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Kennen Sie den Schlüssel zu Ihrem Ich?

Die Erkenntnis ist nicht neu, aber durchschlagend: Wir alle folgen einem geheimen Bauplan, der unserem Leben zugrunde liegt. Manche nennen es Lebenssinn, andere Unterprogramm oder Autopilot. Immer geht es um den wahren Kern unseres Ichs, der uns unsere Entscheidungen treffen und unser Leben leben lässt. Hier habe ich drei Übungen für Sie, mit denen Sie den Schlüssel zu Ihrem Ich finden können.

Der Autor Peter Prange schildert in seinem Buch „It’s my life“ sehr anschaulich seinen Freund Hans. Hans ist ein Hansdampf in allen Gassen. Er reißt alles an und lässt es wieder sein. Jeder packt sich an den Kopf: Mensch, nun gib dich doch mit dem zufrieden, was du hast und was gut funktioniert. Aber nein, Hans muss es wieder hinwerfen und etwas Neues anfangen. Keiner versteht ihn. Auch Prange nicht.

Unser Lebenszweck

Bis er nach einer bierseeligen Nacht (und wahrscheinlich dem freien Fließen des Unterbewusstseins ;-)) auf des Rätsels Lösung stößt: Hans ist keineswegs so chaotisch, wie er zu sein scheint. Er folgt nur seinem ganz persönlichen „Unterprogramm“. (Oder vielleicht auch: Hauptprogramm.) Seinem Lebenszweck.

Hans gehen Freiheit und Unabhängigkeit über alles. Das ist der Kern dessen, was ihn ausmacht. Das ist es, was er braucht. Droht es irgendwo zu fest zu werden oder er in seinen Wahlmöglichkeiten zu sehr eingeengt zu werden – weg damit.

Der Sinn unseres Lebens

So ähnlich kann man es auch zum Beispiel bei Michael Mary lesen. Mary unterscheidet zwischen dem gesellschaftlichen und dem individuellen Lebenssinn.

Der gesellschaftliche Lebenssinn sind die konventionellen Träume von Reichtum, Erfolg, Ruhm, Macht, Familie, Partner, ewiger Schönheit und Jugend und so fort.

Der individuelle Lebenssinn ist das, was hinter diesen Träumen steckt. Bei der Jagd nach Reichtum und Erfolg könnte das also zum Beispiel der Wunsch nach Anerkennung oder Sicherheit sein. Beim Traum von der ewigen Schönheit könnte das in Wirklichkeit das Bedürfnis sein, sich selbst anzunehmen und zu lieben.

Der rote Faden in unserem Leben

Vergleichbar zieht es sich durch Geschichte, Philosophie und Literatur hindurch. Manche nennen es Lebenssinn, manche Lebenszweck, manche unseren Kern, unser Wesen, das, was uns ausmacht. Ich selbst nenne es „Unterprogramm“ oder auch „Muster“ und „roten Faden“. So wie ich in meinem Kurs „Schreiben Sie die Geschichte Ihres Lebens“ meine Teilnehmer nach dem roten Faden in ihrem Leben suchen lasse. Der Name wechselt, doch der Inhalt ist der gleiche.

Immer geht es um unsere Essenz, das Programm, das uns so oder so ticken lässt. Es geht um die Basis, den Schlüssel, „das kleinste gemeinsame Vielfache“ (Prange), das unser Verhalten erklärt.

Wer der Freiheit huldigt, wird sich jedesmal zu befreien versuchen, sobald seine „Ketten“ ihm zu eng werden. Wer Sicherheit um jeden Preis braucht, wird nach allem streben, was ihm diese zu verschaffen scheint. Wer Abwechslung und Neues sucht … Na, ich denke, Sie können hier fortsetzen.

Der Schlüssel zu unserem Ich

Wichtig ist, dass wir diesen Schlüssel zu unserem Ich kennen und unser Verhalten nach ihm ausrichten. Denn wer diesem „Autopiloten“ zuwiderhandelt, kann schnell unglücklich werden oder er wird zumindest unbewusst alle möglichen Tricks anwenden, um doch noch dem Grundzug seines Wesens zu folgen.

Wobei ich noch ein wenig weitergehen möchte. Ich glaube, dass wir nicht nur ein Unterprogramm haben, das unser Verhalten steuert und erklärt, sondern durchaus mehrere. Diese „Programme“ können einander ergänzen, aber auch widersprechen. Doch in der Regel gilt auch bei ihnen: Sie formen unser Leben und stehen hinter den Entscheidungen, die wir so treffen.

Wenn Sie den Schlüssel zu Ihrem Ich finden wollen, gilt es, Ihre „Unterprogramme“ zu erkennen und Ihr Leben passend nach ihnen auszurichten.

Dazu habe ich drei Tipps oder Übungen für Sie:

Den inneren Saboteur ausfindig machen

Wie gesagt, unsere Unterprogramme können sich widersprechen, oder wir handeln schlicht nicht nach ihnen. Als Ergebnis stellen wir uns schon mal gern selbst ein Bein und sorgen für eine erstklassige Selbstsabotage.

Haben Sie zum Beispiel ratzfatz einen wichtigen Termin vergessen und können sich gar nicht erklären, wie das passieren konnte? Dann kann das reine Schusseligkeit sein, ja. Es kann aber auch Ihr innerer Saboteur sein, der Ihnen ins Gehege gekommen ist. Gibt es vielleicht einen Grund, warum Sie den Termin unbewusst gar nicht einhalten wollten? Lagen sich widersprechende Impulse im Clinch?

Gehen Sie alles in Gedanken durch und suchen Sie nach der eigentlichen Ursache.

Muster und roten Faden erkennen

Meine Teilnehmer sind es gewohnt, dass ich sie permanent damit „nerve“, nach den Mustern in ihrer Biografie zu suchen. 😉 Doch Tatsache ist, dass nur wenige Einzelheiten unseres Lebens zusammenhanglos nebeneinander stehen. Alles hat einen Grund und baut auf bestimmten „Programmen“ auf.

Der Freund Hans aus dem Beispiel oben hätte hinter seinen scheinbar ungesteuerten wilden Schwenks, Abbrüchen und so fort das Muster „dem entkommen, was zu fest zu werden droht“ finden können.

Bei mir war es so, dass mich alles in meinem Leben immer in die Richtung „Wissen vermitteln“ getrieben hat. Ich konnte machen, was ich wollte – ich kam immer darauf zurück.

Sehen Sie sich Ihr Leben und Ihre Biografie an: Können Sie solche Muster erkennen?

„Goldene Momente“ identifizieren

Manchmal fällt es uns leichter, Muster zu erkennen, wenn wir uns an Ereignisse erinnern, in denen es richtig gut lief.

Versuchen Sie, sich an solche Situationen zu erinnern. Wo hatten Sie das Gefühl „ja, so sollte es sein“ oder „das passt“ oder „das fühlt sich gut an“. Und was war diesen Situationen gemeinsam?

War es zum Beispiel jedes Mal ein Aufbruch zu neuen Ufern? Das würde auf den Schlüssel „Abwechslung und Neues im Leben haben“ hindeuten. War es der dringende Wunsch, festen Job, Haus, Partner zu erlangen und sich absichern zu können? (Sicherheit) Und anderes mehr.

Ich bin der Meinung: Der Schlüssel zu uns selbst liegt in unserer Lebensgeschichte.

Suchen Sie danach. 😉

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 24.09.10

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