Blog-Kurs: Schneller lesen, Lektion 4. Die Lesegeschwindigkeit erhöhen.
17. Februar 2010 von Heike Thormann ++ Mehr von mir: Besuchen Sie mein Download-Center ...
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In der Schule haben wir noch gelernt, Wort für Wort zu lesen. Aber das ist oft gar nicht nötig. Es würde reichen, die Worte oder Begriffe, die uns schon geläufig sind und die unser Gehirn abgespeichert hat, wiederzuerkennen.Genau darum geht es bei den Techniken des Speed Reading. Lesen Sie, wie Sie Ihr Lesetempo steigern und “doppelt so viele Worte in der Minute lesen wie früher”.
Waren Sie im letzten Teil meines kleinen Blog-Kurses „Schneller lesen“ dabei und haben die ersten drei Schnelllese-Techniken kennengelernt? Dann wissen Sie jetzt, wie Sie einen Text überfliegen oder gezielt etwas suchen.
Lernen Sie nun einige Techniken kennen, mit denen Sie Ihre eigentliche Lesegeschwindigkeit erhöhen. Diesmal geht es um das berühmte „ich lese jetzt in einer Minute doppelt so viele Worte wie früher“.
Das Problem mit dem normalen Lesen
Nein, ich meine jetzt nicht unpraktische Vorgehensweisen wie etwa die, ein Buch von vorn bis hinten durchzulesen, obwohl man bestensfalls die Hälfte der Informationen gebrauchen könnte. Wie Sie systematischer lesen, sollten Sie in den letzten Lektionen dieses Schnelllese-Kurses gelernt haben.
Ich meine die Angewohnheit, Wort für Wort zu lesen, obwohl wir das gar nicht müssen.
Meistens geht es beim Lesen nämlich weniger darum, etwas völlig Neues wahrzunehmen. Es geht eher darum, Worte oder Begriffe, die uns schon geläufig sind und die unser Gehirn abgespeichert hat, wiederzuerkennen.
Selbst durcheinandergewürfelte Buchstaben wie „nkönne ieS endies Bhcustabnealats leesn“ oder verdrehte Redewendungen wie „kein wächst Gras mehr da“ erkennt unser Gehirn – je nach Lesepraxis – mehr oder weniger schnell, und ordnet alles richtig zu.
Wir müssten also im Prinzip vieles gar nicht mehr wirklich wahrnehmen, sondern nur noch wiedererkennen. Wir müssten gar nicht bei jedem Wort innehalten und uns klarmachen: „Ach ja, das ist jetzt ein „und“. Und dort steht „Gehirn“.“
Wenn ein Text also nicht gerade stark verdichtet ist, kompliziert geschrieben ist oder vor Fremdwörtern starrt, könnten wir Gas geben und versuchen, uns auf das Wiedererkennen zu beschränken.
Mit Speed Reading schneller lesen
Dazu gibt es diverse Techniken, die Ihr Auge dazu „zwingen“ wollen, mehr Tempo zu entwickeln, um nicht mehr in die Praxis des Wort-für-Wort-Lesens zurückzufallen.
Zusammengefasst werden diese Techniken als „Speed Reading“ (Partnerlink), das in den 1970er Jahren vom „Vater des Mind Mapping“ Tony Buzan entwickelt und populär gemacht wurde.
Die Namen dieser Techniken variieren je nach Quelle oder Trainer. Deshalb nenne ich Ihnen das Prinzip, das dahintersteckt. Wenn Sie möchten, vergeben Sie auch gern eigene Begriffe.
Genauso würde ich die Techniken nicht „sklavisch“ anwenden wollen. Wenn Sie Einzelheiten abändern oder ganz neue Varianten erfinden wollen: Nur zu. Wichtig ist nur, dass Sie erfassen, worum es bei der Technik überhaupt geht.
Okay, sind Sie bereit? Dann auf die Plätze, fertig, los – ran an Buch oder Text.
1. Mehrere Worte auf einen Blick erfassen
Diese Technik versucht, das Wort-für-Wort-Lesen zu beschleunigen, indem es Sie zumindest schon mal mehrere Worte oder einzelne Wortgruppen erkennen lässt.
Wenn Sie sich zum Beispiel meinen Satz von gerade ansehen, können Sie erkennen, dass Wortgruppen wie „schon mal mehrere Worte“ oder „oder einzelne Worte“ oder „erkennen lässt“ sinnvolle Einheiten bilden, die wir von unserer Lesepraxis her gewohnt sind.
Sie können diese Technik gut an schmalen Zeitungsspalten üben. Oder denken Sie sich ein bis zwei senkrechte Linien, die über den Text wandern und immer neue Wortgruppen aufdecken. (Helfen Sie mit Lineal oder Ähnlichem nach, wenn Ihnen das schwerfallen sollte.)
Oder machen Sie es so wie ich und folgen Sie nicht Wort für Wort der Zeile, sondern blicken Sie sozusagen immer wieder von oben auf die Zeile. Und das in wandernden Abständen von links nach rechts.
(Ich gebe zu, hier ist es von Vorteil, nicht räumlich sehen zu können, sondern abwechselnd mit dem einen oder anderen Auge zu sehen. Meine Augen „springen“ sowieso.
)
2. Mehrere Zeilen auf einen Blick erfassen
Bei dieser Technik sollen Sie nicht mehrere Worte, sondern mehrere Zeilen auf einmal erfassen. Ihr Blick wandert also nicht senkrecht über das Blatt, sondern waagerecht.
Wenn Sie musizieren und Noten lesen, könnte Ihnen das vertraut sein. Auch hier stehen, je nach Instrument, zwei, drei oder mehr Noten untereinander, die Sie zusammen lesen müssen.
Wenn Sie sich schwer tun, könnte auch hier ein Lineal oder ein zweites Blatt Papier helfen, mit dem Sie immer zwei, drei neue Zeilen auf einmal freigeben.
3. Diagonal beziehungsweise im Zick-Zack über das Blatt lesen
Wie gesagt, unser Gehirn muss in den meisten Fällen nur etwas wiedererkennen, nicht wahrnehmen. Es muss die Informationen also auch nicht in der richtigen Reihenfolge oder vollständig erhalten.
Versuchen Sie deshalb ruhig einmal, diagonal über das Blatt zu lesen. Und zwar mehr als nur beim suchenden Lesen aus Teil 3 dieses kleinen Schnelllese-Kurses.
Dazu können Sie
- entweder diagonal über mehrere Zeilen lesen und, wenn Sie bei der letzten Zeile angekommen sind, die Augen absetzen und am Anfang des nächsten Zeilenblocks wieder ansetzen
- oder ebenfalls diagonal über mehrere Zeilen lesen, aber, wenn Sie bei der letzten Zeile angekommen sind, die Augen nicht absetzen, sondern rückwärts führen, bis Sie am Anfang der nächsten Zeile angekommen sind (sog. Schleifentechnik)
Der Vorteil der zweiten Variante ist, dass Sie durch den Bogen oder die Schleife noch weitere Informationen aufnehmen, zum Beispiel auch aus der Zeile darüber, bevor es mit dem nächsten Block weitergeht.
Üben, üben, üben
Aber egal, zu welcher Technik Sie auch greifen (oder ob Sie alle gemischt anwenden), eines bleibt Ihnen nicht erspart: Hartnäckig zu üben.
Denn da diese Techniken dem widersprechen, was wir in der Schule gelernt haben, müssen wir hier erst einmal umlernen und umdenken.
Machen Sie sich also bitte keinen Stress, wenn es nicht auf Anhieb mit dem beschleunigten Lesen klappen sollte. Nehmen Sie sich die Zeit, die Techniken zumindest einmal in Ruhe auszuprobieren.
Wer weiß, vielleicht sagen auch Sie: „Ich lese jetzt in einer Minute doppelt so viele Worte wie früher.“
Im letzten Teil meines kleinen Blog-Kurses „Schneller lesen“ gebe ich Ihnen noch ein paar Hilfsmittel und praktische Tipps mit auf den Weg. Bis später.
Lesetipp: Und hier sehen Sie alle Teile des Blog-Kurses “Schneller lesen”
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