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William Zinsser: Nonfiction schreiben

William Zinssers „Nonfiction schreiben“ ist ein Klassiker, Bestseller und Longseller. Das Buch hat – mit Aktualisierungen – über 30 Jahre auf dem Buckel, ist über eine Million mal verkauft worden und im anglo-amerikanischen Raum ein stehender Begriff.

Sein Autor, der freie Autor, Herausgeber und Dozent Zinsser, richtet sich damit ausdrücklich nicht nur an „Leute vom Fach“. Der deutsche Titel deutet schon an, dass sich möglichst viele Menschen angesprochen fühlen sollen: Egal, ob sie nur in ihrem jeweiligen Alltag und Beruf den Stift in die Hand nehmen, oder ob sie lernen wollen, wie man gut schreibt.

Diesem Ziel nähert er sich in vier Abschnitten:

Die „Grundsätze“ im ersten Teil befassen sich ein wenig mit dem Schreibhandwerk an sich und der Einstellung zum Schreiben. Seinen eigenen Stil entwickeln, Sprachballast loswerden, mit klarem Denken auch klar schreiben und mehr sind die Themen.

Besonders schön finde ich den zweiten Teil zu den „Methoden“. Die „22 Schreibtipps“ sind eine reiche, wenn auch nicht unbedingt nach nachvollziehbaren Kriterien zusammengestellte Sammlung von wichtigem Schreib-Know-how auf engstem Raum. Auch Punkte wie Anfang, Ende und einheitliche Gestaltung eines Textes kommen gut.

Der „Genre-Teil“ fällt meines Erachtens etwas ab. Oder genauer: Er hat das Problem, dass die Einführungen in die Besonderheiten der einzelnen Genres aufgrund ihrer Kürze für Anfänger nur bedingt zu gebrauchen sind und für Fortgeschrittene zu flach ausfallen. Immerhin: So manches Highlight und versüßender Insidertipp findet sich auch hier.

Der letzte Abschnitt zur „inneren Haltung“ schlägt den Bogen zurück zum ersten Teil. Selbstzweifel überwinden, sich selbst motivieren, seine eigene Stimme finden, Interesse am Thema, Entscheidungen beim Texten – Zinsser weiß um den Zusammenhang von Psyche und Schreiben.

Was das Buch für mich aber wirklich zum Hochgenuss macht, ist seine Sprache. Extrem klar und leicht verständlich, ohne dabei platt zu wirken oder an Niveau zu verlieren. Man merkt ihr Zinssers lange Erfahrung und seine nimmermüde Überarbeitung an. Wer aufmerksam liest, kann allein aus diesem Vorbild viel lernen.

Ich habe dieses Buch auf einer langen Zugfahrt buchstäblich verschlungen und werde es mir sicher noch öfter vornehmen.

Fazit: Leichte Schwächen in Aufbau und Konzept, aber davon ab ein Genuss. Jedem, der sich für das Schreiben interessiert, zu empfehlen.

© 2008 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 15.07.08

William Zinsser, Nonfiction schreiben. Reisebericht – Biografie – Kritik – Business – Fach- und Sachbuch – Wissenschaft und Technik, Berlin 2001/2006 (am. Original 1976), 217 Seiten

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