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Es sollte sich mittlerweile eigentlich herumgesprochen haben, dass Kreativität selten ein Fall von isolierten Geistesblitzen ist. Dennoch wird Kreativität nicht vernetzt, um dieses Kombinieren zu fördern. Vielmehr wird sie isoliert und begrenzt. Hier habe ich ein paar Tipps für Sie, wie Sie durch Vernetzungen kreativer werden können.

Es sollte sich mittlerweile eigentlich herumgesprochen haben, dass Kreativität nur selten ein Fall von isolierten Geistesblitzen ist. Unsere Kreativität will Vorhandenes kombinieren, um daraus Neues zu stricken. Je mehr Futter sie für dieses Kombinieren bekommt, desto besser.

Dennoch wird Kreativität nicht vernetzt, um dieses Kombinieren zu fördern. Vielmehr wird sie isoliert und begrenzt.

Hochbegabte Talente werden teuer eingekauft – und sollen es dann im Alleingang richten. Innovationsabteilungen werden eingerichtet – und sollen jenseits der Unternehmensrealität, im Elfenbeinturm, kreative Ideen ausbrüten. Arbeitsteams werden aus Effizienzgründen auf möglichst enggefasste Aufgaben losgelassen – und sollen gleichzeitig über den Tellerrand blicken können.

Aber Kreativität ist nicht auf einige besonders kreative Menschen beschränkt. Und sie ist nur selten eine Sache strukturierter Innovationssuche. Kreativität findet erheblich öfter im unscheinbaren Austausch und Miteinander statt.

Oder anders formuliert: Aufmerksame Beobachtungen an der Werkbank und der Schwatz mit dem Kollegen können öfter zu neuen Entwicklungen führen als das Brainstorming am Reißbrett.

Kreativität will vernetzt werden. In Schubladen denken wir alle. Die Kunst ist es, diese Schubladen zu überwinden.

Wer sagt, dass die Buchhaltung nicht den entscheidenden Tipp für die Produktentwicklung haben kann? Kreativschmieden holen sich nicht umsonst Kinder und andere Laien, um mal eine ganz andere Perspektive zu bekommen.

Und der Fluch eines Kollegen an der Werkbank über immer den gleichen Fehler kann in den Ohren eines anderen ein Ideenfeuerwerk auslösen.

Suchen Sie deshalb nach Möglichkeiten der Vernetzung. Was Businessverbände und Co. mit ihrem Netzwerken längst vormachen, kann auch im ganz normalen Arbeitsalltag funktionieren. Hier habe ich mal spontan einige Ideen dafür gesammelt.

  • Noch relativ „brav“: Stellen Sie möglichst heterogene Arbeitsteams aus vielen verschiedenen Bereichen zusammen.
  • Interessante Abwandlung: Stellen Sie einem Mitarbeiter zum Beispiel eine Zeitlang einen „Azubi“ an die Seite. Das kann ein echter Auszubildender sein, ja. Interessant wären aber auch die Kommentare und unbedarften Fragen des Buchhalters, der sich plötzlich an der Werkbank wiederfindet. ;-)
  • Veranstalten Sie einen internen „Tag der offenen Tür“ und lassen Sie die Mitarbeiter in anderen Abteilungen schnuppern.
  • Auch eine interessante Abwandlung: Tauschen Sie zeitweise mal die Mitarbeiter einzelner Abteilungen aus. Und ja, ich weiß, dass das Zeit kostet, sich neu einarbeiten zu müssen, selbst wenn es sich um ähnliche Tätigkeiten handelt. Aber die Fragen und Probleme, die unweigerlich aufkommen werden, können auch zu Verbesserungen und Ideen führen.
  • Noch eine interessante Abwandlung: Bilden Sie „Springer“ aus, die über breite Kenntnisse verfügen und in den einzelnen Abteilungen aushelfen können. Der Effekt ist ähnlich wie oben. Es dürfte nur weniger Zeit kosten, und die Springer können Knowhow von Abteilung zu Abteilung tragen.
  • Fördern Sie die Jobrotation, Effekt siehe oben.
  • Richten Sie Kaffee-Ecken oder andere Möglichkeiten inoffizieller Kommunikation ein. Kreativität ist Kommunikation. Wo, wenn nicht hier, kann man leichter den Stoff für Ideen aufschnappen.
  • Regen Sie zum intensiven Gebrauch des hauseigenen Intranet an. Twittern Ihre Mitarbeiter heimlich bei der Arbeit? Machen Sie es offiziell – mit einem eigenen „Unternehmens-Twitter“.
  • Rufen Sie gemeinsame Kreativrunden aus, oder lassen Sie die Leute einen abteilungsübergreifenden „Kummerkasten“ oder Ideenpool füttern. Gern auch mit guten Tipps und Hinweisen von Seiten der Kollegen.
  • Initiieren Sie Ideenwettbewerbe und teilen Sie die Teilnehmenden per Zufallswahl in Teams ein.

Und vieles andere mehr.

Lassen Sie sich inspirieren: Wie können Sie sich vernetzen, um kreativer zu werden?

(Das muss nicht nur aus Unternehmenssicht sein. Ziehen Sie zum Beispiel als Freiberufler in ein Gemeinschaftsbüro. Unterstützen Sie sich offiziell oder inoffiziell mit anderen Freiberuflern. Und und.)

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 25.11.09


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