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Viele Kreative haben ein gespaltenes Verhältnis zum Geld: Man braucht es, doch man verflucht es auch. Doch viele (nicht nur) Kreative stellen auch regelmäßig fest, dass “am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist”.
Wenn es Ihnen auch so geht, könnten die Tipps des FinanzPlan Coachs Kaiser etwas für Sie sein.
Eines vorweg: Die meisten Menschen haben eine unterschiedliche Einstellung zum Geld.
- Manche brauchen es für ihr Selbstwertgefühl oder den sozialen Status.
- Andere hamstern es für ihr Sicherheitsbedürfnis und eine relative materielle “Sorgenfreiheit”. (Obwohl man in der Regel als Vermögender wieder andere Sorgen hat, aber das ist ein anderes Thema.)
- Andere wollen sich Luxus, Konsum oder schöne Dinge gönnen können.
- Und für “notorische Idealisten” wie mich ist Geld schlichtweg ein Handwerkszeug, mehr nicht.
Für den Autor Stephan Kaiser ist Geld nach eigener Aussage ein Mittel für mehr Sicherheit, Freiheit, Spielraum und Spaß im Leben. Etwa nach dem Motto: Wenn ich genug Geld habe, muss ich mich nicht im Hamsterrad des “Geld-Verdienen-Müssens” abstrampeln.
Ich stimme hier teils zu, teils würde ich – wer mich kennt, weiß das wohl auch schon zur Genüge – den Fokus eher darauf setzen, für das, was mir Spaß macht und was mir ein Gefühl der Freiheit gibt, bezahlt zu werden. Dann ist das auch kein Hamsterrad und Abstrampeln mehr, sondern kreative Leidenschaft.
Doch Armut ist kein Wert an sich und wer materielle Sorgen hat, kann sich nicht frei entfalten und büßt deutlich an Lebensqualität ein. Etwas, was viele Kreative ganz gern übersehen. Deshalb bringe ich auch immer mal einen Tipp zum Thema Geld verdienen, (Selbst-) Marketing, Werbung oder Ähnliches.
Wie kommt man jetzt zu Wohlstand?
Dazu hat der unabhängige FinanzPlan Coach und Trainer Kaiser im Grunde zwei Ansätze: A) Sparen, was das Zeug hält. Und B) dieses Geld sorgfältig und klug anlegen. Ach ja, und nicht zu vergessen: C) mit der richtigen Einstellung das gewünschte Geld auch anziehen.
Der Leser findet in den “8 Grundgesetzen des Wohlstands”
- viele Spartipps, die teils auch sehr konkret ausfallen, wie etwa, welche Versicherungen man abschließen sollte und welche eher nicht
- einige erste Tipps, wie man sein Geld gut anlegt
- wichtige Impulse, sein Verhältnis zum Geld zu hinterfragen; denn wir bekommen schließlich nur dann das, was wir haben wollen, wenn wir es auch wirklich haben wollen; und wer Geld im Stillen für verdammenswert oder Ähnliches hält, wird es nicht gerade zu sich einladen; eine Erfahrung, die ich durchaus selbst gemacht habe
Mit anderen Worten: Es ist – wie er selbst auch sagt – eine Mischung aus eigentlich selbstverständlichen Alltagstipps und “höherer Finanzmathematik” wie Versicherungen, Kapitalanlagen und so fort. Dass die Alltagstipps doch nicht so selbstverständlich sind, zeigen die hohen Überschuldungsraten vieler Leute.
Der Autor schreibt gut, flüssig und humorvoll. Er bringt auch viele eigene Beispiele zur Veranschaulichung ein.
Ich hätte mir manchmal ein etwas sorgfältigeres Lektorat gewünscht – wobei ich die Betriebsblindheit bei Eigenproduktionen kenne. Und ich hätte mir mehr Tipps zum Thema “Geld vermehren – Geld anlegen” oder Ähnliches gewünscht. So ist es über weite Strecken ein Buch, wie man überflüssige Ausgaben vermeidet. Zudem machen die “8 Grundgesetze des Wohlstands” sehr stark Werbung für weitere eigene Produkte und Dienstleistungen.
Es bleibt ein etwas gemischter Eindruck zurück. Ich denke, man hätte noch mehr aus dem Thema herausholen können. Und die häufige Eigenwerbung stößt mitunter eher ungut auf. Doch wer sich mit seinen Finanzen schwer tut und sich fragt, warum “am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist”, der wird hier sicher gut bedient sein.
Fazit: Vor allem Sparfüchse kommen hier auf ihre Kosten und alle, die lernen wollen, wie man seine Finanzen besser handhabt.
© 2012 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 24.01.12
Stephan Kaiser, Die acht Grundgesetze des Wohlstands, BOD-Verlag Norderstedt 2011, 216 Seiten
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