst „Profis“ können an diesem Buch noch ihre Freude haben.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 12.01.10

Monique R. Siegel, Wo lassen Sie denken? Sieben Schritte zur Innovation. Zürich 2004, 187 Seiten

Bei amazon bestellen …
(Partner-Link, kleine Umsatzbeteiligung für mich)

Möchten Sie meinen Beitrag weiterempfehlen? Dann sage ich mal: Danke. :-)