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2005 - 2008
Heike Thormann Alle Rechte vorbehalten. Abdruck & Verwendung nur mit schriftl. Genehmigung. |
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Artikel
"Schreiben Sie die Geschichte
Ihres Lebens" Warum Sie mit autobiografischem und kreativem Schreiben herausfinden können, wer Sie sind und was Sie wollen. von Heike Thormann, Kreatives Denken.com, Warendorf Seine Lebensgeschichte zu schreiben ist „in“ – und zwar nicht nur bei Berühmten und weniger Berühmten, die ihr Leben der Nachwelt hinterlassen wollen. Selbst bekannte Motivationstrainer empfehlen ihren Schützlingen die biografische Auseinandersetzung mit ihren Lebenszielen und –visionen. Denn seine Lebensgeschichte zu schreiben ist vor allem eines: Eine ideale Methode, um herauszufinden, wer man ist und was man will. Warum seine Lebensgeschichte schreiben? Warum herausfinden wollen oder müssen, wer man ist und was man will? Versteht sich das nicht von selbst? Nun, ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber wenn ich einmal mich als Beispiel nehme: Bei mir verstand sich das lange Zeit nicht von selbst. Dabei habe ich immer eher das getan, was mir wichtig war, und nicht das, was man von mir erwartet hat. Und trotzdem ... Es hat Jahre gedauert, bis ich wirklich wusste, was ich kann, was ich will und wie ich mein Leben gestalten möchte. Um ehrlich zu sein, es gibt Momente, da bin ich immer noch auf Suche. ;-) Der Haken an der Sache ist, dass wir zwar alles Mögliche lernen, von hard facts bis zu soft skills, aber die sogenannten Transferqualifikationen gehören nicht dazu. Transfer steht für Übertragung, Übergang und genau darum geht es. Um die Fähigkeit, Übergänge und Wechsel in seinem Leben zu meistern, sie und sein Leben bewusst zu gestalten. Das Leben verläuft heutzutage nicht mehr in vorgezeichneten Bahnen oder Rollen. Nicht nur die Verhältnisse ändern sich (das haben sie immer getan), sondern auch ganze Strukturen lösen sich in, historisch gesehen, teilweise atemberaubender Geschwindigkeit auf (und das ist neu). Wir haben die Freiheit der Wahl, wir haben aber auch die Qual der Wahl. Und damit ein Problem. Die Freiheit der Wahl Die Ehe ist keine Wirtschafts- und Zweckgemeinschaft mehr, die unter rationalen Gesichtspunkten geschlossen und nolens volens aufrechterhalten wird. Das Wort vom Lebensabschnittspartner hat längst die Runde gemacht. Der einmal erlernte Beruf mündet nicht mehr automatisch in ein lebenslanges Arbeitsverhältnis und Kinder treten nicht mehr wie selbstverständlich in die Fußstapfen ihrer Eltern. Mittlerweile sind nicht nur häufige Job-, sondern ganze Berufswechsel an der Tagesordnung und work-life-balance bedeutet auch, die Arbeit machen zu wollen, die zu einem passt und einem gefällt. Schließlich ist das Leben entschieden zu kurz, um es auf die Freizeit zu beschränken. Auch das Rentenalter ist kein mehr oder weniger kurzes Anhängsel mehr, das irgendwie verbracht werden will, sondern wird zu einem zusätzlichen Lebensabschnitt, der seine eigenen Anforderungen nach individueller Gestaltung stellt. Und so weiter, und so fort. Die Verpflichtung zur Wahl Wir haben also die Freiheit der Wahl, aber auch die Verpflichtung zur Wahl und immer noch ein Problem. Denn oft wissen wir nicht, wie wir mit dieser Freiheit umgehen, wie wir die Übergänge bewältigen sollen. Wir wissen vielleicht noch, was wir nicht wollen. Die Heerscharen von Unzufriedenen in Beziehung und Beruf sprechen Bände. Aber wir wissen nicht, was wir wollen. Wir wisssen nicht, was wir können. Wir wissen nicht, wie wir unser Leben gestalten sollen, damit wir glücklicher und zufriedener sind. Wir haben es nie gelernt. Schlimmer noch, wir trauen es uns nicht zu. Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Lieber irgendeinen Job als gar keinen Job. Lieber irgendeine Beziehung als gar keine Beziehung. Und wenn das Leben eher farblos und öde verläuft ... Nun ja, das Paradies hat man uns auch erst für das Jenseits versprochen. ;-) Nur: So kann man nicht leben. Und irgendwann wacht man auf und fragt sich: War das jetzt alles? Zieht Bilanz – und die fällt nicht unbedingt positiv aus. Zweifelt frühere Entscheidungen an – und erkennt, dass man allzu oft den Weg des geringsten Widerstandes gegangen ist. Sucht nach Möglichkeiten – und steht orientierungslos da. Schreiben als Mittel zur Selbsterkenntnis Hier kann autobiografisches und kreatives Schreiben ansetzen, Ihnen Orientierungshilfe und Wegweiser sein. Denn Schreiben ist immer auch ein Stück Selbsterfahrung. Beim Schreiben beschäftigen Sie sich mit sich selbst und damit, wie Sie die Welt sehen. Schreiben deckt Ihre Gefühle, Gedanken und Wahrnehmungen auf. Schreiben ist aber auch Denken auf Papier. Schreiben hilft Ihnen dabei, Ihre Gedanken zu ordnen und zu strukturieren, ihnen einen Sinn zu verleihen. Damit ermöglicht es Schreiben Ihnen, Ihre Denk- und Handlungsmuster zu erkennen, zu verarbeiten und zu interpretieren. Und schließlich ist Schreiben Handeln. Wenn Sie schreiben, nehmen Sie die Tat in Gedanken vorweg und gehen eine Verpflichtung mit sich selbst ein. Die Ergebnisse, die Sie produzieren, rücken der Umsetzung so ein gutes Stück näher. Kreatives Schreiben ist dabei eine Sonderform des Schreibens. Mit kreativen Schreibtechniken können Sie Ihre normale Selbstkontrolle und den inneren Zensor abschütteln. Wovon Sie sonst vielleicht nur zu träumen wagen, kann das kreative Schreiben freilegen und deutlich machen. Seine Stärke ist der Zugang zu Ihrem Unbewussten und damit zum eigentlichen Kern Ihres Selbst. Biografiearbeit, um Muster zu hinterfragen Vor allem aber können Sie mit der Arbeit an Ihrer Biografie Muster aus Erziehung und Umfeld aufdecken. Sie können Strukturen hinterfragen, die Sie vielleicht von klein auf geprägt haben und die Ihr Leben noch heute bestimmen. Denn ein großer Teil unserer Verhaltensweisen lässt sich direkt aus unserer Vorgeschichte erklären. Die Art und Weise, wie wir groß werden, die Werte, mit und zu denen wir erzogen werden, die Erfahrungen, die wir im Laufe des Lebens machen – alles hat Einfluss auf unsere Denk- und Handlungsweisen. Wichtig ist, dass Sie sich der Hintergründe bewusst sind. Dass Sie wissen und nachvollziehen können, warum Sie in Ihrem Leben bestimmte Entscheidungen treffen, warum Sie sich mit welchen Menschen umgeben, warum Sie über gewisse Dinge denken, wie Sie es tun. Und ganz besonders: Warum Sie wo von inneren Konflikten und Blockaden heimgesucht werden, die Sie ansonsten vielleicht nicht zuordnen oder gar lösen könnten. Suchen Sie deshalb nach Verlorengegangenem, machen Sie sich Zusammenhänge klar, erkennen Sie die tiefere Bedeutung von etwas für sich und Ihr Leben. Denn genau darum geht es: Nicht einfach nur (vor-) schnelle Antworten zu geben, die Sie vielleicht schon seit Jahren gebetsmühlenartig wiederholen. Sondern herauszufinden, ob diese Antworten auch wirklich stimmen. Seine Lebensgeschichte schreiben Warum also seine Lebensgeschichte schreiben? Weil wir unser Leben lang unfertig sind und uns permanent selbst erschaffen. Weil wir die Chance, aber auch die Pflicht haben, unser Leben in die Hand zu nehmen. Und weil wir, wenn wir die Geschichte unseres Lebens schreiben, in die Lage versetzt werden, dieses Leben nicht nur als Beobachter Revue passieren zu lassen, sondern konkret an Schaltstellen und Weichen anzusetzen, Entscheidungen zu hinterfragen und neue Möglichkeiten zu finden. Wir schreiben nicht nur die Geschichte unseres Lebens, sondern auch seine Zukunft - jedenfalls dann, wenn wir unsere Erkenntnisse auch umsetzen. ;-) Wie heißt es so schön: Wer seine Vergangenheit kennt, kann auch seine Zukunft formen. Schreiben Sie die Geschichte Ihres Lebens. Schreiben Sie Geschichte und machen Sie Geschichte – die Ihres Lebens und Ihrer Zukunft. Lernen Sie durch Ihre Lebensgeschichte, wie Sie zukünftige Übergänge meistern und aktiv werden können, damit die Freiheit wieder eines für Sie ist: ein Privileg und keine Qual. Über die Autorin Heike Thormann, Kreatives Denken.com, ist freie Trainerin und Beraterin, Redakteurin und Autorin. Als studierte Historikerin und Erwachsenenbildnerin mit langjähriger Erfahrung im Trainingsbereich hat sie sich auf die Themen Kreativität, Denken und Schreiben spezialisiert. Seit 2005 führt sie dazu bevorzugt Online-Kurse mit Teilnehmern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum durch. Dabei nutzt sie die Synthese von historischer Biografiearbeit und kreativem Schreiben, um Menschen zu helfen, ihrem Ich auf die Sprünge zu kommen und ihr Leben bewusst zu gestalten. Sie schreibt für verschiedene Fachmagazine und gibt mit ihrer Website www.kreativesdenken.com ein Online-Magazin zu ihren Fachthemen heraus. Leser finden hier zahlreiche praxisorientierte Artikel, Tipps, Downloads und Übungen sowie einen monatlichen Newsletter-Service. Kurstipp Schreiben Sie die Geschichte Ihres Lebens Finden Sie mit autobiografischem und kreativem Schreiben heraus, wer Sie sind und was Sie wollen Weitere Informationen und Kontakt Heike Thormann Kreatives Denken.com Zuhornstraße 4 48231 Warendorf Tel.: 02581 78 43 36 info@kreativesdenken.com http://www.kreativesdenken.com [Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht bei platinum-news.de, September 2007. © 2007 Heike Thormann]
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