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Haben wir unser Schicksal selbst in der Hand?

Haben wir unser Schicksal selbst in der Hand? Und wenn ja, haben wir es dann immer oder nur manchmal in der Hand? Vor allem aber: Wollen wir es überhaupt in der Hand haben?

Heute werde ich mal wieder philosophisch. Heute geht es um schwere Kost. Heute geht es um das Schicksal. Um Ihres, meines, unser aller. Und um die Frage, wie weit wir darauf Einfluss nehmen können.

„Das Schicksal eines Menschen liegt in seiner eigenen Hand.“
(Francis Bacon)

Haben wir unser Schicksal in der Hand?

Ist dem wirklich so? Dazu stelle ich Ihnen jetzt eine Reihe von Fragen. Vielleicht sogar fiese Fragen, weil sie an der einen oder anderen (Selbst-) Gewissheit rütteln könnten. Jedenfalls dann, wenn Sie sich aktiv und fragend darauf einlassen.

Was ich damit erreichen möchte?

Vielleicht einige Denkanstöße liefern, Sie zum Hinterfragen bringen, Ihre Meinung und Denkmuster herauskitzeln. Denn noch einmal: Das ist hier keine schlaue „Tipps- und Lösungsliefermaschine“, keine dezidierte Abhandlung zum Thema „ich und mein Schicksal“.

Ich möchte, dass Sie (mit-) denken und hinterfragen. Ich möchte, dass Sie nicken oder ablehnen, zustimmen oder mit „ja – aber“ kommen. Was auch immer. Auf jeden Fall rüttel ich gern an Selbstverständlichkeiten. Das macht mir nämlich einen Heidenspaß. 😉

Sind Sie bereit? Dann los …

Wie ist das mit dem Schicksal?

Haben wir es in unserer Hand? Haben wir es in der Hand? Oder hat das jemand oder etwas anderes?

(Höhere Mächte, die Umstände, Murphys Gesetz – was schief gehen kann, geht schief -, unsere früheren Leben … Was?)

Und haben wir unser Schicksal dann immer in der Hand oder nur manchmal?

(Wobei sich noch die Frage stellen würde, ob wir es in der Hand haben dürfen oder müssen. Ist es vielleicht weniger eine Erlaubnis, als eine Verpflichtung?)

Wollen wir unser Schicksal eigentlich in der Hand haben? Denn seien wir mal ehrlich: Immer nur Verantwortung zu tragen und sei es für sich selbst, kann ganz schön schlauchen. Es wäre sicher auch schön, sich zurücklehnen und auf sein Schicksal vertrauen zu können.

Aber weiter: Gibt es so etwas wie Schicksal?

Gibt es eine Bestimmung, die jeder hat? Und wenn ja: Kommt sie von außen oder von innen? Schon allein der Begriff scheint ja einen Widerspruch heraufzubeschwören. Wie kann man sein Leben in die Hand nehmen, wenn es doch Schicksal ist?

Oder ist es vielleicht so, dass das Schicksal selbst formbar ist? Haben wir Einfluss auf unsere Bestimmung? Machen wir uns vielleicht selbst unsere Bestimmung? Und wenn ja, bis zu welchem Grad?

Noch einmal: Was ist Bestimmung? Etwas, das von außen kommt oder etwas, das ich durch meine eigene Persönlichkeit, meine Werte forme?

(Sie kennen die Sache mit dem Huhn und dem Ei? Und die spannende Frage, was zuerst da war? ;-))

Nebenbei: Ist Schicksal eigentlich gleichbedeutend mit Leben oder gibt es da einen Unterschied?

Und wenn es da einen Unterschied gibt und wir schon nicht unser Schicksal in der Hand haben – haben wir dann wenigstens unser Leben in der Hand? Oder sind die „Umstände“ stärker, denen wir uns vielleicht fügen, die wir aber zumindest berücksichtigen müssen?

(Andererseits: Wer macht die Umstände? Wer bestimmt, welche Priorität wir ihnen einräumen?)

Ist es nicht manchmal auch einfach bequem, sich auf die Umstände zu berufen? Wie oft werfen wir die Flinte schon vor dem Abfeuern ins Korn. Wer weiß, ob wir nicht doch getroffen – und Lösungen gefunden hätten. :-)

Aber, werden Sie jetzt vielleicht kommen, was ist mit Schicksalsschlägen? Die passieren einfach, darauf haben wir keinen Einfluss.

Richtig, die passieren auch einfach. Aber wer definiert, was ein „Schlag“ ist und wie sehr wir uns von etwas „schlagen“ lassen? Wer bestimmt letzten Endes, wie wir damit umgehen?

Ist also alles eine Einstellungsfrage?

Ist alles eine Frage von Denk- und Verhaltensweisen, von Glaubenssätzen?

Denn wir waren ja beim Schicksal – und bei unserem Leben, das wir in unserer Hand haben oder auch nicht. Wir waren bei Blockaden – und vielleicht sogar bei einer Wahl.

Haben wir die Wahl, unseren Weg selbst zu gehen?

Oder anders formuliert: Haben wir die Wahl zu bestimmen, was unsere Bestimmung ist? Erklären wir vielleicht sogar erst hinterher unsere Bestimmung zu dem, was sie ist – nämlich unsere Bestimmung?

Egal, wie herum Sie es auch drehen und zu welchem Ergebnis Sie kommen – eines steht fest: Wenn Sie Ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen wollen, brauchen Sie Vertrauen. Auf das Leben, auf das Schicksal und vor allem auf sich selbst.

Ach ja, und in Bewegung setzen sollten Sie sich vielleicht auch noch. Sonst könnte es passieren, dass Sie und Ihr Schicksal sich verfehlen. Und das wäre doch schade. 😉

© 2006 Heike Thormann, Oktober 2006

Möchten Sie meinen Beitrag weiterempfehlen? Dann sage ich mal: Danke. :-)