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Lebensgestaltung: Übernimm die Verantwortung für Dein Leben

Nie gab es mehr Möglichkeiten, unser Leben zu gestalten als heute. Nie aber auch weniger vorgezeichnete Bahnen oder Rollen, denen wir automatisch folgen könnten. Wir haben die Freiheit der Wahl, aber auch die Qual der Wahl. Und damit ein Problem. Denn trotz all unseres Wissens, unserer Kenntnisse und Fähigkeiten haben wir eines nie gelernt: Unser Leben selbst zu gestalten.

Erwartungen und Mutmaßungen für sein Leben

Ein Jahreswechsel bringt es so mit sich: Rückblicke in das vergangene Jahr und Erwartungen und Mutmaßungen, vielleicht bange Mutmaßungen für das neue. Die Zeit scheint für einen Moment still zu stehen und man fragt sich, wohin die Reise wohl gehen wird.

Verständlich, denn in die Zukunft sehen kann keiner und niemand kann uns sagen, was das neue Jahr an Freuden und Belastungen bringen wird.

Aber auch bedenklich, denn wenn wir bei Erwartungen und Mutmaßungen stehen bleiben, werden wir niemals das bekommen, was wir wollen, sondern bestenfalls das, worauf wir warten. (Und nein, das ist jetzt nicht unbedingt im positiven Sinne gemeint. ;-))

Herta Torriani-Seele drückt es in diesem kleinen Gedicht sehr schön aus:

„Das neue Jahr betritt die Erde;
sein Mund ist stumm, sein Blick geht weit.
Wohin es schreitet, stehn zur Seit’
der Menschen viel mit fragender Gebärde.
Doch kühl erstaunt sein Blick sie streift:
„Was fragt ihr mich? Ich trage Gottes Saat
und streu’ sie aus in eure kurzen Tage.
Doch was ihr hegt, was euch an Früchten reift
nach eurem eigenen Willen, Sinn und Tat
– das erntet ihr! Bedarf es da der Frage?“

Können wir unser Leben selbst gestalten?

Wie ist das also?

Ernten wir, was wir aus dem machen, was wir vorfinden? Ernten wir, wie wir mit dem umgehen, was wir sind?

Wenn ja, dann bedeutet das aber auch, dass wir aufgerufen sind, verantwortungsvoll umzugehen mit unserem Leben und Verantwortung zu übernehmen für unser Leben.

Und das heute mehr denn je. Denn nie gab es mehr Möglichkeiten, unser Leben zu gestalten als heute. Nie aber auch weniger vorgezeichnete Bahnen oder Rollen, denen wir automatisch folgen könnten.

Wir haben die Freiheit der Wahl, aber auch die Qual der Wahl. Und damit ein Problem. Denn trotz all unseres Wissens, unserer Kenntnisse und Fähigkeiten haben wir eines nie gelernt: Unser Leben selbst zu gestalten.

Was meinen Sie? Können wir unser Leben wirklich selbst gestalten? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht?

Haben Sie sich schon einmal Fragen gestellt wie:

  • Wie kann ich ein Leben nach meinen Vorstellungen führen?
  • Was kann ich tun, damit meine Wünsche in Erfüllung gehen?
  • Was muss ich tun, um meine Zukunft beeinflussen zu können?

Machen Sie sich das Problem bewusst

Wenn ja, haben Sie den ersten wichtigen Schritt schon getan. Sie haben sich das Problem bewusst gemacht.

Sie haben Abstand davon genommen, darauf zu warten,

  • dass sich die Dinge von selbst erledigen
  • dass jemand Ihnen Ihre Lösungen präsentiert
  • dass ein blindes Huhn auch mal ein Korn findet. 😉

Nicht lachen. Das ist oft die eigentliche Crux, das Problem hinter dem Problem.

Den Verhältnissen die Schuld geben

Seien wir ehrlich: Es ist doch viel einfacher, uns als Opferlamm zu sehen und den Verhältnissen die Schuld zu geben.

  • Ich hasse meinen Job. Aber ich kann froh sein, überhaupt einen zu haben.
  • Ich führe nur noch eine Zweck-Ehe. Aber irgendjemand muss ja die Miete bezahlen.
  • Ich würde mich gern selbstständig machen. Aber wer soll dann die Familie ernähren.

Und so weiter, und so fort.

Alles berechtigte Einwände, warum etwas nicht geht.

Wirklich berechtigte Einwände? Führen sie nicht nur dazu, uns aufs Jammern zu beschränken und die Vergangenheit zu bereuen?

  • Hätte ich doch nur eine bessere Ausbildung erhalten.
  • Hätte ich doch nicht den falschen Mann geheiratet.
  • Hätte ich doch keine Familie gegründet.

Nach Möglichkeiten und Lösungen suchen

Mmh, ja, aber wie wäre es, wenn wir uns nicht in der Vergangenheit aufhielten, sondern Verantwortung für die Zukunft übernähmen? Wie wäre es, wenn wir vom Jammern und Bereuen zum Handeln übergingen? Wie wäre es, wenn wir nach Möglichkeiten und Lösungen suchten?

Anders formuliert: Die Verhältnisse sind, wie sie sind. Daran können wir nichts mehr ändern. „Gottes Saat“ trifft uns, ob wir wollen oder nicht. Daran können wir auch nichts ändern. Aber was wir aus den Verhältnissen machen und wie wir mit Gottes Saat umgehen – daran können wir etwas ändern.

Sie könnten sich dazu Fragen stellen wie etwa:

  • Was ist gut an meinem Leben und was nicht? Womit bin ich zufrieden und was muss anders werden? (Ist-Zustand und Bestandsaufnahme)
  • Wo will ich hin? Was will ich erreichen? Wie sieht mein Ziel aus? (Soll-Zustand und Zieldefinition)
  • Wie bin ich überhaupt in diesen Schlamassel geraten? Warum habe ich noch nicht bekommen, was ich haben will? (Problemanalyse)
  • Was habe ich bisher versucht, um meine Wünsche zu verwirklichen? Wie bin ich dabei vorgegangen? Mit welchem Ergebnis? (erste Lösungsansätze bewusst machen)
  • Wie wichtig ist mir die ganze Sache eigentlich? Will ich zum Beispiel wirklich abnehmen oder will das jemand anders? Frage dann: Wer und warum? Gibt es versteckte Motive? (Motivationsanalyse)
  • Woran werde ich erkennen, dass ich mein Ziel erreicht habe? (Nicht lachen, dass ist für viele ein Problem. ;-)) Wie wird mein Umfeld reagieren? Welche Konsequenzen kann das haben? (Zielkriterien)
  • Wie kann ich meine Probleme lösen und meine Ziele erreichen? Wer oder was kann mir dabei helfen? (Lösungsschritte und Methoden wählen)

Und so weiter, und so fort.

Wenn Sie sich diese Fragen ehrlich und selbstkritisch beantworten und auch nicht locker lassen, wenn sich Ihr kleiner innerer Schweinehund sträubt und windet, dann werden Sie ein gut Teil dichter dran sein an der Erfüllung Ihrer Wünsche und der Gestaltung Ihres Lebens.

Gezielt Neues anfangen

Und ein letzter Tipp:

Jahreswechsel haben mit Momenten der Unzufriedenheit eines gemeinsam: Sie schärfen unser Bewusstsein für unsere augenblickliche Lage. Sie machen uns klar, was uns noch gegen den Strich geht und wovon wir ein und für allemal genug haben. Nutzen Sie diese Zeit, um gezielt Neues anzufangen, neue Denk- und Handlungsweisen zu entwickeln. Nur zu bald holen uns Alltagstrott und Routine wieder ein und lassen uns in unser diffuses Unwohlsein zurücksinken.

Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihr Leben.

Sie werden Fehler machen. Sie werden sich die Knie aufschlagen. Sie werden sich an manchen Tagen fragen, warum Sie sich das alles antun. Aber Sie werden auch Ihr Leben leben und nicht das Leben Sie. :-)

© 2007 Heike Thormann, Erstveröffentlichung Januar 2007

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