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Für alle neuen Leser: eBook "Kreative Helfer in Alltag und Beruf"

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Kreativität und Innovation brauchen Anregung. Sie brauchen aber auch Schutz und Isolation. Wenn Sie sich zu früh in die Karten sehen lassen, führt das nur zu innerem Widerstand oder vermeintlich sicherer Routine. Schützen Sie deshalb Ihre Produkte, Ideen oder kreativen Werke durch einen schöpferischen Rückzug.

Kreative sind widersprüchliche Menschen. Und genauso widersprüchlich ist auch der gesamte kreative Prozess. Ich kann Ihnen kein idiotensicheres Verfahren empfehlen à la „tun Sie das und das und Sie sind kreativ“. Es ist immer ein sowohl – als auch, oder ein mal so – mal so.

So brauchen Kreative die Anregung durch andere und von außen. Kreativität bedeutet, etwas neu zu kombinieren. Und wenn nichts oder nicht genug da ist, gibt es auch nichts zu kombinieren. ;-)

Immer wieder müssen sie sich aber auch zurückziehen und bewusst eine Mauer zwischen sich und der Welt errichten, wenn ihre Kreativität nicht leiden soll.

Kreativität braucht Schutz

Unser Charakter und unsere Persönlichkeit sind keine unveränderbare Größe. Das hat seine Vorteile: Wir können uns wandeln und entwickeln.

Das kann aber auch zu einem Nachteil werden: Wir hängen oft von dem Hintergrund und den Umständen ab, die uns (gerade) begegnen. Wir können dort aufblühen oder verdorren. Die Interaktionen mit anderen Menschen können uns fördern und wachsen lassen oder aber einschränken.

Da muss man gar nicht so weit gehen und innovationsfeindliche Unternehmen zitieren, in denen typische Kreativitäts- und Ideenkiller herrschen. Auch wohlmeinende Mitmenschen können uns den Wind aus den Segeln nehmen.

Kreativität ist eben ein zartes Pflänzchen, das beständigen Schutz, Trost und Zuspruch braucht. Denn es ist schwer, sich permanent auf Neuland zu wagen und mit Bestehendem zu brechen. Das verunsichert und unterhöhlt unsere Selbstsicherheit. Entsprechend empfindlich sind wir.

Innovation braucht Isolation

So kann es Ihre Innovation und Inspiration zum Beispiel erheblich schaden, wenn Sie sich zu früh in die Karten schauen lassen.

Es ist experimentell erwiesen, dass wir neue Verhaltensweisen und neue Dinge schlechter lernen, wenn liebe Zeitgenossen anwesend sind. Denn um uns nicht entsetzlich zu blamieren, neigen wir in solchen Momenten dazu, auf Autopilot zu schalten und auf sicher Bewährtes zu setzen. Das Risiko, uns mit neuen Mustern oder Ideen aufs Glatteis zu begeben, gehen wir lieber nicht ein.

Innovationsfreundliche Unternehmen, die darum wissen, stecken ihre Kreativteams oder kreativen Genies deshalb gern sozusagen in „Isolationshaft“. ;-) Vor der Verunsicherung durch andere geschützt, kann jetzt jeder nach Herzenslust vor sich hinwerkeln und seiner Kreativität freien Lauf lassen.

Innovation braucht Kontakt

Nun soll das kein Plädoyer für kreative Einzelhaft sein. Wie gesagt, wir brauchen die Interaktion und den Kontakt für neue Anregungen, kritisches Hinterfragen und vieles andere mehr.

Auf die Balance kommt es an – und auf den rechten Moment.

Also: Stecken Sie bis über beide Ohren in der Entwicklung eines neuen Produkts? Schreiben Sie fieberhaft an Ihrem Buch? Schwingen Sie großzügig den Pinsel und bedecken die Leinwand mit farbenfrohen Details?

Dann Finger weg von jeder Interaktion und jedem Kontakt. Sperren Sie sich ein oder schließen Sie Ihr Werk weg. Sie sind in dieser Phase eh schon hochgradig unsicher – wird das Neue, was Sie da versuchen, gelingen? Jetzt noch ein falsches Wort oder der gefühlte Druck durch Neugierige – und der Pinsel fliegt schneller in die Ecke, als Ihnen lieb sein kann.

Deshalb gibt es zum Beispiel auch unter Schriftstellern den geflügelten Satz: Lass niemals, aber auch niemals Testleser Dein Werk begutachten, bevor die erste Fassung spruchreif ist.

Danach können Sie sich dann wieder für Anregungen oder Feedback-Runden unter Ihre Mitmenschen wagen.

Üben Sie mal: Suchen Sie nach der Balance

So, Sie sind dran.

Wo sehen Sie Möglichkeiten beziehungsweise Notwendigkeiten, Ihre zarte Pflanze Kreativität zu isolieren und zu schützen? Wann kann das genau notwendig sein? Und wie wollen Sie dazu vorgehen?

Und umgekehrt: Wo sehen Sie Möglichkeiten, sich Anregungen zu holen und in Kontakt mit der Welt zu treten? Bei welchen Gelegenheiten kann das sinnvoll sein? Was können Sie sich dazu vorstellen?

Wie gesagt, Kreativität ist widersprüchlich. Und kreative Menschen sind es auch. Vielleicht habe ich deshalb eine Vorliebe dafür entwickelt, nach dem rechten Maß zu suchen. Achten Sie immer auf eine Balance und ein Gleichgewicht: Während innovativer Schübe und in Ihrem Leben.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 01.06.2010

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