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Es ist schon paradox: Nicht nur in Zeiten der Krise rufen Unternehmen nach Innovation und Fortschritt, nach kreativen Mitarbeitern und Ideen. Gleichzeitig halten sie aber an erstarrten Strukturen fest und tun alles, damit ihre Mitarbeiter sich möglichst konform verhalten.

Auf diese Weise bleiben kreative Ideen jedoch allenfalls Zufallsprodukte. Um Kreativität und Innovationsgeist dauerhaft zu verankern, müssen Unternehmen bereit sein, ihre eingefahrenen Prozesse immer wieder anzuzweifeln und auf den Kopf zu stellen. Selbst auf die Gefahr hin, Leute, die nur auf kurzfristige Gewinne bedacht sind, zu vergrätzen.

Der Unternehmensberater und Professor für Management Science Robert Sutton gibt Tipps, wie man mit solchen scheinbar abwegigen Führungsgrundsätzen die Kreativität fördern kann.

Dazu gehört zum Beispiel:

  • Leute einzustellen, die sich nur langsam den Firmenregeln anpassen
  • Leute einzustellen, die einem unsympathisch sind oder die man nicht braucht
  • Mitarbeiter zu ermuntern, ihre Vorgesetzten zu ignorieren und herauszufordern
  • Mitarbeiter zu konstruktiven Konflikten zu ermuntern
  • nicht nur Erfolge, sondern auch Misserfolge zu belohnen
  • sich etwas vorzunehmen, was vermutlich scheitern wird
  • etwas scheinbar Lächerliches umsetzen zu wollen
  • vergangene Erfolge komplett zu ignorieren
  • und anderes mehr.

Jede „schräge Idee“ wird ausführlich und an zahlreichen Beispielen aus der Praxis erläutert. Schön finde ich, dass Sutton hier nicht nur mit Behauptungen um sich wirft, sondern wirklich in die Tiefe geht und erklärt, warum seine Tipps funktionieren und zu welchen Ergebnissen sie führen können.

Kapitelweise Zusammenfassungen lockern dabei das ansonsten zwar flüssig, aber doch recht mühsam im Fließtext geschriebene Buch auf.

Dazu gibt es noch einen umfangreichen Anmerkungsappat (man merkt, durchaus wohltuend, den Wissenschaftler ;-)) und ein Personen- und Firmenregister.

Ein schönes Buch – und offenbar notwendig. Denn so schräg, wie die Regeln im Originaltitel genannt werden, sind sie oft gar nicht. Oder sie sollten es nicht sein.

So will beispielsweise die vermeintlich schräge Idee, etwas Lächerliches umsetzen zu wollen, in Wirklichkeit helfen, unbewusste Voreingenommenheit zu durchbrechen und für scheinbar selbstverständlich erachtete Annahmen („das ist doch verrückt, vergiss es“) zu hinterfragen.

Dazu menschlich, sympathisch und ohne erhobenen Zeigefinger geschrieben.

Fazit: Ein flüssig geschriebenes Wirtschaftsbuch, das den Unternehmensalltag zum Wohle der Kreativität auf den Kopf stellen kann. Dank der allgemeingültigen Prinzipien dahinter auch für kleine Unternehmen oder Selbstständige interessant.

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 04.03.09

Robert I. Sutton, Stellen Sie Leute ein, die Sie eigentlich nicht brauchen. 11,5 Regeln für kreative Manager, München 2003 (am. Original 2001), 367 Seiten

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