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„Wie kann ich meinen Wortschatz erweitern? Gibt es bestimmte Bücher, die mir dabei helfen? Sollte ich gezielt lesen? Und wenn ja, was?“ Das fragte mich eine Leserin. Lesen Sie hier ein paar Anekdoten und Ideen aus meiner eigenen Lese-Praxis.
Eine Leserin fragte mich:
„In Ihrem Artikel über die Erweiterung der Wortschatzes schreiben Sie, dass es hilft, wenn man viel liest – durch die verschiedenen Zeiten und Genres hindurch. Haben Sie ein paar Vorschläge für Bücher, die Sie mir empfehlen können, damit ich mich an die 6.000-Worte-Marke meines aktiven Wortschatzes heranarbeiten kann?“
Nun, um ehrlich zu sein: Ich habe keine Vorschläge.
Oder genauer: Ich habe keine konkreten Vorschläge.
Möglichst breit lesen
Ich halte es in der Tat für sehr sinnvoll, möglichst breit zu lesen. Mit jedem Buch oder jedem Text, den Sie lesen, wird ein Teil seines Wortschatzes, seines Ausdrucks, seiner Sprache bei Ihnen hängenbleiben. Und je verschiedenartiger der Hintergrund ist, auf dem Sie aufbauen, desto mehr „Futter“ haben Sie für Ihre eigenen Texte. Sprich, desto reicher und vielfältiger, auch größer ist Ihr Wortschatz.
Meine eigene Lese-Praxis
Ich zehre zum Beispiel noch heute von den Zeiten, als ich Science-Fiction-Fan war oder historische Romane gelesen habe. (Zumindest was die Sprache angeht, zwei sehr unterschiedliche Richtungen. Das ergibt einen ganz eigentümlichen Mix.
)
Dann natürlich alles Historische aus meinem Geschichtsstudium. Pädagogik, Psychologie, Personalentwicklung und so weiter aus der Erwachsenenbildung. Technischer Fachjargon aus der DV-Fortbildung. Marketing, Selbstmanagement und Co. aus der Betriebswirtschaft. Und, genau, die vielen Bücher, die ich im Rahmen meiner jetzigen Tätigkeit lese. Einen kleinen Ausschnitt davon finden Sie hier. Diverse Romane, Krimis und so weiter aus dem Freizeit-Bereich nicht zu vergessen.
Im Grunde habe ich auch so „bunt“ angefangen. Ich erinnere mich, dass ich mir zum Beispiel schon als 8-Jährige stapelweise Bücher aus der öffentlichen Bücherei ausgeliehen und mich buchstäblich „hindurchgefressen“ habe. Von Astronomie (auch lange Zeit ein Hobby von mir) über die üblichen Sachbücher für Kinder (Dinosaurier, Indianer pp.) bis zu den Schwarten von Karl May.
Kontextübergreifend lesen
Damals habe ich die Basis für mein heutiges Wissen gelegt. Und ich habe auch erheblich mehr gelesen als geschrieben, während es heute eher umgekehrt der Fall ist.
Das Stichwort lautet also: Kontextübergreifend. Je mehr „Kontexte“, also Wissensbereiche Sie kennen und kombinieren können, desto besser ist das für Ihren Wortschatz. Das gilt übrigens generell für Ihre Kreativität.
Mein Lieblings-Buch
Doch wenn Sie ein absolutes Lieblings-Buch von mir wissen möchten, das ich für seinen Inhalt und seine Sprache liebe: Das ist „der Herr der Ringe“ von John Ronald Reuel Tolkien. Bitte achten Sie auf die sprachgewaltige, bewusst leicht altertümliche deutsche Übersetzung von Margaret Carroux. Oder lesen Sie es im Original. Hier zeigt sich einmal mehr, wie sehr eine Übersetzung einen ganzen Text beeinflussen und verändern kann.
PS: Möchten Sie Ihren Wortschatz feilen und verbessern? Dann ist vielleicht mein Kurs “Mit Sprache spielen und Herzen berühren” etwas für Sie. Lernen Sie, wie Sie anschaulicher und lebendiger schreiben und einen Draht zu Ihren Lesern herstellen.
© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 30.07.10
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2 Kommentare zu “Leserfrage: Was kann ich lesen, um meinen Wortschatz zu erweitern?”



Ein wunderbares und sehr wertvolles Hilfsmittel, um den eigenen Wortschatz zu erweitern und Texte abwechslungsreicher und präziser zu gestalten, sind Synonymwörterbücher wie zum Beispiel “Sag es treffender” von A. M. Textor oder das “Wörterbuch der Synonyme und Antonyme” von Erich und Hildegard Bulitta, die immer griffbereit neben meinem Laptop stehen.
Auch in Textverarbeitungsprogrammen wie Word ist in der Regel so ein Wörterbuch (Thesaurus) vorhanden. Einfach das entsprechende Wort anklicken und nach Alternativen suchen lassen. Und wenn man sowieso schon online ist, gibt es auch im Netz sehr hilfreiche Seiten. Hier nur zwei Empfehlungen:
- http://synonyme.woxikon.de
- http://www.wie-sagt-man-noch.de
Eine weitere Möglichkeit ist es, Gedichte zu verfassen – und zwar in der Art, dass es sich reimt (es gibt ja auch Gedichtformen, die in dieser Hinsicht sehr frei sind). Auf der Suche nach dem passenden Reim fällt einem dann so manches Wort ein, das es sich im hintersten Winkel unseres Sprachzentrums gemütlich gemacht hat. Und gleichzeitig prägt es sich besser ein, weil wir es selbst (wieder)gefunden haben und weil wir uns durch den Rhythmus des Gedichts auch eher an den Satz erinnern.
Ansonsten kann ich dem oben gesagten nur voll und ganz zustimmen: Lesen, lesen, lesen. Oder auch Unterhaltungen mit Menschen führen, mit denen wir bisher nichts zu tun hatten.
Und als persönliche Anregung: Viele von uns haben sich eine negative Ausdrucksweise angewöhnt oder formulieren Positives in einer Art doppelter Verneinung (”Das ist nicht schlecht”, “Kein Problem”). Wie wäre es, stattdessen mehr auf eine zielgerichtete Wortwahl zu achten? Wie kann ich es positiv ausdrücken? “Das ist einsame Klasse!” “Des kriegen wir hin!” “Das ist vollkommen in Ordnung!”
Alles Liebe,
Jürgen
Hallo Jürgen,
danke für Deine Tipps und die Ergänzung.
Ja, Synonyme und Synonym-Wörterbücher sind auch eine gute Möglichkeit, seinen Wortschatz zu trainieren. Ich bin auch eine Zeitlang ganz fasziniert den Duden durchgegangen und habe die Worte auf mich wirken lassen. Oft stellen sich dazu auch diverse Assoziationen, Erinnerungen, Bilder ein. Oder allein der Klang eines Wortes hat mich auf weitere Begriffe gebracht.
Oder auch Unterhaltungen mit Menschen führen,
mit denen wir bisher nichts zu tun hatten.
Auch ein guter Punkt. Das erwähne ich so ähnlich in meinem Artikel “Kreative Pausen”, vgl. http://www.kreativesdenken.com/artikel/kreative-pausen.html: Einfach mal in seinen Arbeitspausen die gewohnte Umgebung und die gewohnten Kollegen verlassen, in andere Abteilungen wandern, mit Menschen sprechen, die einen ganz anderen Hintergrund haben oder in einem anderen Bereich arbeiten.
Und als persönliche Anregung: Viele von uns
haben sich eine negative Ausdrucksweise angewöhnt
oder formulieren Positives in einer Art doppelter Verneinung
Ja. *hust* Noch ein guter Punkt. Dazu habe ich ebenfalls etwas geschrieben, vgl. hier http://www.kreativesdenken.com/artikel/stolperfallen-beim-texten.html. Zumal Formulierungen wie “nicht schlecht” den positiven Inhalt / die positive Aussage wieder leicht entwerten / herabsetzen. Trotzdem gehört “kein Problem” zu meinen Lieblings-Floskeln und Marotten. Ich werde darauf achten.
LG Heike