Besser lernen: Bilden Sie Kategorien
16. März 2010 von Heike Thormann
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Jedes neue Wissen separat zu lernen, als ob man soeben als Außerirdischer frisch vom Fleck weg darüber gestolpert wäre, ist eine mühsame Sache. Zum Glück muss das nicht sein. Bilden Sie Kategorien. Umso leichter werden Sie neues Wissen verstehen und besser im Gedächtnis behalten. Hier habe ich einige Anregungen für Sie.
Fragen Sie mich nicht wo, ich gebe schaudernd zu, dass ich es vergessen habe.
Aber in irgendeinem Buch habe ich eine Kritik an den üblichen Intelligenztests gelesen.
Unter anderem ging es darum, dass hier weniger Intelligenz, als vielmehr erlerntes Wissen abgefragt wird. Und als ein Beispiel dafür wurden Übungen genannt, mit denen der Prüfling Kategorien bilden und erkennen sollte.
Also beispielsweise Übungen wie:
„Nennen Sie den Begriff oder Gegenstand, der nicht in diese Gruppe gehört beziehungsweise der sich von den anderen dieser Gruppe unterscheidet: Apfel, Birne, Springbrunnen, Weintraube.“
Oder:
„Sortieren Sie folgende Begriffe zu Kategorien: Stein, Schere, Baum, Auto, Pilz, Nadel, Garage, Benzin, Fingerhut.“
Die Lösung lautet beim ersten Beispiel natürlich „Springbrunnen“. Und beim zweiten Beispiel kann man unter anderem folgende Kategorien bilden:
- Natur: Stein, Baum, Pilz
- Nähzeug: Schere, Nadel, Fingerhut
- Alles rund ums Auto: Auto, Garage, Benzin.
Die Kritik an den Intelligenztests besteht darin, dass jemand, der die Begriffe gar nicht kennt, diese auch nicht passend sortieren und zuordnen, oder Unterschiede und Gemeinsamkeiten feststellen kann. Es werde hier also weniger Intelligenz als vielmehr Wissen abgefragt.
Nun ist das kein Artikel über Intelligenztests und deren mögliche Schwächen. Aber man sieht hier meines Erachtens sehr schön, dass die Fähigkeit, Wissen zu sortieren und zuzuordnen eng mit Intelligenz verknüpft ist. Ja, die Fähigkeit, Wissen in Kategorien einzuordnen, also Muster und Zusammenhänge zu erkennen, könnte man als wichtige Voraussetzung und Fähigkeit im Lernen bezeichnen.
Schließlich ist es erheblich mühsamer, wirklich jeden neuen Begriff, jeden Gegenstand, jeden Sachverhalt, jede Person, kurz jedes neue Wissen für sich stehend zu lernen. Also so, als ob man soeben als Außerirdischer frisch vom Fleck weg darüber gestolpert wäre.
Viel bequemer wäre es für unser Gehirn, sich die Arbeit zu einem guten Teil zu sparen, indem es sozusagen nur noch etwas wiedererkennt, statt es sich beschwerlich neu erobern zu müssen.
Wenn ich weiß, dass beispielsweise Äpfel, Birnen und Weintrauben zu der Kategorie „Obst“ gehören, und wenn ich mit dieser Kategorie auch etwas verbinden und anfangen kann, fällt es mir viel leichter, auch jedes (für mich) neue Mitglied dieser Familie, wie etwa Mandarinen und Orangen, in seinen Grundzügen zu verstehen und besser im Gedächtnis zu behalten.
Sie müssen dann nicht mehr grübeln „Mandarinen, Mandarinen – was war das noch mal“. Wenn Sie wissen, dass Mandarinen etwas Ähnliches sind wie Äpfel, und wenn Sie wissen, was Äpfel sind, haben Sie im Umkehrschluss auch schnell sämtliches Wissen über Mandarinen (re-) aktiviert.
Wenn Sie wollen, üben Sie doch mal.
Nehmen Sie ein Blatt Papier, schreiben Sie wahllos einen Gegenstand auf und suchen Sie Dinge, die eine gemeinsame Kategorie bilden könnten.
Also etwa: Ich sehe auf meinem Schreibtisch gerade meine leere Tasse stehen. Ich schreibe also Tasse auf. Und als Kategorie könnte ich mir dazu vorstellen: Teller, Messer, Gabel pp. (Das wäre eine Kategorie „Geschirr, Küchenzubehör“ oder Ähnliches.) Eine andere Kategorie wäre zum Beispiel: Glas, Becher, Kanne, Krug pp. (Das wäre eine Kategorie „Dinge, aus denen man trinken kann“.)
Sie sehen das Prinzip?
Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei.
Lesetipp: Lesen Sie, wie Sie sich etwas besser merken, wenn Sie Informationen unter anderem mit Kategorien einen Sinn geben.
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