Bleiben Sie auf dem Laufenden:
Newsletter lesen »
Feed lesen »




Rainer M. Holm-Hadulla, Kreativität. Konzept und Lebensstil.

Kreativität ist mehr als nur Kreativitätstechniken. Sie hängt von unserer Persönlichkeit ab. Sie formt unsere Psyche. Sie beeinflusst unser Leben. Oder auch umgekehrt: All das formt unsere Kreativität. Lesen Sie, worin sich zum Beispiel der kreative Künstler vom kreativen Unternehmer unterscheidet, wie beide jeweils ihre Kreativität fördern können und vieles andere mehr.

Kreativität ist mehr als nur Kreativitätstechniken. Sie hängt von unserer Persönlichkeit ab. Sie formt unsere Psyche. Sie beeinflusst unser Leben. Oder auch umgekehrt: All das formt unsere Kreativität. Lesen Sie, worin sich zum Beispiel der kreative Künstler vom kreativen Unternehmer unterscheidet, wie beide jeweils ihre Kreativität fördern können und vieles andere mehr.

Holm-Hadulla beginnt sein Buch „Kreativität. Konzept und Lebensstil“ noch recht klassisch. Kreativität sei zu einem Erfolgsfaktor geworden, um die Herausforderungen unserer Zeit meistern zu können. Und nur, wer sie versteht, könne sie auch anwenden und fördern.

So weit, so gut. Doch wer jetzt ein Buch mit den üblichen Kreativitätstechniken und kreativitätsfördernden Faktoren erwartet hat, irrt. Holm-Hadulla ist hier erfrischend anders, indem er seinen Ansatz als Psychotherapeut, Professor und Coach einbringt. Ihm geht es eher um persönliche und psychische Einflüsse auf die Kreativität, und darum, wie Kreativität unsere Persönlichkeit und Psyche bereichern kann.

Los geht es mit einem kleinen Überblick über die Kreativität. Was macht sie aus? Was prägt sie? Wie wichtig sind Begabung, Motivation, die Persönlichkeit und die Umgebung für unsere Kreativität?

Spannend finde ich den nächsten Abschnitt zur Kulturgeschichte der Kreativität. Das habe ich so noch nicht gesehen. Holm-Hadulla reist durch die Geschichte. Er zeigt, wie Kreativität in den verschiedenen Kulturen von der Steinzeit bis heute gesehen wurde, was man von ihr erwartet hat, wie man sie eingesetzt hat.

Danach geht es um die kreative Persönlichkeit. Welche Eigenschaften sind förderlich für die Kreativität? Was begünstigt sie? Was hemmt sie? Schön finde ich hier, wie gesagt, den leicht anderen Zuschnitt auf Persönlichkeitsentwicklung und Psyche.

Auch der folgende Teil ist ungewöhnlich. Hier nimmt sich der Autor einzelne Lebensbereiche wie Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst vor und spürt jeweiligen „Kardinaltugenden“ unternehmerischer, wissenschaftlicher, künstlerischer und so fort Kreativität nach.

Das heißt, er schert nicht alles über einen Kamm. Der kreative Künstler unterscheidet sich für ihn deutlich zum Beispiel vom kreativen Unternehmer. Beide zeichne ein teils völlig anderes Verständnis von Kreativität aus. Sie nutzen sie anders, und sie brauchen auch jeweils andere Bedingungen, um ihre künstlerische oder unternehmerische Kreativität zu fördern.

Auch diese Unterscheidung habe ich so noch nicht gesehen. Doch sie trifft ins Mark. Kreativität kann nur dann ihre volle Kraft entfalten, wenn sie sich an die verschiedenen Persönlichkeiten und Bedürfnisse ihrer Anwender anpasst. Der introvertierte, zurückgezogene Künstler ist eben ein ganz anderer Schlag als der quirlige, lautstarke Politiker oder der ausdauernde, experimentierende Wissenschaftler.

Das folgende Kapitel kommt bei mir nicht ganz so gut an, da es aus starker Eigenwerbung für die eigene Beratungs- und Coaching-Praxis besteht. Immerhin sind einige Fallbeispiele interessant, die zeigen, wie man die Probleme von einzelnen Kreativen oder ganzen Unternehmen durch eine fundierte Beratung lösen kann.

Die folgenden Kapitel finde ich eher knapp und blass geraten.

Das Thema „Kreativität im Alltag“ mit den drei Beispielen Erziehung, Partnerschaft und Alter ist an sich sehr interessant, kommt bei mir aber zu schwach rüber. Man hätte mehr daraus machen können, wie man sein Leben kreativ gestalten kann.

Ähnlich sieht es mit dem Kapitel „Lebenskunst und Kreativität“ aus, mit dem der Autor zu begründen versucht, warum Kreativität ein Teil der ars vivendi, der Lebenskunst, ist.

Noch einmal schön finde ich dann das letzte Kapitel. Hier spielt Holm-Hadulla wieder seine Stärke aus und widmet sich den emotionalen und psychischen Zerreißproben, denen Kreative oft ausgesetzt sind. Doch dabei bleibt er nicht stehen. Er schildert auch, wie man „ganz normal“ psychische Konflikte mit Hilfe der Kreativität bewältigen kann.

Kreativität hat sozusagen ein Janus-Gesicht. Sie fordert und belastet. Aber sie löst auch und heilt. Jedenfalls dann, wenn man mit ihr umzugehen weiß. 😉

Fazit: Kreativität, Kreative und die Psyche. Das ist der faszinierende Mix in diesem Buch. Wer mehr als „nur“ die üblichen Kreativitätstechniken haben möchte, ist an der richtigen Adresse.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 13.09.2010

Rainer M. Holm-Hadulla, Kreativität. Konzept und Lebensstil. Göttingen 2007 (2. überarbeitete und ergänzte Auflage von 2005), 163 Seiten

Bei amazon bestellen …
(Partner-Link, kleine Umsatzbeteiligung für mich)

Möchten Sie meinen Beitrag weiterempfehlen? Dann sage ich mal: Danke. :-)