Eine wichtige Erfolgseigenschaft für Kreative und im Leben überhaupt ist es, durchhalten zu können. Nicht gleich alles hinzuwerfen, auch Schwierigkeiten zu überwinden, einen langen Atem zeigen zu können. Aber wie ich letztens schon einem Leser schrieb: Manchmal muss man auch loslassen können.
Eine wichtige Erfolgseigenschaft für Kreative und im Leben überhaupt ist es, durchhalten zu können. Nicht gleich alles hinzuwerfen, auch Schwierigkeiten überwinden zu können, einen langen Atem zeigen zu können.
So brauchen zum Beispiel die meisten Beziehungen, ob Freundschaft oder Partnerschaft, Zeit, bis sie sich eingespielt haben. “Anfangskämpfe”, die auf dem unterschiedlichen Naturell der Beteiligten beruhen, sind normal. Zu glauben, dass von Beginn an alles rosig ist und gut läuft, wäre m.E. blauäugig. Viele Trennungen müssten nicht sein, wenn Partner diesen Punkt überwinden könnten.
Die meisten Vorhaben und Projekte, ob kreatives Hobby oder ersehnte Einnahmequelle, brauchen Zeit, bis man sie beherrscht oder an den Punkt der Rentabilität gebracht hat. Zu glauben, dass man mit möglichst wenig Einsatz den großen Erfolg erzielen kann, wäre unrealistisch.
Loslassen können
Aber wie ich letztens schon einem Leser schrieb: Manchmal muss man auch loslassen können.
Es gibt einen Punkt, an dem die Sache umkippt:
- Wenn es keine Hoffnung auf Besserung gibt.
- Wenn man ein Projekt einfach nicht in den Griff bekommt.
- Wenn es einen selbst schädigt oder der Preis zu hoch ist.
- Wenn es keinen Spaß mehr macht.
- Und Ähnliches mehr.
Dann muss man loslassen können, um sich nicht länger selbst im Weg zu stehen und überdies vielleicht auch noch anderen Beteiligten zu schaden.
Warum es schwerfällt, loszulassen
Es ist nicht ganz leicht, diesen Punkt zu finden:
- Es läuft zwischendurch gut und man hofft wieder, aber dann kippt es erneut.
- Man hat noch Erwartungen, Hoffnungen oder Gefühle, die man mit etwas verbindet.
- Man will sich nicht um etwas bringen, was vielleicht doch noch funktioniert hätte.
- Man will nicht zu früh aufgeben, denn man weiß aus Erfahrung, dass Schwierigkeiten am Anfang normal sind. Wenn man jedes Mal sofort hinwerfen würde, würde man sich um viele gute Dinge bringen.
- Manchmal wären auch nur ein anderer Ansatz, ein anderer Dreh, eine Verbesserung nötig, um die Sache doch noch ans Laufen zu bringen. Und es wäre auch hier schade, sich diese Chance nicht mehr zu gönnen.
- Man will andere Beteiligte nicht verletzen, enttäuschen oder ihnen schaden.
- Man hat so viel reingesteckt, man will nicht, dass alles umsonst war.
Setzen Sie selbst fort.
Aber Kreativität lebt davon, auszuprobieren, Fehler zu machen, zu versagen, zu lernen und weiterzugehen. Und dazu gehört auch, loslassen zu können und in Frieden zu gehen.
Es ist niemandem geholfen, an Projekten, Produkten oder Methoden festzuhalten, die nicht mehr funktionieren. Und auch der andere profitiert nicht davon, wenn wir nur mit halbem Herzen oder zu unserem eigenen Schaden bleiben.
Den Wendepunkt finden
Was könnte also helfen, diesen „Wendepunkt“ zu finden? Den Punkt, an dem man beschließt, loszulassen?
In sich hineinhören
Hören Sie in sich hinein: Fühlt sich das, was Sie tun, trotz aller Schwierigkeiten weiterhin gut an? Macht es Sinn? Oder bauen Sie zunehmend innere Widerstände, Frust, vielleicht sogar Ärger gegen etwas auf?
Eine Frage der Verhältnismäßigkeit
Vieles ist auch eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Überlegen Sie: Ärgern Sie sich einfach hin und wieder ein wenig? Dann ist auch das oft normal und nicht mal bös’ gemeint. Ärger ist ein Ventil für Spannungen, und die gibt es immer wieder, egal, was wir tun. Oder ist der Punkt erreicht, an dem Irritationen zu handfestem Schaden werden?
Schätzen Sie das Potenzial ab
Gehen Sie auf „Fehlersuche“. Schätzen Sie das Potenzial von etwas ab: Was ist noch machbar? Wie groß sind die „Erfolgsaussichten“? Wie wahrscheinlich ist es, das Problem noch in den Griff zu bekommen?
Der mechanische Ansatz
Oder werden Sie ganz „mechanisch“. Setzen Sie sich zum Beispiel ein Limit oder eine Grenze wie „einen Versuch mache ich noch, bis zum xx lasse ich es noch laufen, und wenn es dann immer noch nicht besser ist, beende ich die Sache“.
Und dann lassen Sie auch los und ziehen Sie sich raus, wenn es nicht klappt.
Nehmen Sie es als Zeichen des Himmels oder Schicksal, wenn Sie diese Entscheidung nicht selbst treffen wollen oder können. Aber tun Sie’s.
Machen Sie sich klar, was Sie alles an Gutem daraus für sich mitnehmen. Denn nichts im Leben war umsonst.
Selbst wenn Sie unter Tränen oder mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehen: Loslassen müssen wir immer wieder. Sonst gibt es keine Entwicklung hin zu dem, was besser für uns ist. Mmh?
© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 28.02.10
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