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Meditieren ist in jeder Lebenslage gut, um zum Beispiel zu entspannen und Stress abzubauen. Ganz konkret hilft es Ihnen aber auch, sich besser zu konzentrieren, zu lernen und kreativ neue Ideen zu finden. Hier habe ich fünf Tipps für Sie, wie Sie meditieren.

Mit Meditation besser denken und lernen

Vor einigen Wochen meldete der Spiegel, dass Meditieren die geistigen Fähigkeiten verbessere. Jüngste Experimente hätten nachgewiesen, dass man seine Konzentration fördern und besser denken und lernen könne, selbst wenn man nur wenige Minuten am Tag meditiere.

Bislang war das eher von längeren Meditationeinheiten bekannt. Doch nicht jeder hat die Zeit oder Lust, Tag für Tag ein bis zwei Stunden zu meditieren. Und tatsächlich reichen bereits kurze Trainings von nur etwa 20 Minuten zum Beispiel wenige Tage vor einer Prüfung aus, um seine kognitiven Fähigkeiten deutlich zu verbessern.

Die Versuchskaninchen wurden nicht nur ruhiger und machten sich weniger mit Sorgen wegen der Prüfung verrückt. Sie waren auch fitter und aufmerksamer bei der Sache, hatten ein besseres Arbeitsgedächtnis, schnitten bei der räumlichen Wahrnehmung besser ab und konnten auch besser unter Zeitdruck arbeiten und mit Stress umgehen.

Was ist Meditation und was bewirkt sie

Eigentlich kein Wunder, wenn man bedenkt, dass es beim Meditieren darum geht, seinen Geist zu versammeln und zur Ruhe kommen zu lassen.

Die täglichen Sorgen oder etwa die Angst vor der Prüfung, die an der Oberfläche unseres Bewusstseins treiben, sollen genauso ausgeschaltet beziehungsweise vermindert werden wie die entsprechenden körperlichen Reaktionen. Das heißt, der Herzschlag und Sauerstoffbedarf werden heruntergefahren, die Stresshormone im Blut werden abgebaut, und und.

Das Ergebnis sind aber nicht nur weniger Stress und ein wacher Kopf. Sie fördern sogar Ihre Kreativität.

Wie?

Nun, zum einen natürlich durch solche „Sekundärwirkungen“ wie den verringerten Stress. Stress ist ein Kreativitätskiller pur. Weniger Stress bedeutet auch immer mehr Chancen für Ihre Kreativität.

Aber auch ganz direkt. Die Meditation lässt Sie neue Denkmuster ausbilden. Sie lassen die ausgetretenen oberflächlichen Gedanken los, schütteln die reflexhaften Lösungsansätze ab und lassen Ihren Geist unbewusst spielen.

Das ist wie beim Geschirrspülen oder anderen Routinetätigkeiten, bei denen wir nicht bewusst denken müssen. Wir lassen los und erlauben unserem Unterbewusstsein, sich ungezwungen und ohne Erfolgsdruck mit dem zu beschäftigen, woran wir gerade noch geknabbert haben. Kein Wunder, dass wir die besten Ideen und Geistesblitze oft unter der Dusche oder im Park haben.

Tipps für die Meditation

So, und hier habe ich noch ein paar Tipps für Sie, wie Sie meditieren:

1. Sorgen Sie für Ruhe: Wenn Sie mal ein echter Experte im Meditieren sein sollten, wird Ihnen selbst der Lärm auf den überfüllten Straßen Indiens, dem Heimatland des Yoga, in dem Meditation eine große Rolle spielt, nicht mehr schaden. Aber wenn Sie noch Anfänger sind und üben müssen, sorgen Sie lieber für Ruhe. 😉

2. Machen Sie es sich bequem: Manche schwören auf unterstützende Duftlampen, mir hilft eher leise beruhigende Instrumentalmusik.

Manche setzen sich mit gekreuzten Beinen auf den blanken Fußboden, ich bin eher für ein kleines Kissen und dann den Schneidersitz. (Am besten nur leicht auf den Kissenrand setzen. Das streckt den Rücken.) Es ist aber auch kein Problem, wenn Sie sich einfach einen Stuhl nehmen. Sie müssen keinen, sagen wir, buddhistischen Mönch nachahmen, um meditieren zu können.

3. Sitzen Sie entspannt: Vermeiden Sie ziepende Reißverschlüsse oder hautenge Jeans. Das lenkt nur ab. Die älteste, bequemste Turnhose wird Ihnen hier bessere Dienste leisten. Versuchen Sie auch sonst, entspannt zu sitzen. Möglichst aufrecht, nicht verkrampft.

Manche legen die Hände ineinander oder falten sie und verschränken die Finger. Sie können sie aber auch einfach locker auf Oberschenkel oder Knie legen. Wenn Sie es besonders „klassisch“ haben wollen, bilden Sie mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis, das sogenannte Chin Mudra.

4. Atmen Sie langsam und bewusst: Atmen Sie einige Male tief ein, um Ihr Gehirn mit frischem Sauerstoff zu versorgen. Verlangsamen Sie dann Ihre Atmnung. Versuchen Sie, Ihren Körper mit jeder Ausatmung mehr zu entspannen.

5. Fokussieren Sie Ihren Geist: Wie gesagt, Sinn und Zweck des Meditierens ist es, seinen Geist zu beruhigen, von oberflächlichen Gedanken zu lösen und nach innen zu richten. Das ist allerdings alles andere als einfach. Hier entwickelt jeder so seine eigenen Techniken. Zum Beispiel:

  • Die Schäfchen-Zähler: Nein, das habe ich nicht wörtlich gemeint. 😉 Aber wenn Sie zu der Fraktion gehören, die mit Schafe-Zählen gut einschlafen kann, ist das hier was für Sie. Zählen Sie einfach im Geiste durch oder wiederholen Sie irgendeinen anderen Spruch.
  • Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf ein Objekt oder einen Ton. Betrachten Sie es oder lauschen Sie ihm nach. Oder halten Sie es wie die erwähnten buddhistischen Mönche, die in tiefer Konzentration ihre verschlungenen Mandalas legen.
  • Die Rosenkranz-Fraktion: Nicht nur im Buddhismus wird meditiert. Auch das rhythmische Abzählen einer Perlenkette oder Ähnlichem zwischen Daumen und Zeigefinger hilft, ruhig zu werden und abzuschalten. Nebenbei, weniger poetisch: Irgendeine andere, reine Routinetätigkeit mit immer denselben Abläufen geht manchmal auch.

Ich wünsche Ihnen einen klaren Kopf und einen ruhigen Geist. Ob für Prüfungen, Ideen oder einfach nur so.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 14.05.10

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