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Die Angst vor dem Scheitern

28. Dezember 2009 von Heike Thormann

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Die Angst vor dem Scheitern kann jeden treffen: Ob Selbstständige,
Kreative oder “ganz normale”. Aber wer nicht schreibt, zeichnet, musiziert oder handelt, um nur nicht zu versagen, zahlt mitunter einen hohen Preis.Lesen Sie fünf Tipps, was Sie gegen Ihre Angst, zu scheitern, tun können.

Vor Jahren habe ich für ein Magazin einmal etwas über das Wort von der „german angst“ geschrieben, das unter unseren Nachbarstaaten kursiert. Und ich habe die Frage gestellt, ob wir Deutsche ein Volk von Ängstlichen sind. Ob das etwas ist, was uns vor anderen kennzeichnet.

Nun, eine definitive Antwort kann ich Ihnen nicht geben. Aber eines scheint in der Tat ein „deutsches (das heißt, hier überproportional hoch vertretenes) Problem“ zu sein: Die Angst vor dem Scheitern.

Dazu muss man sich nur zum Beispiel Untersuchungen zum Thema Unternehmensgründung ansehen. In kaum einem anderen Land lassen sich so viele Menschen durch die „Angst zu scheitern“ davon abhalten, sich selbstständig zu machen, wie hier.

Dieses extrem hohe Sicherheitsdenken ist teilweise historisch bedingt. Es sagt aber auch etwas über die Werte unserer Gesellschaft aus. Denn während man sich in anderen Ländern nach einer Bauchlandung aufrappelt und es von neuem versucht, ist man hier als Versager stigmatisiert. Kein Wunder, dass sich das kaum jemand freiwillig antun will.

Es scheint weniger der Versuch wichtig zu sein, als vielmehr der Erfolg. Und Erfolg wird offenbar als etwas gesehen, was makellos und ohne Blessuren zu sein hat. Kein Wunder auch, dass kaum jemand freiwillig über seine Angst spricht. Misserfolg und Angst sind tabu. Sie passen nicht zum Bild des erfolgreichen, strahlenden “Gewinners”.

Umso mehr ehrt es mich, wenn meine Teilnehmer offen über ihre Ängste reden. Über die Angst, als Selbstständige zu scheitern, als Schriftsteller zu versagen, als Kreative nicht zu genügen.

Sie wiegen sich in Sicherheit, indem sie dem, was ihnen Angst einjagt, aus dem Weg gehen. Sie ziehen den (fatalen) Schluss: Solange ich etwas nicht tue, kann ich noch hoffen, damit erfolgreich zu sein. Erst wenn ich es tue, riskiere ich es, zu scheitern.

Und ja, wer zum Beispiel nicht schreibt, ist zunächst in Sicherheit. Aber der Preis, den wir dafür zahlen, ist hoch.

Meistens hilft es meinen Teilnehmern dann schon, wenn sie von anderen Teilnehmern oder mir selbst erfahren, dass wir alle ebenfalls an Ängsten leiden. Warum sollte man sich schließlich für etwas schämen, was völlig normal ist?

(Unter uns, ich würde ja eher denjenigen für einen pathologischen Fall halten, der „ausziehen muss, um das Fürchten zu lernen“, wie es ein Märchen so schön nennt. ;-) )

Die Frage ist allenfalls, ob ich mich von meiner Angst aufhalten lasse oder nicht. Deshalb habe ich hier ein paar Tipps für Sie, wie Sie besser mit Ihrer Angst vor dem Scheitern umgehen können. Mein Dank gilt den Teilnehmern meines Selbstmotivationskurses, die mit ihren Erfahrungen und Ideen dazu beigetragen haben.

1. Vorbeugen und Kraft schöpfen

Das ist sozusagen die handlungsorientierte Art, mit der Angst vor dem Scheitern umzugehen.

Gehen Sie zum Beispiel im Kopf alle Möglichkeiten durch. Halten Sie fest, was getan werden muss, aber auch getan werden kann. Beugen Sie eventuellen Katastrophen vor, indem Sie Ihre Möglichkeiten, darauf zu reagieren, durchspielen. Das ist zwar ein bisschen umständlich, aber dafür kann man dann einigermaßen ruhig schlafen.

(Und nebenbei: Das ist auch ein Grund, warum ich Pläne so sehr liebe. Denn Pläne geben einem Sicherheit und Halt. Sie müssen nur flexibel genug sein, sie auch wieder umzustoßen oder anzupassen, wenn es Not tut. ;-) )

Sorgen Sie für einen gut bestückten Handwerkskoffer an Techniken und Methoden. Wissen ist nicht nur Macht. Wissen und Know-how helfen auch aus der (gefühlten) Ohnmacht heraus und versetzen einen in die Lage, zu handeln.

Halten Sie sich auch ähnliche Situationen vor Augen, die Sie in der Vergangenheit bereits erfolgreich bewältigt haben. Das motiviert und gibt Selbstvertrauen.

Und wechseln Sie die Brille: Starren Sie nicht gebannt wie das Kaninchen vor der Schlange auf Ihr eventuelles Versagen. Malen Sie sich lieber in allen Farben aus, was Sie gewinnen, wenn Sie doch noch in die Puschen kommen. Das treibt an.

2. Rekapitulieren und Lernen

Okay, es ist passiert: Sie sind gescheitert. Das ist nicht schön und kann sogar ausgesprochen hässlich sein, ich weiß. Trotzdem, gehen Sie jetzt bitte nicht in Deckung, kasteien sich selbst und versuchen es nie wieder.

Sehen Sie Ihr Scheitern auch als Chance. Lernen Sie aus Ihren Fehlern. Sowohl fachlich als auch persönlich. Verbessern Sie Ihr Know-how, entwickeln Sie mehr „Fehlertoleranz“ und Gelassenheit, schrauben Sie Ihre oft unmenschlich hohen Ansprüche an sich selbst zurück.

Und wer weiß, manches Scheitern bringt Sie vielleicht erst auf die „eigentliche“, die „richtige“ Idee, stellt die Weichen für den „richtigen“ Weg.

Wenn Ihre humoristischen Einlagen niemanden zum Lachen bringen, aber Sie gut darin sind, große Gefühle auszudrücken – warum dann nicht das Fach wechseln und weitermachen?

So gesehen würden Sie sich auch um solche Chancen bringen, wenn Sie aus Angst vor dem Scheitern gar nicht erst losgehen.

3. Anzweifeln und Hinterfragen

Die Angst zu versagen sitzt oft schon von Kindesbeinen an in uns. Vielleicht haben wir gelernt, dass wir nicht scheitern dürfen, weil wir dann nicht liebenswert sind.

Oder wir zweifeln an unserem Wert und sehnen uns nach Bestätigung durch andere Menschen und äußeren Erfolg. Gleichzeitig führt diese Sucht nach Anerkennung aber dazu, Ablehnung und Misserfolge zu fürchten. Und weil wir ein solches Scheitern fürchten, fangen wir gar nicht erst an oder hören bei den kleinsten Schwierigkeiten wieder auf. Ein Teufelskreis.

Besser wäre es, den Glaubenssatz „wer ein Versager ist, ist nicht liebenswert“ anzugehen. Oder an der fixen Idee zu arbeiten, minderwertig zu sein. Dann ist ein Scheitern auch kein Urteil über einen selbst, sondern nur eine Phase im Lauf der Dinge.

Schlimmer noch: Oft genug reden wir es uns schlicht selbst ein, dass andere Menschen uns nicht mehr lieben, wenn wir versagen. Ob diese Überzeugung stimmt, wissen wir aber nicht, denn wir haben es nie ausprobiert. So dass auch diese Idee letzten Endes eine fixe Idee ist.

Und selbst wenn einzelne Menschen tatsächlich ein Versagen mit einem Liebesentzug bestrafen sollten: Wer zwingt uns, uns diese Menschen zum Vorbild und Maßstab zu nehmen? Wer zwingt uns, ausgerechnet auf diese Menschen zu hören?

Und wenn Sie schon beim Hinterfragen sind: Machen Sie gleich bei den gesellschaftlichen Werten weiter, die wir mit der Muttermilch aufgesogen haben oder die uns von Medien und Nachbarn in unsere Wohnzimmer getragen werden, und die wir nur allzu oft kritiklos übernehmen.

Machen Sie beispielsweise bei den oben erwähnten Tabus weiter, gegen die sich kaum jemand wehrt und die doch nur beliebig sind. Denn, wie gesagt, während ein Scheitern hier einem Stigma gleichkommt, ist es in anderen Ländern ein Ansporn, sich aufzurappeln und es neu zu versuchen.

4. Wachsen und Gedeihen

Apropos Denkmuster: Vergessen Sie auch nicht, an sich selbst zu arbeiten. Erlauben Sie sich, zu wachsen und zu gedeihen.

Wie gesagt, Angst vor dem Scheitern beruht nicht zuletzt auf unseren unmenschlich hohen, überzogenen Ansprüchen an uns selbst.

Es ist meines Erachtens nichts dagegen einzuwenden, ehrgeizig zu sein, seine Fehler und Schwächen ausmerzen und besser werden zu wollen.

Aber gefährlich wird es, wenn wir uns nicht als Wachsende begreifen, sondern nur als Vollendete akzeptieren.

Wenn man so will, ist die Angst vor dem Scheitern auch eine Frage des Bildes von mir selbst: Erlaube ich mir, zu wachsen? Erfreue ich mich daran? Sehe ich das als Teil meiner Kunst?

Oder will ich eine statische, perfekte Größe sein? Wo aber ist dann die Kunst? Was ist kunstvoll daran, statisch und perfekt zu sein? ;-)

5. Umdeuten und Lösen

Nicht zuletzt möchte ich provozierend fragen, ob es überhaupt ein Scheitern gibt.

Und damit meine ich gar nicht mal „Passungs-Probleme“, Missverständnisse und so weiter, die, sagen wir, einen Auftrag oder Artikel zu einem „Fiasko“ werden lassen. Ein Briefing war vielleicht nicht konkret genug, so dass der Kunde jetzt unzufrieden ist. Die Geschmäcker sind verschieden, so dass der Artikel gar nicht gefallen kann. Und Ähnliches mehr. Für all das gibt es Lösungen für die Zukunft.

Nein, ich meinte eher, dass es ein Scheitern nicht gibt, weil alles dazu beiträgt, dass ich das bin, was ich bin, dass ich lerne und wachse. (Jedenfalls, solange ich auch daraus lerne.) Die Herausforderung wäre wohl, sich all die Dinge bewusst zu machen, die man immer aus etwas für sich mitnehmen kann.

Scheitern und Versagen sind Einstellungsfrage. Sie beruhen auf dem, was ich glaube. Halte ich etwas für einen Misserfolg, dann ist es auch einer. Sehe ich stattdessen seinen Beitrag für meine persönliche Entwicklung, kann ich ihn unter den Aktiva verbuchen und weitergehen. Ich selbst bestimme, ob ich mich für einen Gewinner halte oder nicht.

Vielleicht kennen Sie die Geschichte von der Glühbirne und den vielen Versuchen und Verbesserungen, die es gekostet hat, bis sie das war, was sie heute ist?

Die Glühbirne zeigt, dass es kein Scheitern gibt, lediglich ein ständiges Weitergehen und Entwickeln. Nur anfangen, das müsste man halt schon. ;-)

Ich wünsche Ihnen ein schönes, gutes, gesundes Jahr 2010. Ein Jahr voll Hoffnung und Mut für all Ihre Ideen und Projekte. Denn noch einmal, ein Scheitern gibt es nicht. Mmh? ;-)

Lese-Tipp: Auch Perfektionismus ist erstklassig dazu geeignet, Ihre Angst vor dem Scheitern zu schüren und Sie vielleicht gar nicht erst beginnen zu lassen. Lesen Sie hier 9 Tipps, wie Sie den Kreativitätskiller Perfektionismus in den Griff bekommen.


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8 Kommentare zu “Die Angst vor dem Scheitern”

  1. am 29 Dez 2009 um 11:501Steffen Beyer

    Wow, starker Tobak zwischen den Feiertagen, und noch mal Wow, Volltreffer, bin echt beeindruckt!

    zu :
    …Wissen ist nicht nur Macht. Wissen und Know-how helfen auch aus der (gefühlten) Ohnmacht heraus und versetzen einen in die Lage, zu handeln…

    Viele fangen einfach an, ohne zu wissen wie etwas funktioniert, dann geht das jammern los und sie brauchen fremde Hilfe. Aber ich will schon Wissen (wenigstens ungefähr) wohin der Pfeil fliegt bevor ich ihn abschieße.

    zu :
    …Wer zwingt uns, uns diese Menschen zum Vorbild und Maßstab zu nehmen? Wer zwingt uns, ausgerechnet auf diese Menschen zu hören? …

    Ist schon eigenartig, dass genau von den Menschen die am lautesten schreien wenn man Fehler macht, (und seien sie noch so klein) überhaupt kein Feedback kommt, (ja sogar Totenstille herrscht) wenn man mal etwas Richtig macht.
    In einem anderen Post von Dir hast Du ja schon geschrieben, das dann wohl eine Trennung von solchen „Freunden“ oder „Verwandten“ besser wäre und uns positiv weiterbringt.

    zu :
    …Nein, ich meinte eher, dass es ein Scheitern nicht gibt, weil alles dazu beiträgt, dass ich das bin, was ich bin, dass ich lerne und wachse. (Jedenfalls, solange ich auch daraus lerne.)….

    Genau solches Denken hab ich mir angewöhnt und jetzt klappt alles (beruflich, geschäftlich und privat) vieles besser!

    zu :
    … Glühbirne zeigt, dass es kein Scheitern gibt, lediglich ein ständiges Weitergehen und Entwickeln. Nur anfangen, das müsste man halt schon. …

    Das ist der Weg und zwar der einzige!

    Für einen Moment dachte ich Du hast diesen Artikel extra für mich geschrieben, als ob Du mich schon Jahre kennen würdest. :-)
    Ich mache manchmal folgendes, um mich zu überwinden etwas zu tun erzähle ich es gerade den „mit dem Finger Zeigern“. Dann muss ich mir ja die größte Mühe geben um mich nicht zu blamieren.

    Viele Grüße und noch mal guten Rutsch

    Steffen

    Ps.: war schon Richtig Deinen Blog-Feed auf der Startseite festzutackern

  2. am 29 Dez 2009 um 13:062Heike Thormann

    Hallo Steffen,

    danke für Dein Lob. :-)

    ohne zu wissen wie etwas funktioniert

    Zumal Wissen Dir auch die Richtung zeigen kann, in die Dein Pfeil fliegen könnte / sollte. Oder Dir die nötige Fähigkeit geben kann, den Pfeil ins Ziel zu fliegen, und anderes mehr.

    am lautesten schreien wenn man Fehler macht,

    Ja, das stimmt, ein ausgewogenes Feedback sucht man bei solchen Leuten oft vergebens. ;-)

    Manchmal ist es keine böse Absicht, schlicht Gewohnheit. Nach dem Motto: Wenn’s gut ist, brauche ich dazu ja nichts zu sagen. ;-)

    Aber manche Leute neigen in der Tat dazu, ständig an allem und jedem herumzumäkeln bzw. freuen sich über die Fehler und Misserfolge der anderen. So sie sich nicht ändern, wäre zu überlegen, sich möglichst konsequent rauszuziehen. (Was bei verwandtschaftlichen Bindungen nicht immer ganz einfach ist. Aber es gibt Wege.)

    Artikel extra für mich geschrieben

    Steffen, ich glaube, das geht uns allen irgendwie so. Zumindest in Teilen. Sonst hätte nicht so viele meiner Teilnehmer so frappierend ähnliche Geschichten zu erzählen. ;-)

    erzähle ich es gerade den „mit dem Finger Zeigern“

    Das ist ein bisschen die harte Tour, mmh? ;-) Wenn Du damit gut fährst, mach das ruhig. Sonst ist es aber m. E. auch keine Schande, seine Pläne für sich zu behalten, um hier nicht womöglich Häme und Spott auf sich zu ziehen. Schau Dir die Leute an und wäg’ ggf. einfach ab.

    Auch Dir einen guten Rutsch.

    LG Heike

  3. am 30 Dez 2009 um 14:563Julia

    Also erstmal Danke :) für den sehr hilfreichen Artikel.

    Zu:
    “Sie wiegen sich in Sicherheit, indem sie dem, was ihnen Angst einjagt, aus dem Weg gehen. Sie ziehen den (fatalen) Schluss: Solange ich etwas nicht tue, kann ich noch hoffen, damit erfolgreich zu sein. Erst wenn ich es tue, riskiere ich es, zu scheitern.”

    Ganz genau das ist mir vor zwei Tagen auch klar geworden. Ich hatte einfach Angst meinen Ruf/Ansehen zu verlieren, wenn ich weiter machen und dabei viell. scheitere.

    Zu:
    “Nein, ich meinte eher, dass es ein Scheitern nicht gibt, weil alles dazu beiträgt, dass ich das bin, was ich bin, dass ich lerne und wachse.”

    Und genau deswegen versuche ich nun an meinen Fehler (das ich einfach mit meiner Kunst, meinem Hobby aufgehört habe) zu arbeiten.

    Zu:
    “Und wer weiß, manches Scheitern bringt Sie vielleicht erst auf die „eigentliche“, die „richtige“ Idee, stellt die Weichen für den „richtigen“ Weg.”

    Und wenn es mir gelingt wieder meinem Hobby nach zugehen, dann bin ich definitive auf dem richtigen Weg. Weil mein Nichtstun (die letzten Jahre) eigentlich ein Scheitern war. (Wer nicht wagt der nicht gewinnt!)

  4. am 30 Dez 2009 um 18:564Heike Thormann

    Hallo Julia,

    Weil mein Nichtstun eigentlich ein Scheitern war.

    oder vielleicht auch: Eine Art “vorwegeilender Gehorsam”? ;-) Also sozusagen gehorsam gegenüber den eigenen Ängsten und ihren Anforderungen. Oder auch: Gehorsam gegenüber dem Damoklesschwert “Scheitern”, oder Ähnliches?

    Oder auch eine Antizipation? Also in Gedanken das befürchtete Ergebnis vorweggenommen und es damit Wirklichkeit werden lassen?

    Wer nicht wagt der nicht gewinnt!

    Genau. :-) Wer wagt, der kann mal scheitern. Aber wer nicht wagt, der scheitert definitiv.

    Ich halte die Daumen. :-)

    Heike

  5. am 01 Jan 2010 um 11:145Second Attempt

    Danke für diese hilfreichen Gedanken und Ratschläge!
    Wie mein Web-Pseudonym schon andeuten soll, bin ich ein großer Freund der zweiten (dritten oder vierten!) Versuche.
    Spitzensportler sind ein ausgezeichnetes Beispiel für die richtige Einstellung zum Scheitern. Wie viele gescheiterte Versuche mögen wohl nötig gewesen sein, letztendlich erfolgreich die Weltrekordhöhe von 2,45 m zu überspringen?
    Als Kleinkinder hatten wir doch alle einmal diesen unerschütterlichen Drang, uns Fertigkeiten erfolgreich anzueignen, unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten permanent zu erweitern und zu verbessern. Wer ein Kind beim Laufenlernen beobachtet, der weiß, was ich meine. So oft es auch auf die Nase (oder den Allerwertesten) fällt, der nächste Versuch folgt unmittelbar darauf, mit dem gleichen Enthusiasmus und dem unbändigen Drang, es auf jeden Fall zu schaffen.

    Was ist es nur, das aus den mutigen kindlichen Eroberern später nur noch auf Sicherheit bedachte, das Versagen so ungeheuer fürchtende, kleinmütige Hasenfüße werden läßt?

    Mit den besten Wünschen für 2010,

    Grüßle aus’m Ländle, Sec

  6. am 01 Jan 2010 um 11:586Heike Thormann

    Hallo Sec,

    guter Punkt: Niemand wird zum Spitzensportler, der es lieber erst gar nicht versucht, weil er ja scheitern könnte. Wobei natürlich hier auch der Druck, nicht zu versagen, noch größer ist als sonst und manchem sicher viel abverlangt. Umso wichtiger wohl, wenn auch sicher nicht einfach, eine gewisse “Distanz” und Gelassenheit mitzubringen.

    Guter Punkt auch der Vergleich mit dem lernenden – und hinfallenden ;-) – Kind: Da fällt mir ein, wie lange es gedauert hat, bis ich endlich Fahrrad fahren konnte. Und wie oft ich vor Garagen und Co. gelandet bin, bis ich endlich wusste, wie man bremst. ;-)

    Neujahrsgrüße und ein gutes Jahr 2010 zurück ins Ländle,
    Heike Thormann

  7. am 30 Jan 2010 um 20:267Daniel

    Liebe Heike,
    ich bin gerade zufällig über deinen Artikel gestoßen.
    Finde deine Gedanken klasse.

    Mach weiter so.

    Viele Grüße Daniel

  8. am 31 Jan 2010 um 09:108Heike Thormann

    Hallo Daniel,

    danke schön. :-)

    LG Heike

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