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Wer ein Buch schreibt, hat dieses noch lange nicht veröffentlicht. Die Autorin schildert, wie Sie ein Buch „verkaufsgerecht“ aufbauen, einen Verlag finden beziehungsweise das Buch selbst verlegen sowie das Buch an den Mann oder die Frau bringen. Daneben gibt’s noch ein paar Tipps, wie Sie besser schreiben. Alles kurz und knapp und trotzdem fundiert mit manch hilfreichem Insidertipp.

Natascha Becker war Chefredakteurin, ist Buchautorin und arbeitet für eine Medienagentur. Sie hilft Autoren, ihre Manuskripte zu veröffentlichen.

Das vorliegende Buch „Der Weg zum Bestseller“ bietet solides Basiswissen für alle, die ein Buch schreiben – oder hier genauer: veröffentlichen – wollen, aber noch nicht allzu viel Ahnung von der Materie haben. Konsequenterweise ist „Der Weg zum Bestseller“ vor allem stark bei Themen wie Verlagssuche, Buchherstellung und Veröffentlichung. Das ebenfalls im (Unter-) Titel angesprochene „packend schreiben“ beschränkt sich eher auf ein paar allgemeine Schreibtipps, Tipps gegen Schreibblockaden und so weiter.

Achtung: Das Buch möchte alle ansprechen, alle Autoren und alle Bücher, ob Roman, Sachbuch, Autobiografie, Mischformen. Doch Teile des Buches sind meiner Meinung nach eher für Sachbücher optimiert, wie etwa Konzept, Nutzen, Zielgruppe, USP (Alleinstellungsmerkmal), ohne dass das immer deutlich wird. Vielleicht könnte man hier noch stärker unterscheiden?

Aus dem Inhalt:

Vorwort

Schritt 1: Von der Idee zum Konzept

Die Gedanken ordnen: Ideen finden, Themen recherchieren, Kern herausarbeiten, Thema eingrenzen.

Lernen Sie Ihre Zielgruppe kennen: Zielgruppe eingrenzen, Zielgruppe und Genre, Recherchemöglichkeiten zur Zielgruppe, auf Zielgruppe zuschneiden.

Der konsequente Aufbau: Spannungsbogen, Tipps für Gliederung und Inhaltsverzeichnis.

Das überzeugende Exposé: Mit Exposé verkaufen, Argumente für Verlag liefern, Verkaufsargumente liefern, knappes Beispielexposé.

Von der Konkurrenz abgrenzen: Konkurrenz recherchieren, Konkurrenztitel nennen, von Konkurrenz abgrenzen, Unterscheidungsmerkmale finden.

Warum Sie und niemand anders? Was qualifiziert den Autor für das Thema.

Leseproben: Probetext / – kapitel, Testleser und Kritik, freie Lektoren, Ghostwriter.

Schritt 2: Den richtigen Verlag finden

Welche Adressen kommen infrage? Auf bestimmte Zielgruppen konzentrieren, Risiken minimieren, zum Verlagsprogramm passen, einen für sich geeigneten Verlag finden. Inklusive einer Aufzählung der hundert größten deutschsprachigen Verlage mit ihren Genre-Schwerpunkten.

An wen wenden Sie sich? Ansprechpartner herausfinden, Gespräche mit dem Lektor führen.

Agenturen für Autoren: Agentur finden, Gespräche mit der Agentur führen, schwarze Schafe erkennen.

Verlag sucht Autoren: Einiges über Druckkostenzuschussverlage.

Selbstverlag: Verlag gründen, Gewerbe anmelden, Dienstleister für Druck, Auslieferung und Lagerung finden, Buchhändler überzeugen, fürs Buch werben (mit Schwerpunkt auf regionalen Möglichkeiten), Titelschutz beachten, VLB und deutsche Nationalbibliothek, Barsortimente.

Books on Demand: Kosten und Nutzen abwägen.

Schritt 3: Der optimale Vertrag

Nachbesserungen und Änderungen

Vertrag und Honorar: Ein Vertrag ist Verhandlungssache, einiges über Nutzungsrechte, Nebenrechte und die VG Wort, Pflichten des Verlags, Pflichten des Autors, Honorar und Vorschuss.

Hinter den Kulissen: Der Lektor als Produktmanager, Programmkonferenzen, Vertreter als Brücke zum Buchhandel.

Schritt 4: Ein Buch entsteht

Der passende Stil zum Thema: Jeweils einige knappe Tipps, wie Sachbücher, Ratgeber und Fachliteratur, Belletristik, Kinder- und Jugendbücher passend zu ihrem Genre geschrieben werden.

Tipps für gutes Schreiben: Jeweils einige sehr knappe Schreibtipps für Sprache und Stil.

Kritik suchen – Rat einholen: Von Testlesern und wie man seine Zielgruppe als Testleser nutzt.

Den Schreiballtag meistern: Einige Tipps gegen Schreibblockaden und für Arbeits- und Zeitplanung.

Schritt 5: Vom Verfasser zum Autor

Marketing und Werbung: Was macht der Verlag, was kann der Autor tun, Presseverteiler aufbauen, Lesungen halten, eigene Maßnahmen mit Verlag abstimmen, Kontakt zu Buchhandlungen aufnehmen.

Das Internet als Plattform: Einige knappe Tipps für die eigene Autoren- oder Buchseite.

Schreiben als Beruf? Die Künstlersozialkasse und die Steuern.

Kontakte knüpfen: Netzwerke für Autoren nutzen, Messen als Informationsbörsen nutzen. Inklusive einer Aufzählung einiger Buchmessen und Bücherschauen.

Preise, Wettbewerbe, Förderung: Durch Teilnahme an Literaturwettbewerben auf sich aufmerksam machen.

Im Anhang gibt’s noch einen – allerdings unkommentierten – Mustervertrag, hilfreiche Adressen, Links und Literaturtipps sowie ein Register.

„Der Weg zum Bestseller“ ist kurz und knapp gehalten. Die Autorin führt immer nur kurz in ein Thema ein, sodass es für einen handlichen Überblick und ein erstes Verständnis reicht. Wer vertiefendes Wissen braucht, sollte gleich zu Spezialliteratur greifen oder anschließend damit weitermachen.

Ich finde das Buch leicht verständlich geschrieben, mit Beispielen aus der Praxis und manchem nützlichem Insidertipp. Angenehm finde ich auch, dass der Ton meist nüchtern-sachlich ist. Die Autorin bezieht keine Partei für Verlag, Agentur oder Autor und macht auch keine platte Werbung für ihr eigenes Arbeitsumfeld, die Agenturen.

Sehr schön finde ich die Tipps, was man beim Schreiben für bestimmte Genres zu beachten hat. Dieses Wissen findet man sonst selten. Etwas zu knapp fallen vielleicht die Tipps bei Sprache und Stil aus. Wer zum Beispiel nicht weiß, was eine Metapher ist oder was man sich unter einem Klischee vorzustellen hat, wird diese Tipps auch nicht nachvollziehen können. Aber davon ab finde ich alles gut auf den Punkt gebracht.

Fazit: Sehr gute Hilfe für Einsteiger mit manchem (Insider-) Tipp für Erfahrenere.

© 2017 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 10.01.17

Natascha Becker, Der Weg zum Bestseller. Konzepte erstellen, packend schreiben, den richtigen Verlag finden. Hannover 2009, 168 Seiten

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