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Wie Sie aus alten Ideen neue Ideen machen

Ein Klischee über Kreativität lautet, dass alles immer neu zu sein hat. Und wer keine neuen Ideen findet, den trifft früher oder später die gerechte Strafe. Nun, ich kann Sie beruhigen: Dem ist nicht so. Mindestens ebenso gilt das Sprichwort: Mach aus alt neu.

Ein Klischee über Kreativität lautet, dass alles immer neu zu sein habe. Neue Ideen, neue Lösungen, neue Produkte. Wer an Altem festhält, der ist nicht kreativ. Und früher oder später wird ihn für diesen Mangel an Innovation die gerechte Strafe treffen. 😉

Nun, ich kann Sie beruhigen: Dem ist nicht so.

Kreativität bedeutet nicht, dass etwas völlig neu sein muss

Kreativität bedeutet nicht, dass etwas völlig neu sein muss. Das wird sich so auch kaum machen lassen. Wir bauen alle auf unseren eigenen Gedanken und Ergebnissen wie auch denen unserer Vorgänger auf.

Kreativität bedeutet, dass etwas für eine bestimmte Person oder einen bestimmten Einsatzzweck neu sein muss.

Wenn Sie Ihren Kunden den fünften Sahne-Kirsch-Joghurt anbieten, werden Sie Probleme bekommen. Eine neue Zielgruppe könnte sich aber über diesen Sahne-Kirsch-Joghurt freuen. Oder Ihre alte Zielgruppe könnte Gefallen am Sahne-Kirsch-Produkt finden, wenn Sie ihm eine neue Verpackung geben. Setzen Sie das beliebte Rezept nicht mehr als Joghurt um, machen Sie Eis oder Quark daraus. Schon sind Sie kreativ – und haben etwas Neues geschaffen.

Merke: Kreativität bedeutet auch, etwas Altes abzuwandeln, einen neuen Verwendungszweck dafür zu finden oder weitere Zielgruppen dafür zu begeistern.

Hier habe ich mal ein paar Beispiele für Sie:

Artikel mehrfach nutzen

Im Textbereich, unter Autoren und Journalisten ist so etwas gang und gäbe. Angesichts der im Allgemeinen eher niedrigen Honorare rechnet sich ein Artikel erst, wenn man ihn mehrfach verwendet. Dafür wird ein Artikel zum Beispiel umgeschrieben und einem weiteren Auftraggeber verkauft. Oder man nutzt ihn für sich selbst, seine eigene Webseite oder seine Bücher.

Entwürfe reifen lassen

Die gleichen Autoren lagern frühe Entwürfe von Artikeln oder Büchern, die irgendwo „zu haken“ scheinen, erst einmal in der Schublade. Irgendwann holen sie sie raus, wandeln sie leicht ab und schon läuft die Sache.

Andere Zielgruppe finden

Eine Event- oder Marketing-Agentur entwickelt mehrere Ideen für Kunde A. Für eine davon entscheidet sich der Kunde, der Rest wandert „auf Halde“. Aber statt sie zu vernichten, finden sie vielleicht Gefallen bei Kunde B. (Sammeln Sie deshalb auch immer Ihre Ideen, zumindest die besseren. Sie können nie wissen, wann Sie sie noch einmal gebrauchen können.)

Oder um mich selbst als Beispiel zu nehmen:

Neuem Verwendungszweck zuführen

Ich nehme Elemente aus eingestellten Kursen in neue auf oder nutze sie als Material für meine Texte.

Zu neuem Produkt kombinieren

Ideen für Artikel oder Kurse, die ich erst einmal nicht weiterverfolgt habe, kombiniere ich und stricke daraus völlig neue Texte oder Kurse.

Neue Varianten finden

Meine Kurse habe ich gleichzeitig jeweils als Gruppenkurs, Einzelkurs und Selbstlernkurs angeboten, und so neue Produkteigenschaften und Zielgruppen für sie gefunden. Auf diese Weise bin ich flexibel und kann mir aussuchen, welcher Produktvariante ich im Moment den Vorzug gebe.

Wie findet man nun neue Anwendungsfelder für alte Ideen?

Sie müssen jetzt nicht krampfhaft alle alten Ideen darauf abklopfen, ob sie sich irgendwie neu verwenden lassen. Wie gesagt, manchmal reicht es auch, eine Idee oder ein Produkt erst einmal „zu lagern“, bis sich der zündende Geistesblitz – meist als Reaktion auf neue Bedingungen – von selbst einstellt.

Manchmal ist es auch reiner Zufall, der einer alten Entdeckung ein neues Revival beschert. So war beispielsweise so manche Arznei eigentlich für einen ganz anderen Einsatzzweck gedacht, bevor sie endlich „ihre Nische“ fand.

Was es dafür braucht, sind ein paar geduldige Tests und viel Aufmerksamkeit und Beharrlichkeit.

Fragen, die Sie sich stellen können, sind zum Beispiel:

  • Welche Idee finde ich gut und will ich unter weiteren Bedingungen testen und ausbauen?
  • Welche Idee finde ich zwar prinzipiell gut, sie könnte aber besser laufen und vielleicht ein wenig „frisches Blut“ in Form neuer Anwendungsgebiete oder Zielgruppen gebrauchen?
  • Welche Idee (oder Produkt und so weiter, das ist egal) aus meiner Ideenkiste könnte zu dieser neuen Frage oder diesem Problem passen? (Statt reflexhaft nach neuen Lösungen zu suchen, schauen Sie erst einmal, ob nicht ein paar alte passen.)
  • Welche Ideen kenne ich aus meinem Umfeld, meinem Wissensschatz, meinen Erfahrungen, die ich an meine eigenen Bedürfnisse anpassen kann?
  • Welche alten Ideen könnte ich kombinieren und neuen Zwecken zuführen?

Und so weiter, und so fort.

Und wenn Sie ähnlich wie ich darauf bedacht sind, mit Ihren Ressourcen zu haushalten, statt sich in immer neue Abenteuer und Entwicklungen zu stürzen, hat die Sache sogar noch einen weiteren Vorteil: Sie sparen damit einfach eine Menge Energie. 😉

In diesem Sinne: Ihnen viel Erfolg damit, aus Altem Neues zu machen.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 15.04.10

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