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Kreatives Denken.com Blog

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Die Last mit der Konkurrenz – nicht nötig bei gutem Selbstmarketing

8. Februar 2010 von Heike Thormann

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Lassen Sie sich keine Angst vor der Konkurrenz einjagen. Entwickeln Sie lieber eine eigene Handschrift und ein gutes Selbstmarketing. Kreative sind geradezu prädestiniert dafür. Hier habe ich ein paar Übungen für Sie.

In dem Buch eines sehr ambitionierten Juristen, der den Markt „besser lernen“ für sich entdeckt hat, las ich vor kurzem einen Satz, der mich innehalten ließ.

Und zwar kommentierte er Studienkollegen, die nicht über die richtigen Lerntechniken verfügten und deshalb vermutlich bei Prüfungen scheitern würden, mit der Bemerkung, das wären “ein paar Konkurrenten weniger“.

Genauso liest man immer wieder, dass im Internet die Konkurrenz nur einen Mausklick entfernt sei.

Ich möchte dem meine eigene Philosophie entgegenhalten: Dass im Internet der Partner nur einen Mausklick entfernt ist.

Vom „Konkurrenten“ profitieren

So bewerbe ich mich zum Beispiel seit Jahren erfolgreich immer wieder gegenseitig mit zwei Kollegen, die ähnliche Themen haben wie ich. Wir sind unterschiedlich genug, um unseren Zielgruppen Neues zu bieten, und ähnlich genug, um die Zielgruppe des jeweils anderen zu interessieren.

Genauso empfehle ich Interessenten an andere, auch durchaus „Konkurrenz“-Trainer und -Träger weiter, wenn ich der Meinung bin, dass sie dort mit ihren Wünschen besser aufgehoben sind als bei mir.

Und das wird auch honoriert. Besagte Interessenten begrüßen es, wenn ich darauf verzichte, ihnen irgendetwas „andrehen“ zu wollen, um nur ja einen Verkauf verzeichnen zu können. Ja, wenn ich ihnen sogar stattdessen Alternativen empfehle. Das werde „nicht vergessen“.

Und nicht wenige kommen in der Tat nach Jahren wieder auf mich zu und buchen etwas, was besser passt. Wenn sie mich nicht gleich lobend in ihrem Umfeld erwähnen – und damit eine gute Werbung für mich machen. ;-)

Oder sehen Sie sich die Baumärkte, Fastfood-Ketten und so weiter an, die sich oft unmittelbar nebeneinander setzen.

Früher habe ich immer gedacht: Wie narrisch, warum sich gegenseitig Konkurrenz machen? Aber sie werden das wohl kaum tun, weil sie scharf auf ein Konkurrenz-Duell sind. ;-) Nicht bei den Summen, die dort auf dem Spiel stehen.

Nein, sie profitieren stattdessen vom gemeinsamen Standort und Kundenströmen, die in die richtige Richtung fließen. Was der eine nicht oder nicht passend hat, hat der andere. Und aus dem gezielten Besuch beim einen wird schnell mal ein Bummel beim anderen.

Sich durch eigene Angebote und Profil auszeichnen

Natürlich gibt es auch unschöne Zeitgenossen, die zum Beispiel Inhalte oder Produkte klauen, oder unter Marketing offenbar verstehen, potenzielle Konkurrenten aus dem Weg zu drängen.

Was meines Erachtens gar nicht nötig ist, und vielleicht sogar sehr unklug sein kann.

Denn um noch einmal auf das Beispiel mit den Baumärkten zurückzukommen: Was der eine nicht (passend) hat, das hat der andere.

Geschmäcker und Bedürfnisse sind verschieden. Und wenn sie nicht gerade abgekupfert werden, sind keine zwei Angebote gleich. Sie unterscheiden sich in Inhalt, Art, Stil, Preis, sonstigen Rahmenbedingungen, anvisierter Zielgruppe, und und.

Erst wenn man dem anderen zu ähnlich wird oder bewusst zu ähnlich zu werden versucht, beziehungsweise nur noch über den Preis argumentiert, kann es „haarig“ werden.

Oder anders formuliert: Ich würde meine Zeit und Energie eher darin investieren, Angebote zu entwickeln, die zu meiner Zielgruppe passen. Und ich würde darauf achten, potenzielle Kunden durch meine eigene Art, mein Profil, kurz mein Selbstmarketing von mir zu überzeugen.

Dann habe ich auch keinen Grund, die Konkurrenz zu fürchten, sondern kann im Gegenteil nach Schnittstellen Ausschau halten.

Profil und Image entwickeln

Wobei gerade Kreative, wie Selbstständige auch, die einmalige Gelegenheit haben, sich über ihren Stil und ihre Stimme zu profilieren und zu vermarkten.

Alles, was sie tun, trägt ihre eigene Handschrift. Oder sollte sie zumindest tragen. ;-)

Egal, ob Literatur oder Architektur, Werbetext oder Design: Kreative schreiben nicht nur Bücher oder gestalten Räume. Sie bringen auch immer ihre Persönlichkeit und ihre Sicht der Dinge ein.

Nutzen Sie das. Schaffen Sie sich ein glaubwürdiges und authentisches Image. Kommunizieren Sie Ihre Einzigartigkeit.

Bringen Sie die Menschen dazu, Sie zu wählen, weil Sie Sie sind und weil Sie ganz eigene Angebote und Produkte haben. Dann haben Sie auch zumindest deutlich weniger Konkurrenz. ;-)

Ein paar Übungen

Und für den Fall, dass Sie sich mit einem eigenen Image noch etwas schwer tun, habe ich hier zur Einführung ein paar Übungen für Sie.

Nehmen Sie sich bitte etwas Zeit, Stift und Papier und beantworten Sie die folgenden Fragen:

  • Wenn ich mich mit fünf Worten selbst beschreiben sollte, welche wären das und warum?
  • Wenn ich mich mit Worten schwer tue: Gibt es fiktive Figuren, Schauspieler, Lieblingstiere und so weiter, die ich gut finde, und wenn ja, warum?
  • Was ist mir wichtig? Wofür stehe ich? Womit möchte ich verbunden werden?
  • Was kann ich besonders gut? Was nicht? Worauf bin ich stolz? Was ist mir peinlich?
  • Was habe ich fachlich drauf? Welche Kenntnisse und Erfahrungen habe ich gesammelt?
  • Welche Vorteile haben andere von mir? Womit kann ich ihnen nutzen? Was kann ich für sie tun?
  • Was will ich erreichen? Wen will ich überzeugen? Welche Ziele habe ich?
  • Welches Image will ich mir dazu geben und warum?
  • Wie kann ich dieses Image vermitteln? Und was kann mir dabei helfen?

Haben Sie keine Angst vor der Konkurrenz. Entwickeln Sie lieber eine eigene Handschrift. Dann können Sie auch kooperieren, statt zu konkurrieren. Und Studienkollegen vielleicht – gewinnbringend – zeigen, wie man besser lernt. Mmh? ;-)

Lesetipp: Wie Sie effektiv für sich selbst werben, lesen Sie auch in meinem Artikel “Storytelling im Marketing – mit Geschichten werben”.


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4 Kommentare zu “Die Last mit der Konkurrenz – nicht nötig bei gutem Selbstmarketing”

  1. am 09 Feb 2010 um 07:261Daniel Mihajlovic

    Jaaaa. :-)

    Das sehe ich ganz genau so. Und erfreulicherweise stelle ich immer wieder fest, dass dieses Denken zumindest bei Einmannunternehmen, so wie ich eines bin, sehr verbreitet ist.

    So zu denken bringt nämlich noch weitere Vorteile, wie z.B. gemeinsame Werbeaktionen, Thementage usw.

    Und langfristig ist es allemal klüger Kunden, die so gar nicht zu einem passen, abzulehnen und weiterzuempfehlen. Denn was würde daraus resultieren? Ich wäre unzufrieden und mein Kunde wohl ebenso. Tolle Mundpropaganda.

    Viele Grüsse

  2. am 09 Feb 2010 um 09:182Heike Thormann

    Hallo Daniel,

    dass dieses Denken zumindest bei Einmannunternehmen,
    so wie ich eines bin, sehr verbreitet ist.

    vielleicht auch, weil Einmann- (oder Einfrau-) Unternehmen wissen, dass ihre Ressourcen begrenzt sind und sie damit “haushälterisch” umgehen müssen. ;-)

    Es scheint in der Tat oft eine Folge von Größe und Wachstum zu sein, den ganzen Kuchen für sich haben zu wollen. ;-)

    So zu denken bringt nämlich noch weitere Vorteile,
    wie z.B. gemeinsame Werbeaktionen, Thementage usw.

    Genau, gute Punkte.

    LG Heike

  3. am 23 Feb 2010 um 08:513Burkhard

    Da kann ich mich meinem Vorredner nur anschließen. Denn das größte Problem vieler Einzelkämpfer besteht tatsächlich darin, vom “großen Kuchen” vermeintlich nicht genug abzubekommen. Ein Trugschluss, weil die eigenen Kapazitäten immer begrenzt sind. Und machen wir uns nichts vor: Die Kunden wollen nicht zig mal dasselbe, sondern auch mal etwas anderes. Und der Selbstständige um die Ecke hat beispielsweise nicht dasselbe Anforderungsprofil an ein Seminar wie die Führungskraft aus der Chefetage. Mit anderen Worten: Es ist genug für alle da. Wir müssen es uns nur bewusst (!) machen.

  4. am 23 Feb 2010 um 09:574Heike Thormann

    Hallo Burkhard,

    Es ist genug für alle da.
    Wir müssen es uns nur bewusst (!) machen.

    ja, genau, und es hilft natürlich auch, sich auf ein Thema, eine Zielgruppe, ein Profil oder Ähnliches “einzuschießen”.

    Nicht nur, weil wir damit besser greifbar sind. Sondern auch, weil wir damit letztendlich die Bedürfnisse unserer Kunden besser erfüllen.

    LG Heike

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