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Geh ein Risiko ein

Viele von uns würden am liebsten in ihrem Leben etwas ändern.
Und wenn man ein wenig bohrt, kommt unweigerlich die Begründung, warum das leider nicht geht. Dennoch – trotz aller Grenzen stehen uns erheblich mehr Türen offen, als wir oft zu glauben wagen oder uns zutrauen. Alles, was uns fehlt, ist der Mut, das Risiko einzugehen, durch diese Türen zu gehen.

Viele von uns würden am liebsten in ihrem Leben etwas ändern. Und wenn man ein wenig bohrt, kommt unweigerlich die Begründung, warum das leider nicht geht. 😉

Da hat man für die Kinder zu sorgen. Das Geld reicht nicht. Die Lage ist zu unsicher. Man ist zu alt. Und dergleichen mehr. Die berühmten Sachzwänge. Und ja, ich weiß, Grenzen gibt es immer. Wer glaubt, dass alles machbar ist, arbeitet nur munter auf seine eigene Unzufriedenheit hin.

Dennoch – trotz aller Grenzen stehen uns erheblich mehr Türen offen, als wir oft zu glauben wagen oder uns zutrauen. Alles, was uns fehlt, ist der Mut, das Risiko einzugehen, durch diese Türen zu gehen. Was uns fehlt, ist die Bereitschaft für Neues und der Wille zur Veränderung.

Manche sprechen in diesem Sinne sogar von einer Neophobie der Deutschen. Einer Angst vor dem Neuen. Dazu passt auch das extrem hohe Sicherheitsdenken in diesem Land und die grassierende Angst vor dem Scheitern.

Und natürlich ist Risikofreude zwiespältig. Das hat uns nicht zuletzt das verantwortungslose Pokern an den Finanzmärkten gezeigt.

Dennoch – ohne Mut zum Risiko gibt es keine Kreativität.

Wer Neues wagen will, muss Altes ändern können. Wer erschaffen will, muss umwandeln oder zerstören können. Wer kreativ sein will, darf das Risiko nicht scheuen, mit seinen Ideen anzuecken oder auch mal auf die Nase zu fallen. Wer kreativ sein will, muss mit der ständigen Ungewissheit leben können, nie zu wissen, ob und wenn ja, was aus seinen Ideen wird.

Bücher können ein Flop – oder ein Bestseller werden. Theaterstücke verrissen – oder im ganzen Land gepriesen. Jede neue Idee, jedes neue Werk, jeder neue Versuch birgt in sich auch den Kern des Scheiterns. Das ist es wohl, was so vielen Kreativen die Schweißperlen angesichts der Angst vor dem Scheitern auf die Stirn treibt. 😉

Aber auch sonst im Leben brauchen wir das Neue. Wir brauchen die ständige Herausforderung, um nicht zu erstarren.

Wie diese Herausforderung aussehen wird, liegt ganz bei Ihnen. Manche machen sich vielleicht daran, die Welt zu umsegeln. Andere brechen nur aus der Gewohnheit aus, immer denselben Weg zur Arbeit zu nehmen. 😉

Risiken warten überall auf Sie. So ist das Leben. Selbst auf Ihrem gewohnten Weg zur Arbeit kann die Routine durch Unvorhergesehenes zum Wagnis werden.

Die Frage ist nicht, ob wir ein Risiko eingehen. Das tun wir immer. Die Frage ist allenfalls, welche Risiken wir auf uns nehmen, welche wir meiden und wie wir das Ganze kontrollierter angehen können.

Deshalb habe ich hier einige Tipps für Sie, wenn Sie Mut zum Risiko beweisen wollen.

1. Glauben Sie an sich

Guter Tipp, mögen Sie jetzt kontern. Wo kann ich das kaufen? 😉 Aber ohne den Glauben an sich und seine Fähigkeiten wird man sich schwer tun, über seinen Schatten zu springen und ein Risiko einzugehen.

Also, was können Sie gut? Was können Sie in die Waagschale werfen? Welche Aktiva können Sie einbringen? Auf welche Erfolge zurückblicken? Welche ähnlichen Situationen haben Sie bereits gemeistert? Machen Sie Bestandsaufnahme, und die Liste der Dinge, die Sie sich zutrauen, wird länger und länger.

Lassen Sie sich auch nicht von Ängsten oder Zweifeln aufhalten. Diese sind völlig normal, wenn Sie Neuland betreten und ein Risiko eingehen. Sie müssen noch nicht einmal schlecht sein. Im Gegenteil. Sie lassen Sie aufmerksamer und bewusster agieren, die Chancen sehen und die Klippen umschiffen, ohne selbstmörderisch vorzugehen.

2. Analysieren Sie die Risiken

Risiko ist nicht gleich Risiko. Manche Risiken kosten Sie vielleicht nur eine halbe Stunde verspäteten Arbeitsbeginn, wenn Sie sich auf dem neuen Weg zur Arbeit verfahren. Andere Risiken können Sie um Kopf und Kragen bringen.

Bei ersteren wäre der Verlust zu verschmerzen. Bei letzteren sollten Sie zumindest nach Möglichkeiten suchen, sich abzusichern. So ähnlich, wie sich jeder Bergsteiger absichern würde.

Noch besser wäre es, wenn Sie entweder den Verlust so gering wie möglich halten könnten, oder wenn Sie aus dem Risiko auf jeden Fall so viel mitnehmen, dass Sie es gewinnbringend weiterverwenden können.

Beispiel: Sie gehen das Risiko ein, sich neben der Arbeit eine teure Fortbildung zu leisten. Ein Risiko ist es, weil Sie die Fortbildung womöglich nicht bestehen und ohne Abschluss aus ihr herausgehen. Weil Sie viel Zeit und Geld in sie investieren, die sich vielleicht nie auszahlen werden. Und weil vielleicht sogar Ihre Arbeit durch das Engagement für die Fortbildung leiden wird.

Das alles wird Sie zwar nicht um Kopf und Kragen bringen, aber schmerzhaft kann es sein.

Ziehen Sie dann Bilanz und halten Sie dem die Dinge gegenüber, die Sie sicher aus Ihrer Fortbildung mitnehmen. Also etwa: Neues Know-how, das Sie für Ihren alten Job gebrauchen können. Know-how, das Sie vielleicht in neue Jobs einbringen können. Selbstvertrauen durch bewältigte Etappen. Persönliches Wachstum. Neue Kontakte. Neue Horizonte. Und und.

Damit sind Sie auch schon munter dabei, strategisch zu denken.

3. Üben Sie sich im strategischen Denken

Den Unterschied zwischen Taktik und Strategie könnte man etwas platt vielleicht so auf einen Nenner bringen: Taktik versucht, in letzter Minute noch was zu reißen. Strategie versucht, es gar nicht erst zur letzten Minute kommen zu lassen. 😉

Oder mit anderen Worten: Während Taktiker in einer Situation geschickt manövrieren, versuchen Strategen, einer Situation vorzubeugen, in der man geschickt manövrieren muss.

Gehen auch Sie strategisch vor. Werfen Sie sich nicht blind in Ihre Risiken. Machen Sie sich bereits im Vorhinein klar, was alles schiefgehen könnte. Entwickeln Sie Maßnahmen dagegen oder machen Sie einen Plan B. So sind Sie gewappnet und können im Bedarfsfall zu Alternativen greifen.

Und gehen Sie lieber in kleinen Schritten vor, statt den großen Wurf zu wagen.

Wenn Sie zum Beispiel überlegen, Ihren Beruf zu wechseln und in eine ganz neue Branche einzusteigen, könnten Sie erst einmal stundenweise neben Ihrem Beruf dort schnuppern. Sie könnten, genau, da sind wir wieder ;-), eine Fortbildung machen. Sie könnten Auszeit oder Urlaub für ein Praktikum nutzen. Und anderes mehr.

4. Springen Sie

Manchmal kann man auch zu viel analysieren. Wenn Ihr Herz Ihnen sagt „das will ich“, dann springen Sie. Egal, wie viele Bedenken Ihr Bauch mit seinem Selbsterhaltungstrieb auch äußern mag. Lassen Sie Ihren Verstand seine Arbeit tun und nach vernünftigen Wegen suchen, aber springen Sie.

Ja, vielleicht wird, sagen wir, Ihr Chef Ihre Ideen ablehnen. Aber vielleicht werden sich Ihre Ideen auch wie ein Floh bei ihm festbeißen, bis er umzudenken beginnt. Wenn Sie außerdem präsent bleiben und Flagge zeigen, könnte sich das Risiko der Ablehnung gar zu einem Erfolg wandeln. Etwas, was Sie nie herausgefunden hätten, wenn Sie nicht gesprungen wären.

Mut zum Risiko bedeutet, zu handeln, ohne zu wissen, wie die Sache ausgehen wird.

Aber keine Panik: Wenn Sie gut vorbereitet sind und sich den Gewinn klarmachen, der auf jeden Fall für Sie drinsitzt, bestehen gute Karten, dass sich Ihr Risiko auszahlt. So oder so.

Sehen Sie immer das Positive an einer Sache. Das bewahrt Sie davor, sich selbst zu kasteien und es nie wieder zu versuchen. Selbst wenn Ihr Chef Ihre Ideen ablehnt, werden Sie doch gewonnen haben. Denn Sie haben es versucht.

Dann noch ein wenig an Ideen oder Auftreten gefeilt, und Sie sind bereit – für den nächsten Sprung.

Das Leben ist ein Risiko

Noch einmal: Das Leben ist ein einziges Risiko. Wir können ihm nicht entkommen. Versuchen wir es doch, mindern wir nur unsere eigene Lebensqualität.

Das erinnert mich an eine Science-Fiction-Serie, die ich vor bald 15 Jahren gesehen habe. In einer Episode ging es, gängiges Thema in dem Bereich, um aufständische Roboter, die menschliche Fähigkeiten und Qualitäten entwickelten.

Als die Anführerin dieser Roboter gefragt wurde, was sie, entgegen ihrer Programmierung, menschlich werden ließ, lautete die Antwort:

Es war der irrtümlich eingepflanzte Befehl „Geh ein Risiko ein“.

Mmh? 😉

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 20.01.10

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