Bleiben Sie auf dem Laufenden:
Newsletter lesen »
Feed lesen »




Stärken finden: Wie Sie aus Schwächen Stärken machen

Viele Kreative neigen dazu, sich selbst zu unterschätzen. Allerdings sind sie mit dieser Selbstunterschätzung nicht allein. Vielen von uns fällt es schwer, die eigenen Stärken zu erkennen. Hier habe ich mal eine etwas andere Möglichkeit für Sie, Ihre Stärken zu finden: Bei Ihren Schwächen.

Viele Kreative neigen dazu, sich selbst zu unterschätzen. Sie vergleichen sich mit falschen Vorbildern, die im Rampenlicht stehen, während sie noch hingebungsvoll von Stadt zu Stadt tingeln. Sie üben übertriebene Selbstkritik, da sie zusammen mit ihrer Kunst immer auch an sich selbst feilen. Sie stoßen auf Unverständnis und werden von den anderen oft nicht ganz ernst genommen. Und und.

Allerdings sind sie mit dieser Selbstunterschätzung nicht allein. Vielen von uns fällt es schwer, die eigenen Stärken zu erkennen. Entweder kritteln wir lieber an unseren Schwächen herum. Oder wir sind buchstäblich blind für unsere Qualitäten.

Zu den üblichen Tipps, seine Stärken zu finden, gehört zum Beispiel:

  • Sich zu fragen, in welchen (Schul-) Fächern man gut war.
  • Zu überlegen, was andere an einem bewundern oder loben.
  • Aufzuschreiben, was man besonders gern oder gut macht.

Und anderes mehr.

Aber es gibt noch eine weitere Möglichkeit, Ihre Stärken zu finden: Bei Ihren Schwächen.

Nun will ich Ihnen hier nicht empfehlen, an Ihren Schwächen zu laborieren, um diese in Stärken zu verwandeln. Davor wird zu Recht immer wieder gewarnt. Der Aufwand ist extrem hoch, der Erfolg oft bestenfalls Mittelmaß und die Stimmung angesichts dieses mühsamen Abstrampelns möglicherweise schnell im Keller.

Deshalb lautet auch ein bekannter Spruch: Stärken stärken. Also an dem anzusetzen, was Sie gut können, und das weiter auszubauen und abzurunden.

Sie können aber auch Ihre Schwächen in Stärken verwandeln. Wenn auch etwas anders als gedacht. 😉

Denn Schwächen sind, genau wie Stärken, relativ. Ihre Interpretation liegt im Auge des Betrachters.

Wenn jemandem zum Beispiel vorgeworfen wird, egoistisch zu sein, kann das durchaus den Kern der Sache treffen. Gleichzeitig kann das aber auch bedeuten, dass so jemand sehr daran interessiert ist, für sein eigenes Wohl zu sorgen. Was andere vielleicht dazu bringt, sich vor den Kopf gestoßen zu fühlen, bedeutet auch, sich nicht so schnell von besagten anderen ausbeuten zu lassen.

Die Perspektive und der Zusammenhang entscheiden, ob eine Schwäche (nur) eine Schwäche ist. Oder ob in ihr nicht auch eine Stärke verborgen liegt, die manch anderem gut tun könnte.

Diesen Perspektivwechsel oder dieses „Umdeuten“ können Sie aber auch gezielt nutzen, um über Ihre Schwächen Ihre Stärken zu finden.

Also, listen Sie all Ihre Fehler und Schwächen auf. All das, was Sie sich vorwerfen oder von anderen zu hören bekommen haben, oder was Sie am liebsten los wären.

Na los, nur keine Hemmungen. Ihre Ausbeute an Schwächen müsste eigentlich relativ schnell wachsen. So geübt sind wir darin, das Negative zu sehen und uns schlecht zu machen, statt unsere Qualitäten zu erkennen.

Fangen Sie an mit

  • „Ich kann nicht …“
  • „Ich mag nicht an mir …“
  • „Ich wünschte, ich wäre nicht so …“

Oder Ähnlichem mehr.

Und dann wandeln Sie die Schwäche in ihr Gegenteil, in eine Stärke um.

Beispiel:

  • „Ich kann nicht … besonders gut am Telefon verkaufen. Diese gesichtslosen Stimmen verunsichern mich.“ –> „Ich brauche den direkten (Blick-) Kontakt zum Gegenüber. Aber dann blühe ich so richtig auf.“
  • „Ich mag nicht an mir, dass … ich meine Artikel immer erst auf den letzten Drücker schreibe.“ –> „Ich kann unter Zeitdruck arbeiten und viel in wenig Zeit schaffen.“
  • „Ich wünschte, ich wäre nicht so … langsam mit meinen Entwürfen.“ –> „Ich kann sorgfältig, genau und mit viel Ruhe arbeiten.“

Sie sehen das Prinzip?

Natürlich ist das jetzt kein Freifahrt-Schein, sich auf Ihren Schwächen auszuruhen. Sie sollten schon beurteilen, inwieweit Sie damit noch gut fahren oder Handlungsbedarf erforderlich ist.

Aber hinter Schwächen können sich eben immer auch Stärken verbergen. Sie müssen sie nur angemessen zum Einsatz bringen (können).

Und welche Ihrer Schwächen können auch Stärken sein?

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 20.11.09

Möchten Sie meinen Beitrag weiterempfehlen? Dann sage ich mal: Danke. :-)