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Vera F. Birkenbihl, Stroh im Kopf? Vom Gehirn-Besitzer zum Gehirn-Benutzer.

Nur wenige Autoren und Trainer spalten ihre Leser so wie Vera F. Birkenbihl. Die einen sind begeistert, die anderen können mit ihr nichts anfangen. Doch sie gilt auch völlig zu Recht als „eine der ganz Großen der Szene“. In ihrem Buch „Stroh im Kopf“ gibt sie Tipps, wie man besser lernt und lehrt.

Ich muss zugeben, als ich das erste Mal Vera F. Birkenbihls „Stroh im Kopf“ in der Hand hielt, kam ich damit nicht sonderlich gut klar. Das ist jetzt ein paar Jahre her. Mittlerweile habe ich mich möglicherweise ein wenig an ihre Schreibweise gewöhnt. Doch ich finde es immer noch schwierig, der visuellen Gestaltung ihrer Texte zu folgen. Ich kann es nachvollziehen, dass sie ihre Leser spaltet.

Doch die Autorin hat auch viele gute Ideen. Und nur, weil ich offenbar anders denke als sie, ist das kein Grund, auf diese Ideen zu verzichten.

Vera F. Birkenbihl ist durch harte Arbeit und geschicktes (Selbst-) Marketing eine der bekanntesten Trainerinnen für Themen wie Lerntechniken, Denktechniken, Kreativität, Kommunikation, Persönlichkeitsentwicklung und mehr.

Der Schwerpunkt ihres Buches „Stroh im Kopf“ ist das Lernen und die Frage, wie wir am besten lernen. Zudem stellt sie Techniken vor, wie wir das, was wir lehren und lernen, gehirn-gerecht – und damit besonders verständlich – aufbereiten.

Sie schreibt unter anderem über folgende Inhalte:

  • Über ihre Lern-Tools KaGa (Kreative Analografie, grafische Assoziationen), KaWa (kreative Analografie, Wort-Assoziationen), das Wissens-Netz und die Wissens-ABCs
  • Über das Lernen in Kategorien, über Lernkurven, wie man durch Schreiben lesen lernt und den Vorteil von Wiederholungen
  • Über Neurobics, das Parallel-Lernen und die Bedeutung von positiven Formulierungen fürs Lernen
  • Über Rhetorik, Tipps für Vorträge und wie man nach der Birkenbihl-Methode Sprachen lernt
  • Wie man Verhaltensweisen trainiert und sich ungute TV-Gewohnheiten abtrainiert
  • Und anderes mehr

Dazu kommen einige Denksportübungen sowie Auszüge aus ihrer „Wandzeitung“ zum Thema Lernen. (Das sind Briefwechsel zwischen ihr und ihren Lesern, die sie auf ihrer Webseite veröffentlicht.)

Im Anhang gibt es dann einige „Merkblätter“, wobei mir nicht ganz klar ist, nach welchen Kriterien sie sie ausgesucht hat. Teilweise ergänzen sie Texte, teilweise bringen sie weitere, ergänzende Punkte. Dazu kommt ein bisschen zur Hirnforschung, wie man vergriffene Bücher sucht und anderes mehr.

Ein Literatur- und Stichwortverzeichnis schließt das Buch ab.

Wie ich oben schon erwähnte, komme ich mit dem Layout von „Stroh im Kopf“ nicht gut zurecht. Ich finde es sehr unruhig und schwer zu lesen. Ich würde auch andere Textstellen als sie durch Fettdruck hervorheben. Ich scheine hier wohl wirklich grundsätzlich anders zu denken.

Dann vermisse ich natürlich meinen heißgeliebten roten Faden. Auf mich macht ihr Buch ein bisschen den Eindruck eines Sammelsuriums. Das wird noch gestützt durch die – quasi lexikalische – Ordnung nach dem Alphabet.

Auch die Beiträge aus ihrer „Wandzeitung“ wirken auf mich eher wie ein „Lücken- oder Platz-Auffüller“. Meines Erachtens hätte man das Buch locker auf ein Drittel einstampfen und dazu auch klarer und konkreter schreiben können.

Und womit sie ihre Leser ebenfalls spaltet, ist das mitunter exzessive Selbstmarketing, das sie in ihren Büchern betreibt. Auf nüchternere Seelen, die diesen „USA-Ton“ nicht gewohnt sind, dürfte sich das schon mal störend auswirken. (Ich fürchte, ich gehöre dazu. ;-))

Andererseits hat sie viele gute Techniken und Methoden entwickelt und sich sehr um das Thema Lernen verdient gemacht. Auch den Wandzeitungs-Beiträgen merkt man ihr großes Engagement für die Sache und die Lernenden an. Sie ist mit Leib und Seele eine „Helferin“ und wird zu Recht als „Klassikerin“ gehandhabt. Alles andere ist Geschmacksfrage, und über Geschmack lässt sich nicht streiten.

Fazit: Es gibt vermutlich nur wenige Autoren und Trainer, die ihre Leser so sehr spalten wie Vera F. Birkenbihl. Doch sie ist völlig zu Recht eine der „ganz Großen der Szene“. Wer von ihr lernen will, sollte sich deshalb auf ihren Stil einlassen können.

© 2011 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 01.10.11

Vera F. Birkenbihl, Stroh im Kopf? Vom Gehirn-Besitzer zum Gehirn-Benutzer, München 2009 (48. korrigierte und überarbeitete Auflage des Originals von 1983), 336 Seiten

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