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Drei Tipps, wie Sie Absätze schreiben

Absätze sind ein wichtiges Gestaltungsmittel in einem Text. Sie geben seine Ordnung und Struktur wieder. Ja, sie ermöglichen diese erst, indem sie den Leser entsprechend führen. Interessant ist, dass dieses Thema trotzdem kaum in gängigen Schreibratgebern behandelt wird.

Absätze sind ein wichtiges Gestaltungsmittel in einem Text. Sie geben seine Ordnung und Struktur wieder. Ja, sie ermöglichen diese erst, indem sie den Leser entsprechend führen.

Interessant ist, dass dieses Thema trotzdem kaum in gängigen Schreibratgebern behandelt wird.

Vielleicht auch, weil man dann bei Adam und Eva anfangen müsste, denn jeder Text und jeder Absatz ist anders.

Absätze unterstützen das Layout

Worauf man stößt, sind Regeln wie „kein Absatz sollte mehr als so und so viele Zeilen haben“. Aber das sind Vorgaben aus dem Journalismus, und genauer aus dem Zeitungs-Journalismus, wo der verfügbare Platz eingehalten und das Schriftbild aufgelockert werden muss.

Auch für Online-Texte wie diesen hier würde ich meine Absätze möglichst „schlank“ halten. Einfach, weil das Auge Ihrem Text so am Bildschirm besser folgen kann.

In Büchern oder gar bei Romanen ist das aber nicht nötig. Hier würde ich nach „Augenmaß“ vorgehen und lediglich darauf achten, den Leser nicht mit zu langen Absätzen zu erschlagen.

So bleibt also nur, darauf zu achten, Absätze bewusst zu setzen. Einmal, um das Layout zu unterstützen und es dem Leser leichter zu machen, Ihre Texte zu lesen.

Absätze unterstützen Struktur und Argumentationsführung

Vor allem aber, um die Struktur und Argumentationsführung Ihrer Texte wiederzugeben.

Absätze zeigen an, was zusammengehört und wo Neues beginnt. Sie trennen und verbinden zugleich. Sie sind wie eine Atempause beim Sprechen oder, wenn Sie musikalisch sind, eine Zäsur in Ihren Noten.

Und damit Sie zumindest ein paar Ideen haben, worauf Sie bei Ihren Absätzen achten sollten, habe ich hier drei Punkte für Sie, die mir in meinen Schreibcoachings immer wieder begegnet sind.

3 Tipps, worauf Sie bei Ihren Absätzen achten sollten

1. Bringen Sie keine neue Idee im letzten Satz

Manchmal lernt man es in der Schule: Zwei Absätze zu verbinden, indem man die Aussage des zweiten gegen Ende des ersten einleitet.

Tun Sie das bitte nicht. Jeder Absatz sollte eine geschlossene Einheit sein und sich einer eigenen Aussage widmen.

Für einen sanften Übergang können Sie stattdessen den letzten Satz des ersten Absatzes und den ersten Satz des zweiten passend formulieren. (Dazu gleich mehr.) Oder Sie können darauf achten, Ihre Argumentation so aufzubauen, dass sich der zweite Absatz logisch aus dem ersten ergibt. (Dazu ebenfalls gleich mehr.) Aber jeder Absatz sollte für sich stehen.

2. Sorgen Sie für weiche Übergänge

Es gibt viele Möglichkeiten, zwei Absätze sprachlich zu verbinden. Aber verbinden sollten Sie sie. Das macht den Übergang „weicher“. Ihr Leser kann Ihren Gedanken leichter folgen.

Also etwa: Sie beschreiben im ersten Absatz verschiedene Entwicklungen. Im zweiten Absatz wollen Sie auf die Konsequenzen dieser Entwicklungen eingehen. Greifen Sie dann im zweiten Absatz den ersten leicht mit auf.

Etwa so: (Absatz) Nicht zuletzt sind es solche Entwicklungen, die dazu führen, dass …

Sorgen Sie, wenn möglich, für weiche Übergänge. Spielen Sie dazu mit allem, was die Sprache hergibt.

So wird aus einem …

„Kreativität lässt sich nicht steuern. (Absatz) Kreative haben Angst, die Kontrolle zu verlieren.“

… zum Beispiel ein

„Kreativität lässt sich nicht steuern. (Absatz) Und manchem Kreativen kann es Angst machen, die Kontrolle zu verlieren.“

Immer je nachdem, was Sie sagen wollen.

Es gibt auch diverse Redefiguren, die Sie darin unterstützen.

3. Achten Sie auf die Argumentationsführung

Wie gesagt, Absätze trennen und verbinden. Sie trennen den einen Gedanken vom nächsten. Aber sie sollten auch dafür sorgen, dass der Leser diesen Gedanken so leicht wie möglich folgen kann.

Dazu müssen Ihre Absätze Ihre Argumentation schlüssig, ohne plötzliche Wenden oder fehlende Zwischenstücke wiedergeben.

Achten Sie also zum Beispiel darauf, Lücken oder Gedankensprünge zu vermeiden, bei denen sich der Leser fragt: „Halt, wo bin ich jetzt hier? Habe ich was verpasst?“

Achten Sie auch darauf, Ihrer „Leitlinie“ zu folgen. Wenn Sie in Ihrer Argumentation zum Beispiel vom Negativen zum Positiven kommen, nur um plötzlich wieder ins Negative abzuschwenken, kann das Ihre Leser verwirren.

Ausnahme: Diese Sprünge sind gewollt. Dann würde ich sie aber passend verbinden und den Übergang entsprechend gestalten. (Also zum Beispiel mit einer Begründung kommen, warum Sie jetzt wieder ins Negative gehen. Nicht zusammenhanglos nebeneinander stellen.)

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 26.02.10

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