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Wie die Spiegelzellen Ihre Gefühle und Ihr Leben beeinflussen

Gefühle sind ansteckend. Sie können nicht nur die Gefühle anderer beeinflussen. Die Gefühle anderer beeinflussen auch Sie selbst. Der Grund dafür sind die Spiegelzellen. Und das hat Konsequenzen von Privat bis Beruf.Lesen Sie, wie die Spiegelzellen unser Leben im Griff haben.

Gefühle sind ansteckend

Lachen ist ansteckend. Gähnen auch. Das ist bekannt. Ich muss beispielsweise nur jemanden gähnen sehen, dann bin ich binnen Sekunden verkauft. 😉

Emotionen und die Handlungen, die sie kennzeichnen, lösen in uns oft die gleichen Emotionen und Handlungen aus.

Das kann eine zu Herzen gehende Szene im Kino sein, die Sie zum Taschentuch greifen lässt. Der Schmerz von jemandem, der Partner oder Liebe verloren hat, der Sie mitfühlen lässt. Die Freude von jemandem, der unverhofft eine Glückssträhne erwischt und Sie ob seiner Begeisterung lächeln lässt.

Gesichtszüge, Körperbewegungen, Stimme, Ton und Sprache – alles überträgt sich vom einen auf den anderen.

Mittlerweile glaubt man auch den Grund dafür zu kennen und wissenschaftlich nachweisen zu können: Es sind die Spiegelzellen.

Was sind Spiegelzellen?

Die Spiegelzellen oder Spiegelneuronen wurden 1991 von Neurophysiologen um Giacomo Rizzolatti bei Experimenten der Universität Parma entdeckt.

Diese Zellen unseres Gehirns steuern nicht nur unsere eigenen Handlungen, sondern erkennen und interpretieren diese auch bei anderen. Sie helfen uns, zum Beispiel den Gesichtsausdruck von einem anderen Menschen zu verstehen und mit dem richtigen Gefühl zu verbinden. Und sie aktivieren, sozusagen spiegelbildlich, unsere eigenen entsprechenden Gesichtszüge und Gefühle.

Ohne diese Spiegelneuronen würden wir uns beispielsweise in unserer Rolle als „soziales Wesen“ erheblich schwerer tun, das in und durch die Gruppe Unterstützung finden will oder muss.

Gefühle kann man steuern

Das bedeutet aber auch, dass man Gefühle steuern kann.

Denn wenn wir nicht mehr nur lachen oder weinen, weil wir glücklich oder traurig sind, sondern weil wir damit auch auf andere reagieren, dann können wir auch andere glücklich oder traurig sein lassen. Es ist ein Kreislauf.

Fühle ich mich gut oder mies, kann ich damit andere sich ebenfalls gut oder mies fühlen lassen. Umgekehrt habe ich es aber auch in der Hand, zum Beispiel negativen Ausstrahlungen des anderen bewusst eine positive Stimmung entgegenzusetzen und zu versuchen, diese auf den anderen zu übertragen.

Dafür gibt es die verschiedensten Anwendungsfelder:

Im pädagogischen Bereich haben Sie es in diesem Sinne zum Beispiel in der Hand, wie Kinder, Klienten oder Teilnehmer auf Sie reagieren.

Strahlen Sie als Chef oder Teamführer Unsicherheit, Angst oder Ärger aus, wird sich das auf Ihre Mitarbeiter übertragen.

Haben Sie negativ gesinnte Leute in Ihrem Umfeld, die den lieben langen Tag nur meckern, wird Ihre eigene Laune und Sicht von der Welt nicht ungeschoren davonkommen.

Und ja, natürlich öffnet diese Tatsache auch der Manipulation und Beeinflussung Tür und Tor. Menschen mit Ausstrahlung und Charisma haben davon jahrhundertelang unbewusst profitiert.

Und was heißt das für Sie?

Achten Sie darauf, was Sie aussenden. Sind Sie am Morgen mit dem linken Fuß zuerst aufgestanden und entsprechend grantig? Ja, kann ich verstehen. 😉 Aber dieser Ärger wird sich nicht nur ungut auf andere übertragen. Wenn Sie Pech haben, bekommen Sie ihn, gespiegelt, auch noch zurück.

Achten Sie aber auch darauf, was Sie empfangen. Fühlen Sie sich von „negativem Stammtisch-Gerede“ runtergezogen und niedergedrückt? Dann ziehen Sie sich raus. Geben Sie Ihren Spiegelzellen nicht die Gelegenheit, auf dieser Frequenz aktiv zu werden und Ihr Gemüt zu verdunkeln.

Suchen Sie sich ganz bewusst Leute, die so sind, wie Sie sein möchten. Wollen Sie zum Beispiel selbstbewusster werden, suchen Sie sich Leute, die diese innere Kraft ausstrahlen. Liegt Ihnen am witzig-spritzigen anregenden Flug der Gedanken – genau, nur zu.

Und ja, ich nehme an, Sie möchten mir sagen, dass Sie das immer schon gewusst haben, mmh? 😉

Mag sein. Aber es sozusagen schwarz auf weiß wissenschaftlich bewiesen zu bekommen, verleiht dem Ganzen vielleicht noch ein anderes Gewicht. Die Spiegelneuronen zeigen, welche Chancen in dem „Mitschwingen“ mit dem anderen liegen, aber auch welche Verantwortung. Nicht nur für Ihre Gefühle und Ihr Leben. 😉

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 23.02.10

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