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Schreibübung: Errätst du, was ich meine? Schreiben und Kommunikation

Ich habe schon öfter über Kommunikation und Wahrnehmung geschrieben. Und mancher mag sich vielleicht fragen, was das mit Kreativität oder Schreiben zu tun hat. Aber Sie schreiben nicht nur irgendetwas. Sie „sprechen“ auch immer mit Ihren Lesern. Und je besser Ihnen diese Kommunikation gelingt, desto bereitwilliger wird man Sie lesen. Stift gezückt und geübt.

Ich habe jetzt schon öfter über Kommunikation und Wahrnehmung geschrieben. Und mancher mag sich vielleicht fragen, was das mit Kreativität oder Schreiben zu tun hat.

Nun, Kreativität findet nicht im luftleeren Raum statt. Unsere Kreativität wird immer auch durch unser Umfeld, die Interaktion mit anderen Menschen oder die Informationen, die wir von ihnen erhalten, geprägt.

Und genauso ist es beim Schreiben. Sie schreiben nicht nur irgendetwas. Sie „sprechen“ auch mit Ihren Lesern. Ihre Leser versuchen, das, was Sie ihnen über einen Text mitteilen, zu „übersetzen“ und in „Bilder“ zu verwandeln, die sie sich vorstellen können.

Logisch, je besser Ihnen diese „Kommunikation“ gelingt, desto verständlicher werden Sie schreiben und desto bereitwilliger wird man Sie lesen.

Dazu fällt mir eine Übung ein, die ich mal in einem Seminar für Projektleiter mitgemacht habe. Es ging darum, den Projektleitern klarzumachen, wie wichtig eine gute Kommunikation für die Zusammenarbeit mit den Teammitgliedern ist – und wie brüchig doch das Fundament ist, auf dem sie ruht.

Wir Teilnehmer wurden in Zweier-Teams aufgeteilt. Einer musste sich hinter eine große Metaplan-Wand stellen, so dass der andere ihn nicht sehen konnte. Und dann musste A nur allein mit Worten eine Figur beschreiben, die B zeichnen oder aus vorgefertigten Einzelteilen stecken sollte.

Ich glaube, ich muss nicht erwähnen, dass die gezeichneten Figuren nur selten dem Original ähnelten, mmh? 😉

Genauso ist es aber auch beim Schreiben. Jeder liest und sieht in einem Text etwas anderes. Ich kann zwar versuchen, mich verständlich auszudrücken oder möglichst viele „Bilder“ zu erzeugen, so dass ich meinen Lesern die halbe Arbeit des „Übersetzens“ abnehme. Aber mehr nicht.

Wenn Sie wollen, habe ich hier eine Übung für Sie, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie wichtig, aber auch wie schwer es ist, so zu schreiben, dass der andere, Ihr Leser, Sie versteht.

Schreibübung: Errätst du, was ich meine?

Beschreiben Sie etwas mit möglichst einfachen Worten. Vielleicht eine Tasse, den Baukran von gegenüber, oder wie Sie das Klo Ihrer Katze säubern. Suchen Sie sich etwas aus. Sagen Sie jetzt aber auf keinen Fall, was Sie da (be-) schreiben. Zeichnen Sie nur den Gegenstand oder die Handlung mit Worten, geben Sie ihr keinen Namen.

Und dann lassen Sie Ihren Text jemand anderen lesen – und fragen Sie ihn, was Sie da seiner Meinung nach beschreiben.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß und vielleicht das eine oder andere Aha-Erlebnis. *schmunzel*

Nebenbei: Haben Sie Lust? Dann berichten Sie doch hier über Ihre Erlebnisse. Oder schreiben Sie einen kurzen Text im Kommentar und fügen die Auflösung spiegelbildlich bei. Ich bin gespannt.

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 19.09.09

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