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Auf den Punkt texten: Was will ich eigentlich sagen?

„Was will ich eigentlich sagen?“ Wenn Sie etwas auf den Punkt bringen wollen, geht es um genau diese Frage. Oft weiß man als Autor aber selbst nicht, wohin die Reise geht. Dann können Sie streichen, überarbeiten und neu anfangen. Oder Sie testen und schauen, ob man Ihnen folgen kann.

„Was will ich eigentlich sagen?“ Wenn Sie etwas auf den Punkt bringen wollen, geht es um genau diese Frage. Oft weiß man als Autor aber selbst nicht, wohin die Reise geht. Oder man bekommt die Struktur seines Textes nicht in den Griff. Dann können Sie schreiben, streichen, überarbeiten und neu anfangen, bis Sie Ihren Text besser verstehen.

Oder Sie testen: Greifen Sie sich ein paar unschuldige Passanten und schauen Sie, ob man Ihnen folgen kann. 😉

1. Text erzählen und selbst besser verstehen

Papier ist geduldig, Menschen schon weniger. Ein Blatt Papier wird es Ihnen nicht übel nehmen, wenn Sie sich verzetteln und den Faden verlieren. Ein Mensch wird Sie vielleicht wie ein Auto ansehen. Um dem vorzubeugen, bemühen wir uns im Allgemeinen, dem anderen etwas besonders deutlich zu erklären. Das ist Ihre Chance, Ihre Gedankenknoten zu lösen und Ihre Textbausteine auf die Reihe zu bringen. Sagen Sie Ihrem Gegenüber möglichst präzise, worum es in Ihrem Text gehen soll. Das wird Sie „zwingen“, hier selbst klarer zu sehen.

2. Text erklären lassen und Schwachstellen aufdecken

Halten Sie Ihren Passanten noch ein Weilchen fest. Nutzen Sie ihn nicht nur als Adresse für Ihre eigenen Überlegungen. Schauen Sie doch gleich, ob man Ihre Artikel pp. nun versteht oder nicht.

Lassen Sie sich von Ihrer Testperson erklären, wie man ihrer Meinung nach Ihren Text verstehen soll. Weicht die Interpretation Ihres Gegenübers stark von Ihrer Schreibabsicht ab, sollten Sie sich vielleicht Gedanken machen. 😉

Da wir unser Thema in der Regel gut kennen, sehen wir mögliche Sprünge, logische Brüche, Abschweifungen oder hohle Phrasen nicht mehr. Betriebsblindheit lässt grüßen. Der andere, der unser Wissen und unseren Hintergrund nicht teilt, sieht diese schon. Und er kann Ihnen helfen, besser auf den Punkt zu schreiben.

3. Text nebenbei erwähnen und sehen, was hängenbleibt

Das ist sozusagen der Härtetest, ob Sie etwas auch wirklich klar und stringent auf den Punkt gebracht haben: Greifen Sie sich ein Gegenüber, das nicht besonders gewillt ist, Ihnen zuzuhören. 😉

Vielleicht möchte Ihre Testperson nach Hause, das Essen wartet, der Magen knurrt – egal, was es ist, man hat keine Zeit, keine Lust oder keinen klaren Kopf, um Ihnen aufmerksam zuzuhören.

Lassen Sie sich davon nicht abschrecken. Erzählen Sie trotzdem so präzise wie möglich, was Sie schreiben wollen. Hat Ihr Gegenüber Sie verstanden? Wunderbar, das sind gute Karten. Sieht er oder sie Sie nur wieder wie ein Auto an? Nun ja, dann dürfen Sie noch mal – feilen. 😉

PS: Wenn Sie gerade keinen realen Testleser oder vielmehr Testhörer zur Hand haben, geht zumindest Schritt 1 auch mit einer fiktiven Ausgabe. Reden Sie einfach mit Ihrem Kalender, den Pflanzen und so weiter. Auch das hilft, Ihre Gedanken zu sammeln und auf den Punkt zu bringen.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 26.03.10

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