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So trainieren Sie Ihren Körper fürs Schreiben

Schreiben ist anstrengend. Falls Sie sich Tagträumen über die Leichtigkeit des Schreibens hingeben, möchte ich Sie gleich vorwarnen – vergessen Sie’s.  Um Tag für Tag stundenlang schreiben zu können, bedarf es einer gewissen Übung.

Schreiben ist anstrengend. Falls Sie sich Tagträumen über die Leichtigkeit des Schreibens hingeben, möchte ich Sie gleich vorwarnen – vergessen Sie’s. 😉

Allein das stundenlange Sitzen, Tippen oder Stiftführen, die Belastung von Rücken, Schultern, Hand oder Augen hat es in sich.

Natürlich helfen Ihnen gute Möbel und eine gute Beleuchtung, eine gesunde Haltung, kleine Pausen und vieles andere mehr. Dennoch – Schreiben findet nicht nur im Kopf statt. Es ist durchaus eine Frage des Körpers. Und der Körper will trainiert sein.

Und auch Ihr Kopf und Ihr Gehirn müssen Höchstleistungen vollbringen, bis Sie einen gelungenen Text Ihr Eigen nennen.

Wer schon länger schreibt, wird diese Ansprüche des Schreibens an sich selbst kaum noch wahrnehmen. Genauso, wer mit Feuereifer bei der Sache ist. Aber um über begeisterte Sprints hinausgehen und Tag für Tag stundenlang schreiben zu können, bedarf es einer gewissen Übung.

Und doch: Regelmäßig, Tag für Tag stundenlang schreiben zu können, ist gut für Ihr Schreiben.

Zum einen natürlich, weil Sie so erheblich produktiver sind, als wenn Sie auf die Momente warten, in denen Sie die Muse küsst. Gerade wenn Sie das Schreiben professioneller betreiben wollen, sollten Sie in der Lage sein, innerhalb einer überschaubaren Zeit größere Textmengen zu produzieren.

Zum anderen gilt aber auch: Je regelmäßiger Sie schreiben, desto leichter wird es Ihnen fallen.

Das liegt nicht nur daran, dass der Anfangswiderstand, mit dem Schreiben zu beginnen, kleiner wird. Durch die größere Praxis verbessern sich automatisch Ihre Schreibkenntnisse.

Kein Wunder, dass ein Tipp gegen Schreibblockaden lautet, Routinen im Schreiben zu entwickeln und kontinuierlich zu schreiben.

Dass man sich an solche Routinen durchaus gewöhnen kann, zeigen die Reaktionen meiner Teilnehmer.

Sind sie nach den ersten Tagen manchmal geschafft vom Schreiben, vermissen sie zum Schluss oft den „Stress“, über mehrere Wochen fast jeden (Werk-) Tag einen kleinen Text schreiben oder eine Übung machen zu „müssen“. So gut habe ich sie gedrillt. *schmunzel*

Dazu passt auch der Tipp, den ich gerade in Dorothea Brandes Buch „Schriftsteller werden“ gelesen habe.

Die Autorin, Lektorin und Schreibdozentin empfiehlt in diesem Klassiker unter den Schreibratgebern allen, die schreiben wollen, zunächst einmal zu trainieren, ganz physisch schreiben zu können.

Erst wenn man diese Praxis beherrsche, mache es Sinn, sich um sein eigentliches Schreib-Know-how zu kümmern und bessere Texte schreiben zu wollen.

Brande bevorzugt das Schreiben am Morgen, noch vor dem eigentlichen Tagwerk. Damit geht sie ein bisschen in die Richtung von Julia Camerons Morgenseiten.

Aber wann Sie jetzt schreiben, ist relativ egal. Jedenfalls, um sich den Schreibvorgang an sich anzutrainieren.

Es ist auch egal, ob Sie nun mit zehn Minuten oder einer halben Seite als Vorgabe starten. Oder ob Sie dieses Pensum nach zwei Tagen oder einer Woche erhöhen.

Orientieren Sie sich hier ruhig nach Ihren eigenen Möglichkeiten. Wichtig wäre nur, dass Sie sich eine gewisse Regelmäßigkeit angewöhnen und dass Sie das Pensum Stück für Stück erhöhen.

Stellen Sie zum Beispiel einen Arbeitsplan mit solchen „Übungsblöcken“ auf. Und dann setzen Sie sich hin und schreiben. 😉

Und bevor Sie fragen: Ja, es ist sogar egal, was Sie schreiben oder wie gut Sie schreiben. Sprachliche Feinheiten sind hier nicht gefragt. Hier geht es nur darum, sich und seinen Körper an den schieren Prozess des Schreibens zu gewöhnen.

Nebenbei, das gilt nicht nur für Schreibanfänger. So manche Schreibblockade oder so mancher „Hänger“ ließe sich rein mechanisch auflösen: Indem Sie sich einfach hinsetzen und schreiben. Probieren Sie es aus.

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 01.12.09

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