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Natalie Goldberg, Schreiben in Cafés

Klassische Schreibtipps oder einen Schreibratgeber wird man bei Natalie Goldbergs „Schreiben in Cafés“ vergeblich suchen. Oder sagen wir so: Sie halten sich bedeckt im Hintergrund. Stattdessen ist dieses Buch ein einziger Motivationskick. Wenn Sie mal von Zweifeln befallen werden sollten, greifen Sie hier zu: Als kleine Wieder-Aufbau-Maßnahme.

Wer einen Ratgeber in Sachen „wie lerne ich Schreiben“ sucht, ist bei Natalie Goldbergs „Schreiben in Cafés“ verkehrt.

Es gibt zwar auch hier diverse Schreibtipps wie etwa: Eine Themenliste anlegen. Methoden entwickeln, um mit dem Schreiben zu beginnen. Vergleiche und Metaphern nutzen. Nicht reden, sondern zeigen. Lebensechte Details verwenden. Verben origineller einsetzen. Überarbeiten. Und Ähnliches mehr.

Doch der Kern des Buches ist ein anderer. Dieses Buch ist ein einziger Motivationskick. Sein Mantra lautet: Schreiben. Egal unter welchen Bedingungen.

Schreibende sollen lernen, sich selbst und ihrem Schreiben zu vertrauen. Denn wer sich selbst vertraut und die „Stimmen im Innern“ nicht fürchtet, wird vor Kritik von außen gefeit sein. Und passenderweise werden auch seine Ergebnisse gut sein. 😉

Weiter geht es darum, wie man sich eine Zeit zum Schreiben einräumt. Wie man diszipliniert übt. Wie man seinen Körper zum Schreiben trainiert. Wie man mit dem inneren Zensor und der Sucht nach Anerkennung umgeht. Wie man neuen Mut fasst. Wie man das Schreiben in sein Leben integriert. Und und.

Kurz: Wer noch zögernd auf der Türschwelle steht und einen Anschub braucht, um mit dem Schreiben anzufangen oder – wahrscheinlicher – wer mittendrin die eine oder andere Dürrephase erlebt, ist hier goldrichtig.

Denn auch wenn die Schriftstellerin, Dichterin und Dozentin Natalie Goldberg ungefähr alle zwei Monate etwas „Vernünftiges“ machen will, statt zu schreiben – das ist nur Gerede. 😉 Man merkt ihr die Begeisterung fürs Schreiben an. Und der Leser kann sich dieser Begeisterung kaum entziehen.

Das Buch ist flott und persönlich geschrieben, mit vielen Beispielen aus ihrer Tätigkeit als Kursleiterin und Autorin. Die Kapitel sind eher kurz und in sich abgeschlossen. Man kann das Buch entweder von vorn nach hinten lesen oder aber sich gezielt einzelne Kapitel raussuchen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Fan von Struktur und rotem Faden bin. Und beides fehlt natürlich bei so einem Aufbau. Dafür gibt es eine Fülle von „poetischer Weisheit“, je nachdem, welchem Thema die Autorin gerade spontan folgt.

Fazit: Wenn Sie schreiben und – wer wird das nicht mal – von Zweifeln befallen werden, dann greifen Sie zu diesem Buch. Als kleine Sofort-Aufbaumaßnahme.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 23.11.2010

Natalie Goldberg, Schreiben in Cafés, Berlin 2006 (urspr. Der Weg des Schreibens, 1991, amerikanisches Original 1986), 200 Seiten

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