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Dachten Sie, alle Menschen seien gleich? Irrtum vom Amt. 😉 Es sind die Unterschiede, die für den Reiz, allerdings auch für zwischenmenschliche Probleme sorgen. Immerhin soll es einige „Grundmuster“ geben, nach denen man einzelne „Typen“ unterscheiden kann. Und diese Typen helfen, sich selbst und andere besser zu verstehen.

Wer bin ich? Wer bist Du? Wer glaubt, dass wir alle dieselben sind, der ist auf dem Holzweg.

Wir nehmen anders wahr, wir denken anders, wir haben eine andere Persönlichkeit. Was für den einen gut und richtig ist, ist für den anderen einfach nur daneben. Und schon haben wir den Salat und die Quelle schönster zwischenmenschlicher Probleme und Streits.

Damit das jetzt nicht passiert und damit Sie herausfinden können, wer eigentlich zu Ihnen passt und wer nicht, haben die Psychotherapeutinnen und Psychologinnen Stahl und Alt dieses Buch geschrieben.

Sie stützen sich dabei auf die Typenlehre nach dem Psychoanalytiker Carl Gustav Jung sowie auf einige spätere Ergänzungen.

Danach soll es vier „Temperamente“ geben:

Die einen sind introvertiert und brauchen ihre Ruhe, um ihren Akku wieder aufzuladen. Die anderen sind extrovertiert und gehen ein, wenn sie zu lange allein sind.

Die einen nehmen über die Sinne wahr, sie haben einen Blick für Fakten und Details. Die anderen nehmen über die Intuition wahr. Ihre starke Seite sind das Unbewusste, sind Muster und Assoziationen.

Die einen entscheiden mit ihrem Verstand, es geht ihnen um die Sache. Die anderen entscheiden „mit dem Gefühl“, es geht ihnen um Ausgleich und Harmonie.

Die einen sind „Beurteilungstypen“, sie haben eine klare Meinung, sind in der Regel gut strukturiert und wollen die Dinge möglichst schnell über die Bühne bringen. Die anderen sind „Wahrnehmungstypen“, sie tun sich mit Entscheidungen eher schwer und wollen sich möglichst viel offenhalten.

Natürlich kommt keiner dieser Typen in „Reinform“ vor, doch meistens neige man eher zu der einen oder anderen Richtung. Zudem könne man diese „Obertypen“ noch untereinander kombinieren und 16 „Untertypen“ herausarbeiten.

Die Autorinnen stellen diese „Untertypen“ jeweils mit einigen typischen Eigenschaften und Verhaltensweisen vor. Zusätzlich weisen sie auf „Probleme und Entwicklungsmöglichkeiten“ der einzelnen Typen hin, so dass man ein wenig an sich selbst feilen kann. Und sie geben kurze Tipps, wie man mit einem entsprechend veranlagten Mitmenschen am besten auskommt.

Ein Test am Ende des Buches hilft dem Leser dabei, seinen eigenen Typ herauszufinden. Zudem gibt es noch ein paar Tipps, wie man – angesichts all der Schwierigkeiten, die die unterschiedlichen Typen mit sich bringen – besser miteinander kommuniziert.

Der Leser soll a) mehr Toleranz für den anderen entwickeln, und b) am eigenen Verhalten arbeiten.

Das heißt, er soll a) erkennen, dass es diese Unterschiede überhaupt gibt und dass man das Verhalten anderer deshalb nicht persönlich nehmen muss. Egal, wie sehr es einem gegen den Strich geht. Und er bekommt b) Tipps mit, wie er seine eigenen Verhaltensweisen verändern kann, um mit Menschen klarzukommen, die nicht dem eigenen Typ entsprechen.

Diesem Ziel des Buches kann ich mich voll anschließen, auch wenn ich eine „Typisierung“ immer etwas heikel finde.

So habe ich schon bei meinem eigenen Test gemerkt, dass ich mich in etlichen Fällen nicht klar zuordnen konnte. Manche Fragen trafen beispielsweise nicht (genau genug) auf mich zu. Oft hatte ich relativ viel von sich eigentlich widersprechenden Typen in mir. (Was aber auch typisch für Kreative sein soll. ;-)) Und teilweise habe ich mich auch verändert. Das heißt, ich war offenbar früher ein anderer Typ, als ich es heute bin.

Dennoch: Ich habe mich oft in „meinem“ Haupt-Typ wiedererkannt.

Man sollte dieses Modell deshalb einfach als Modell nehmen und es nicht wie eine Blaupause den Menschen überzustülpen versuchen. Das große Verdienst dieses Buches ist es, zu zeigen, wie viele Muster, Eigenschaften und Verhaltensweisen es überhaupt gibt, und wie man mit ihnen besser umgehen kann. Es schärft den Blick sowohl für sich selbst als auch für andere.

Fazit: Wer keine hundertprozentig sichere Allzweckwaffe erwartet, doch ein bisschen mehr Verständnis für sich und den anderen bekommen möchte, ist hier richtig.

© 2011 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 01.09.11

Stefanie Stahl und Melanie Alt, So bin ich eben! Erkenne dich selbst und andere, Hamburg 2009 (6. Auflage), 270 Seiten

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