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Leichter durchhalten mit Reframing

Wenn Kreative eines müssen, dann dies: Durchhalten können. Egal, was Sie tun, ob Sie Produkte entwickeln oder ein Buch schreiben: Nichts geschieht über Nacht. Aber so leicht ist das nicht mit dem Durchhalten. Wir werden immer wieder schwach. Wenn Sie ebenfalls zu „Rückfällen in die Steinzeit“ eigentlich längst überwunden geglaubter Süchte und Fallen neigen, könnte diese Übung etwas für Sie sein.

Wenn Kreative eines müssen, dann dies: Durchhalten können.

Egal, was Sie tun, ob Sie Produkte entwickeln oder ein Buch schreiben: Nichts geschieht über Nacht. Wenn Sie nicht gerade mit flüchtigen Skizzen zufrieden sind, wird binnen kurzem Ihr Buch weder fertig, noch hat es sich verkauft und Leser gefunden.

Sie brauchen also die Ausdauer, das, was Sie begonnen haben, auch zuende zu bringen, ohne unterwegs vom Weg abzukommen. Verlockungen können Sie als Zerstreuung zwischendurch einbauen. Aber Sie sollten zusehen, ihnen nicht zum Opfer zu fallen und bereitwillig Ihre Produkte oder Bücher sausen zu lassen.

Aber so leicht ist das nicht mit dem Durchhalten. Wir werden immer wieder schwach. Und dann ärgern wir uns, dass wir, wie es Teilnehmern von mir ging, etwa das Wochenende, das fürs Schreiben oder Lernen gedacht war, nonstop vorm Fernseher verbracht haben. 😉

Wenn Sie ebenfalls zu „Rückfällen in die Steinzeit“ eigentlich längst überwunden geglaubter Fernseh-Süchte und anderer Fallen neigen, könnte diese Übung etwas für Sie sein:

Üben Sie, leichter durchzuhalten mit der Kreativtechnik Reframing.

Beim Reframing geht es im Prinzip um zwei Dinge. Entweder Sie ändern Ihre Interpretation von etwas. Oder Sie ändern das Umfeld von etwas.

Beispiel:

Wenn Sie versuchen, Ihre Interpretation zu ändern, versuchen Sie, etwas durch eine andere Brille zu sehen.

Sie könnten sich also beispielsweise darüber ärgern, es nicht durch die Anwalts-Prüfung geschafft zu haben. Vielleicht hat aber auch Ihr Unterbewusstsein gemauert und Sie die Prüfung vergeigen lassen, weil Sie in Wirklichkeit gar nicht Anwalt werden wollten.

Wenn Sie versuchen, das Umfeld zu ändern, versuchen Sie, etwas in einen anderen Zusammenhang oder eine andere Situation zu bringen.

So könnten Sie, obwohl „Nachteule“, weiterhin Frühschichten übernehmen und wie ein halber Zombie durch die Gegend laufen. Sie könnten sich aber auch Jobs suchen, in denen Sie frohgemut Nachteule bleiben und abends oder nachts arbeiten können.

Übertragen Sie die Technik jetzt auf das Problem „wie kann ich leichter durchhalten“.

Nehmen wir uns mal die Verlockung Fernsehen vor und überlegen, wie wir unseren Wunsch „fernsehfreies Wochenende“ durchhalten können.

Dann könnten Sie beispielsweise all den scheinbaren oder tatsächlichen Einwänden dagegen zu Leibe rücken und sie anders zu interpretieren versuchen.

Beispiel:

Sie wollen Ihren Fernseh-Konsum reduzieren und jetzt kommen all die kleinen Zeterer wie …

a) „Ich halte das nicht durch. Das ist zu schwer für mich.“

Interpretation ändern, etwa zu:

„Vielleicht sollte ich das als Gelegenheit sehen, mir etwas zu beweisen, über mich hinauszuwachsen und meine Meinung von mir zu verbessern?“

b) „Was soll ich denn dann in meiner Freizeit tun?“

Interpretation ändern, etwa zu:

„Vielleicht fallen mir viele weitere Beschäftigungsmöglichkeiten ein, wenn ich erst einmal dazu „gezwungen“ bin, mich mit den plötzlich leeren Stunden auseinander zu setzen? Vielleicht entdecke ich sogar alte Hobbys wieder?“

c) „Ich verpasse ja meine ganzen Lieblingsserien, wenn ich jetzt nicht fernsehe.“

Interpretation ändern, etwa zu:

„Vielleicht kann ich die Sendungen aufzeichnen? (Und dabei womöglich herausfinden, dass sie mir doch nicht so wichtig waren, wie gedacht?) Vielleicht sehe ich sie mir auch nur aus reiner Gewohnheit an?“

Sie sehen das Prinzip? Versuchen Sie, unbewusste Einwände und Stolperfallen durch eine andere Brille zu sehen und damit der Kapitulation „ach, lass uns jetzt fernsehen“ vorzubeugen.

Oder Sie arbeiten nicht an mentalen Schlichen, sondern gehen handfester zur Sache. Indem Sie das Umfeld ändern.

Beispiel:

a) „Ich werde schwach, wenn ich nicht fernsehen soll, und der Apparat dort steht, lockt und winkt.“

Umfeld ändern, etwa zu:

„Dann werde ich darauf achten, zu bekannt „fernsehkritischen“ Zeiten (wenn ich für gewöhnlich schwach werde) nicht zuhause zu sein und zum Lernen oder Schreiben zum Beispiel in die Bibliothek gehen.“

b) Ändern Sie nicht Ihr eigenes Umfeld. Ändern Sie das Umfeld Ihres Fernsehers. Stellen Sie diesen beispielsweise in einen kalten, klammen Raum, wo es keinen Spaß macht, sich lange aufzuhalten, geschweige denn, es sich gemütlich zu machen. Oder stellen Sie ihn auf den Fußboden, und Sie müssen sich, möglichst ohne Rückenlehne, im Schneidersitz davor setzen. (Versuchen Sie mal, so einen Spielfilm zu genießen. ;-))

c) Oder ändern Sie nicht Ihr eigenes Umfeld oder das des Fernsehers, sondern sozusagen das Umfeld der Fernsehsendungen. Machen Sie einen Bogen um Ihre Lieblingsserien und sehen Sie sich Sendungen an, bei denen Sie noch etwas lernen können. (Stellen Sie zum Beispiel passende Kanäle ein.) Wenn Sie dann rückfällig werden und das Wochenende doch mit Fernsehen verbringen, haben Sie wenigstens noch was gelernt. Und das wollten Sie ja schließlich, mmh? 😉

Sie sehen, worauf ich hinausmöchte?

Wann immer Sie schwach zu werden drohen und glauben, nicht mehr durchhalten zu können, ändern Sie Ihre Interpretation der Lage oder die Lage selbst. Reframing hilft Ihnen dabei.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 04.02.10

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