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Viele Buchmanuskripte, die hoffnungsvolle Autoren an Agenturen und Verlage schicken, scheitern schon an einer Grundvoraussetzung: Sie sind nicht gut genug gestaltet und geschrieben. Hier setzen die Literaturagenten Gorus und Zoll an: Sie zeigen, wie man ein (Sach-) Buch möglichst „verkaufsstark“ entwickelt, wie man mit Verlagen zusammenarbeitet und bei der Vermarktung seines Buches hilft.

Oliver Gorus und Jörg Achim Zoll sind Gründer, Geschäftsführer und Mitarbeiter bei einer Buchagentur, die sich vor allem auf Sach- und Fachbuch-Autoren spezialisiert hat. Damit sind sie zwar nicht ganz „neutral“, die Agentur-Perspektive gilt es im Auge zu behalten, doch dafür berichten sie aus erster Hand, worauf es Verlagen – und Agenturen – oft ankommt.

Ihre Zielgruppe scheinen mir vor allem (Fach-) Experten zu sein, die mit Hilfe eines Buches ihr Selbstmarketing verbessern, ihre Kompetenz beweisen und daraus ggf. berufliche und finanzielle Vorteile für sich ziehen wollen. Der Hobby-Autor oder Selbstverleger wird sich hier genausowenig wiederfinden wie alle, die den „Roman des Jahres“ schreiben wollen. 😉 Nichtsdestotrotz können auch diese (teils) von den Tipps der Autoren profitieren.

Ihr Buch gliedert sich in vier Teile.

Zum Inhalt

1. Beschreiben: Konzeption und Positionierung

Hier geht es darum, wie man das Konzept eines Buches entwickelt. Oder sagen wir mal, es geht genauer darum, wie man Nische, Thema und Titel für sein Buch beziehungsweise den Nutzen für seine Leser findet. Dazu gibt es noch ein paar allgemeine Tipps, wie man ein Buch gliedert. Und es gibt Tipps, wie ein guter Probetext für den Verlag aussehen sollte.

2. Unterschreiben: Den richtigen Verlag finden

Welche Rolle spielen Agenturen im Buchmarkt? Was kann ein Agent für einen Autor tun, welche Grenzen hat er und woran erkennt man seriöse Agenten? Wie gestaltet man das Exposé für einen Verlag? Wofür ist es gut, was gehört rein? Wie findet man den richtigen Verlag? Von diversen Verlagssorten bis zu Kriterien für die Verlagssuche. Wie spricht man einen Verlag professionell an? Von der Messebekanntschaft bis zu Anschreiben und Telefonat. Und, nicht zu vergessen: Was sollte man über Verlagsvertrag, Honorar und Co. wissen?

3. Schreiben: Die Manuskriptphase

Wie kann ein Autor das „Projekt Buch“ zeitlich und persönlich vernünftig stemmen? Warum ist es wichtig, beim Schreiben an den Leser zu denken und für diesen zu schreiben? Welche „Tugenden“ können (und sollten) Fach-, Sach- und Ratgeber-Autoren mitbringen? Und was kann man tun, um „wie geschmiert“ zu schreiben? Von einer guten Arbeitsumgebung über eine vernünftige Einteilung seiner Kräfte bis zur Überarbeitung.

4. Darüber schreiben lassen: Buch-PR und Vermarktung

Was kann der Autor tun, um bei der Vermarktung seines Buches zu helfen? Von Pressearbeit, Gastbeiträgen und Rezensionen über Buchmessen, Vorträge und andere Veranstaltungen bis zur eigenen Webseite für Autor und / oder Buch. (Achtung: Meine Ausgabe des rezensierten Buches ist schon etwas älter. Sie ist zwar nach wie vor aktuell, doch der Teil „Marketing im Internet“ würde heute sicher umfangreicher ausfallen als bei der mir vorliegenden Version.)

Zum Schluss hängen die Autoren noch als Beispiel ihr eigenes Exposé an, mit dem ihr Buch erfolgreich von einem bekannten Verlag angenommen wurde. Es gibt ein paar Literatur- und Webtipps und die übliche Vorstellung der Autoren.

Wie gesagt, das Buch wurde von Agentur-Leuten (durchaus zur Selbstbewerbung) geschrieben, logischerweise vertritt es die Position und Perspektive einer Agentur. Es will der anvisierten Zielgruppe das Buch als Marketinginstrument schmackhaft machen, auch wenn es einen (auf diesem Wege) unterm Strich mehr kosten sollte, als es einbringen kann. Und es macht, zumindest für meinen Geschmack, auch ein bisschen Druck nach dem Motto: „Machen Sie besser alles so, wie es der Verlag will, denn die Verlage können sich aussuchen, mit wem sie zusammenarbeiten wollen.“ (Mit dem weiterführenden Gedanken: „Wobei wir als Agentur Ihnen helfen werden.“) Dem steht die Realität knapp zehn Jahre später gegenüber, in der Selfpublishing und Selbstverleger den klassischen Verlagen zunehmend erfolgreich „Konkurrenz machen“ – oder beide eine gute Symbiose eingehen.

Doch davon ab ist dieses Buch ein sehr professioneller, detaillierter, kenntnisreicher Blick „hinter die Kulissen“. Den ausführlichen Teil zur Konzeptentwicklung finde ich prima, das trifft man sonst eher selten. Das angehängte Exposé ist sehr hilfreich. Die Schreibtipps sind ein erster Einstieg. Und die Vermarktungstipps sind ein schöner Überblick, welche Möglichkeiten ein Autor hat, um beim Verkauf seines Buches zu helfen.

Ich finde das Buch klar und sehr verständlich geschrieben. Beispiele aus dem Agenturbetrieb veranschaulichen alles, und eine Zusammenfassung am Schluss jedes Kapitels bringt das Gesagte noch einmal auf den Punkt.

Fazit: Ein guter Wurf, sehr empfehlenswert.

© 2014 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 05.05.14

Oliver Gorus, Jörg Achim Zoll, Erfolgreich als Sachbuchautor. Gekonnt publizieren – von der Buchidee bis zur Vermarktung, Offenbach 2006, 333 Seiten

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