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Wolf Schneider, Deutsch fürs Leben. Was die Schule zu lehren vergaß.

Im Deutschunterricht sollten wir schreiben lernen. Doch in vielen Fällen ist das nach wie vor blanke Theorie. Kein Wunder, dass Wolf Schneider mit seinem Buch „Deutsch fürs Leben“ einen Bestseller und einen Longseller landete. Der „Papst der Sprache und Stilkunde“ weiht Sie in die Geheimnisse der schönen Sprache ein.

An Wolf Schneider scheiden sich die Geister. Für die einen ist er der „Papst“ der deutschen Sprache und Stilkunde. Die anderen hängen sich genau daran auf: An seinem Stil. 😉

Schneider war Leiter der Hamburger Journalistenschule, Korrespondent und Chefredakteur. Er hat über 20 Bücher geschrieben.

In seinem Buch „Deutsch fürs Leben“ hat er die deutsche Sprache auf 50 Regeln verdichtet. Mit diesem „Deutschkurs“ richtet er sich natürlich vor allem an alle, die schreiben; aber auch an alle, die (viel) lesen und die ihr Sprachwissen beständig erweitern wollen.

Zum Inhalt:

Die richtige Einstellung: Wenn ich schreibe, sollte ich in erster Linie für den Leser schreiben. Das ist Arbeit, keine „Selbstbeweihräucherung“. 😉 Doch ohne eine solche Bereitschaft komme ich mit meinen Büchern und Texten nicht weit.

Die richtigen Wörter: Fort mit Wortballast wie überflüssigen Adjektiven, Amtssprache, Klischees und dem fatalen, blutarmen Passiv. Kraftvoller sind Verben und eine aktive Sprache. Bildhafter sind Synonyme und Co.

Die richtigen Sätze: Wie gehe ich mit Haupt- und Nebensätzen um? Wie vermeide ich die berühmt-berüchtigten Schachtelsätze? Von welchen Satzformen sollte ich besser die Finger lassen? Und wie erreiche ich nun einen guten, leicht lesbaren Satz?

Die volle Klahrheit: Hier gibt Schneider einige Tipps, wie ich verständlicher schreibe. Also indem ich zum Beispiel Kompliziertes doppelt sage. (Redundanz) Indem ich Ja statt Nein sage. Indem ich auf eine gute Gliederung achte, und mehr.

Die richtigen Lesehilfen: Wie verwende ich die Satzzeichen? Wie kann ich mit ihnen meine Texte pointierter gestalten? Wie schreibe ich Zahlwörter und Ziffern?

Die richtigen Reize: Wie „peppe“ ich meine Texte auf? Wie biete ich meinen Lesern Anregung und Aha-Erlebnisse?

Der richtige Anfang: Wie steige ich in einen Text ein? Schneider nennt diverse Einstiegsformen.

Ein Namen- und Sachregister schließt das Buch ab.

Zudem bringt Schneider sehr viele Beispiele aus Journalismus und der „klassischen“ Literatur. Das finde ich sehr schön. So kann ich seine Ausführungen gut nachvollziehen.

Wie gesagt, an Schneider scheiden sich die Geister. Er gilt sicher zu Recht als *der* Kenner und Altmeister der deutschen Sprache und des richtigen Sprachgebrauchs.

Doch ich habe immer wieder Feedback von Lesern bekommen, die sich mit ihm schwertun. Und auch ich selbst denke, dass man vieles leichter, verständlicher, „appetitlicher“ schreiben könnte. Vielleicht merkt man ihm hier seinen Jahrgang (1925) an oder auch seine bewusste Anlehnung an das Bildungsbürgertum.

Davon abgesehen ist „Deutsch fürs Leben“ relativ leicht zu lesen. Es bietet sehr viele wichtige Informationen und Tipps rund um die deutsche Sprache. Und dem Untertitel kann ich nur zustimmen: Man sollte das alles in der Schule lernen, tut es aber oft nicht. Zumindest in meiner Schulzeit ging es viel um Textanalyse, weniger darum, wie man nun eigentlich schreibt. 😉

Fazit: Wer schreiben lernen will, sollte sich mit Sprache beschäftigen. Und wer bereit ist, sich auf Schneiders Stil einzulassen, findet hier eine reiche Fundgrube dafür.

© 2012 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 30.07.12

Wolf Schneider, Deutsch fürs Leben. Was die Schule zu lehren vergaß, Hamburg 2008 (18. Auflage von 1994), 223 Seiten

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