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2007 - 2010
Heike Thormann Alle Rechte vorbehalten. Abdruck & Verwendung nur mit schriftl. Genehmigung. |
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von Heike Thormann Von Paul Watzlawick habe ich zuerst das Buch "Anleitung zum Unglücklichsein" gelesen – und war begeistert. Auch die Themen des Kommunikationsforschers, Professors für Psychotherapie und Philosophen sprechen mich an. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an dieses Buch. Aber der Reihe nach. In den 1960er und 1970er Jahren schlug Watzlawick hohe Wellen mit seiner These, dass es keine objektive, für alle gleiche Wirklichkeit gäbe. Vielmehr bastle jeder munter an seiner eigenen Wirklichkeit und beziehe dazu vor allem auch die Ergebnisse der Kommunikation mit seinen Mitmenschen ein. Dazu mal ein klassisches Beispiel: Er und Sie sitzen im Restaurant. Sie sagt zu ihm "es zieht", womit sie ihn indirekt bitten könnte, etwas zu unternehmen und beispielsweise einen neuen Tisch zu besorgen. Er versteht das aber nur sachlich und stimmt trocken zu "richtig". Prompt kann der Haussegen schiefhängen. Schießlich hat a) er für sie nicht das getan, worum sie ihn gebeten hat. Und b) versteht er nicht, warum sie jetzt aus dem Häuschen ist und – wenn so etwas öfter vorkommt – angesichts seiner vermeintlichen Lieblosigkeit vielleicht sogar die Beziehung in Frage stellt. Um solche Zusammenhänge zwischen Kommunikation und Wirklichkeit geht es auch im vorliegenden Buch. Das Buch gliedert sich in drei Teile:
So weit, so gut. Jetzt kommen meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Zum einen ist es aufgrund des Layouts und des starken Fließtextes mitunter schwer zu lesen. Ich vermisse zudem einen roten Faden in dieser "Auswahl von Aspekten aus der Kommunikationsforschung". Vor allem fehlt mir aber die Übertragung auf den Alltag beziehungsweise alltagspraktische Probleme. Als "Otto-Normal-Leser" kann ich mit Außerirdischen und Tieren (aus Teil 3), Spionagefällen oder hoher Politik (Teil 2) wenig anfangen. Ich bin an mir, meinen Mitmenschen und meiner Kommunikation im Alltag interessiert. Ich möchte sagen können: Aha, so ist das also. Deshalb funktioniert das so und so. (Oder funktioniert es eben auch nicht.) Deshalb dürfte das Buch wohl am besten beim generell populärwissenschaftlich interessierten Publikum ankommen. Alle, die einfach mal in das Spannungsfeld zwischen Kommunikation und Wirklichkeit eintauchen und dafür "sensibilisiert" werden wollen, sind hier richtig. Fazit: Ein Einblick in wirklich wichtige Zusammenhänge. Wem ein erstes Eintauchen in das Thema reicht, oder wer genug Geduld mitbringt, sich so manches Detail selbst herauszuholen, wird an den Geschichten um sprechende Pferde, sich in die Irre führende Geheimdienste oder an den Sprachschwierigkeiten verzweifelnde internationale Politiker seinen Spaß haben.
Verschlagwortung: Kommunikation, kommunizieren, Sprache und Denken, sich verstehen, sich verständigen, Sprachfehler, Kommunikationsfehler, Denkfehler © 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 23.06.09
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