Die Autorin Julia Cameron nennt sie “Verrücktmacher”: Menschen, die einem kreative Energie abziehen. Nun hat sicher jeder andere Dinge, die ihn Energie und Kraft kosten. Also habe ich mal ein paar Punkte gesammelt, die sich als solche Energieräuber entpuppen können. Schauen Sie einfach selbst, ob und wie sehr das auf Sie zutrifft.
Die Autorin Julia Cameron nennt sie „Verrücktmacher“: Menschen, die einem kreative Energie abziehen, weil sie zum Beispiel
- einen mit ihren Problemen verrückt machen (aber an Lösungen nicht interessiert sind)
- einem ständig mit Ausreden kommen, warum etwas nun mal einfach nicht machbar ist
- ewig Hilfe brauchen oder sich Geld leihen, ohne dass man davon je etwas wiedersieht
- einen nerven, weil sie ständig zu spät kommen und Zeitpläne über Bord werfen
- und so manches andere mehr tun, was einen „verrückt“ machen kann.
Nun hat sicher jeder von uns andere „neuralgische“ Punkte, die ihn verrückt machen.
Ich reagiere zum Beispiel ungut, wenn man mich bei meiner Arbeit stört und das am besten noch mit dem Kommentar quittiert, dass man ja gleich wieder weg ist.
Das hilft mir dann auch nicht mehr viel, da ich ja schon gestört und aus meiner Arbeit herausgerissen bin. Deshalb wäre ich ein denkbar schlechter Fall für eine Bürogemeinschaft oder gar ein Großraumbüro. Jedenfalls, was konzentriertere (Schreib-) Arbeit angeht.
Um mir hier meine kreative Energie zu erhalten, brauche ich die Möglichkeit, über eine gewisse Zeitspanne hin allein, ungestört und ohne Unterbrechungen arbeiten zu können. Das habe ich mir mit meinem Home Office und mehr oder weniger festen „Pausenzeiten“ (die ich an potenziell „Störungswillige“ weitergebe
) verwirklicht.
Aber, wie gesagt, jeder hat andere Dinge, die ihn Energie und Kraft kosten.
Und da ich nach diesem intensiven Jahr gerade selbst mit meiner Kraft haushalten muss, habe ich mal ein paar Punkte gesammelt, die sich als solche Energieräuber entpuppen können. Schauen Sie einfach selbst, ob und wie sehr das auf Sie zutrifft.
Zu viele angefangene Projekte
Sie fangen ein Projekt nach dem nächsten an, ohne die vorherigen auch nur annähernd zu beenden.
Das Problem daran ist: Alles, was Sie anfangen, setzt sich als Verpflichtung in Ihrem Gehirn fest. Es wird Ihnen so lange Kraft entziehen, bis Sie es entweder beendet haben oder für abgeschlossen erkären.
Zu viel auf einmal wollen
Sie fangen nicht nur eine Sache nach der nächsten an, sondern wollen diese auch noch mehr oder weniger gleichzeitig erledigen.
Problem: Wenn Sie zu viel auf einmal wollen, laufen Sie Gefahr, sich zu verausgaben oder zu verzetteln. Dem ersten Adrenalinstoß und Hoch folgt oft schnell die Ernüchterung.
Zu viel Grübeln und Nachdenken
Sie denken oder grübeln zu viel darüber nach, ob Sie zum Beispiel mit dem, was Sie tun, auch richtig liegen.
Das Problem ist, dass gelegentliche Kontrolle und Kurskorrektur zwar gut sind. Aber eben in Maßen, und auch eher nüchtern-sachlich. Wer alle zwei Monate seine Karriere als Schriftsteller an den Nagel hängen will, weil sich der Bestseller immer noch nicht eingestellt hat, beraubt sich nur weiterer Energie.
Da habe ich hier den schlauen Tipp der Schriftstellerin Natalie Goldberg für Sie, die selbst immer wieder mal „endlich was Vernünftiges machen will“: Eine gute Portion Scheuklappen kann nicht schaden. Machen Sie die Augen zu und bleiben Sie am Ball. Komme, was da wolle.
Zu frühe oder falsche Kritik
Sie geben Ihre Werke zu früh zur Kritik frei, oder Sie ernten Kritik, die Tiefschlägern gleichkommt.
Das Problem ist: Kritik ist richtig und wichtig, um nicht über die eigene Betriebsblindheit zu stolpern. Aber zu frühe Kritik kann Sie stark verunsichern, und falsche Kritik kann Sie verletzen. Warten Sie lieber, bis Sie den ersten Entwurf stehen haben. Und suchen Sie sich Leute, die (im Allgemeinen, einen schlechten Tag haben wir alle mal) konstruktive Kritik geben können.
Falsche Kunden
Sie sind für die falschen Kunden, Auftraggeber oder andere Abnehmer Ihrer kreativen Werke tätig.
Problem: Natürlich freuen wir uns, wenn man uns für unsere Kreativität honorieren will. Und mancher von uns muss oder will davon auch leben. Aber seien wir ehrlich: Es gibt auch Kunden, die einen schlicht schaffen, weil sie zum Beispiel an allem etwas auszusetzen haben. Fragen Sie sich bei solchen Kunden immer, ob Sie nicht lieber auf sie verzichten können und wollen.
Falsche Freunde
Die falschen Freunde können einen nicht minder Energie kosten. Freunde und Kontakte, die beispielsweise neidisch auf Sie sind oder Ihre Erfolge nicht vertragen können, sollten Sie ebenfalls überprüfen.
Falsche Verpflichtungen
Sie lassen sich Verpflichtungen aufhalsen oder tun Dinge, die Sie gar nicht tun wollen.
Problem: Sicher können und wollen wir nicht vor uns hinwursteln und die Wünsche anderer ignorieren. Wir sollten auch in der Lage sein, Kompromisse einzugehen und mit anderen eine gemeinsame Grundlage zu finden. Tun Sie aber Dinge, die Ihnen gegen den Strich gehen, wird Sie das nur unnötig viel Energie kosten. Selbst, wenn Sie damit zum Beispiel ein bestimmtes Bild von sich bedienen wollen. (Lieb, nett oder Ähnliches zu sein.)
Falsche Arbeitsroutinen
Sie lassen sich von klugen Ratschlägen blenden und übernehmen ungefragt die Arbeitsroutinen anderer, nur weil diese damit gut fahren.
Problem: Wir Menschen sind verschieden. Wenn jemand mit einem geregelten Tagesablauf gut zurecht kommt, muss das nicht für Sie gelten. Vielleicht sind Sie eher der Typ, der sich an Routinen stört und flexibel sein will. Nehmen Sie die Anregungen anderer deshalb als das, was sie sind: Anregungen. Und passen Sie sie an sich selbst und Ihre eigenen Bedürfnisse an.
Ich breche hier mal ab. Ich sehe schon: Es gibt sehr viele Dinge, die uns unsere kreative Energie rauben können.
Vielleicht ist dies deshalb der ultimative Energieräuber: Sich nicht zu fragen, was einen Kraft kostet, und das dann konsequent zu bereinigen, zu verbessern und zu klären. Mmh?
Und was kostet Sie zu viel Energie?
© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 09.11.09
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