Blog-Kurs: Schneller lesen, Lektion 3. Einen Text überfliegen.
25. Januar 2010 von Heike Thormann
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In dieser Lektion meines kleinen Blog-Kurses lernen Sie die ersten drei Schnelllese-Techniken kennen. Lesen Sie, wie Sie sich einen ersten Eindruck von einem Text verschaffen. Wie Sie ihn darauf abklopfen, ob er Inhalte bietet, die für Sie interessant sind. Und wie Sie gezielt nach den Informationen suchen, auf die Sie es abgesehen haben.
Streng genommen geht es in dieser Lektion um mehr als nur darum, einen Text zu überfliegen. Mit den ersten drei Schnelllese-Techniken können Sie einen groben Blick auf einen Text werfen, ja. Aber durchaus auch tiefer einsteigen. Immerhin: Da es bei diesen Techniken immer darum geht, sich mit dem Text zu beschäftigen, habe ich sie hier zusammengefasst.
1. Überfliegendes Lesen: Worum geht es hier?
Beim überfliegenden Lesen verschaffen Sie sich einen Eindruck, worum es bei dem Text überhaupt geht.
Denken Sie daran, Sie wollten nicht jeden Text von A bis Z runterlesen, sondern gezielt vorgehen. Dazu können Sie Klappentexte, Inhaltsverzeichnis und so weiter studieren, wie ich es Ihnen in Lektion 2 dieses kleinen Blog-Kurses zum Schnelllesen empfohlen habe.
Für einen ersten Eindruck ist es aber auch sinnvoll, schnell über den Text selbst zu huschen.
Überfliegen Sie Ihren Text. Lesen Sie ihn zum Beispiel diagonal oder quer. (Bei Zeitungen oder Büchern.) Oder scrollen Sie den Text von oben nach unten. (Bei Computern, mobilen Endgeräten und so weiter.)
Lassen Sie den Text einfach unterschwellig auf sich wirken. Ihr Gehirn wird sich von allein an herausgehobenen Stellen wie Überschriften, Zwischenüberschriften, Abbildungen, Fettdruck, Tabellen, Listen oder Ähnlichem festsaugen. Und es wird in Sekundenschnelle die Entscheidung treffen „potenziell interessant“ oder „nicht interessant“.
(Nebenbei: Als Autor sollten Sie deshalb bewusst mit diesen Möglichkeiten fürs Layout spielen, um Ihre Leser zu führen. Das gilt bei flüchtigen Online-Texten noch mehr als bei Zeitungen und Co., die man immerhin noch halbwegs gemütlich auf dem Sofa liest.
)
Sie werden auf diese Weise zwar nicht viel von Ihrem Text mitbekommen. Aber es reicht, um herauszufinden, ob Sie sich überhaupt näher mit dem Text beschäftigen wollen. Wenn nicht, nichts wie weg damit.
2. Orientierendes Lesen: Ist das was für mich?
Beim orientierenden Lesen gehen Sie schon ein wenig in die Tiefe. Sie klopfen Ihren Text jetzt darauf ab, ob er Inhalte bietet, die Sie verwenden können.
Beispiel: Nehmen wir an, Sie interessieren sich für die Gartengestaltung im Winter. In Ihrer Frauenzeitschrift (ja, ja
) haben Sie einen Artikel zum Thema Gärten überflogen. (Mit dem überfliegenden Lesen.) Jetzt wollen Sie wissen, ob es um Gärten allgemein, die Gestaltung von Gärten oder vielleicht sogar speziell die Gestaltung im Winter geht. (Dafür ist das orientierende Lesen da.)
Eine hilfreiche Technik dazu ist das Skimming.
Es bietet sich immer dann an, wenn Sie herausfinden wollen, ob Sie einen Text überhaupt für Ihre Zwecke gebrauchen können.
- Hangeln Sie sich dazu an Absätzen, Überschriften, Bildern und so weiter entlang.
- Überspringen Sie getrost einzelne Sätze oder gar ganze Abschnitte oder Zeilen.
- Fragen Sie sich immer: Worum geht es hier? Was interessiert mich daran?
- Entscheiden Sie dann, ob Sie den Text genauer lesen wollen oder nicht.
Haben Sie genügend Hinweise, dass es sich zumindest um Gartengestaltung, vielleicht sogar speziellere, an die Jahreszeiten angepasste Gartengestaltung handelt? Dann her mit dem Text.
3. Suchendes Lesen: Wo finde ich was?
Gut, Sie haben also Ihren Text über Gartengestaltung glücklich in Händen. Zwar nicht ausschließlich zur Gartengestaltung im Winter, aber immerhin über spezielle, saisonale Tricks und Kniffe. Was Sie jetzt suchen, wären Tricks und Kniffe, was Sie mit Ihrem Garten im Winter anstellen können. Alles andere interessiert Sie nicht und kostet nur Zeit.
Was jetzt? Den Artikel trotzdem komplett lesen?
Nein, greifen Sie stattdessen zum suchenden Lesen.
Mit dem suchenden Lesen suchen Sie gezielt nach den Informationen, auf die Sie es abgesehen haben.
Die Schnelllese-Technik dafür nennt sich Scanning.
- Machen Sie sich dazu klar, was Sie suchen. Welche Fakten wollen Sie finden? Welche Fragen wollen Sie beantwortet haben? (Beispiel: Tricks und Kniffe zur Gartengestaltung im Winter.)
- Suchen Sie nach passenden Schlüsselbegriffen und lassen Sie alles andere außen vor. (Etwa: Winter, Jahresende, kalte Jahreszeit, tote Jahreszeit, Schnee, Kälte, Eis.)
- Achten Sie auch hier wieder auf Überschriften, Randnotizen, Zusammenfassungen und Ähnliches mehr.
- Gehen Sie systematisch vor und überfliegen Sie zum Beispiel wieder wie beim überfliegenden Lesen jede Seite von links unten nach rechts oben. Oder umgekehrt, versteht sich. So, wie es Ihnen am besten passt. Diese mechanische Vorgehensweise lässt Sie Ihre Schlüsselbegriffe schneller finden.
Dadurch, dass Sie gezielt suchen, nehmen Ihre Augen den Text zwar noch wahr. Da aber alles andere außer Ziel und Schlüsselbegriffen für Sie uninteressant ist, konzentrieren Sie sich auch nicht darauf. Mit dem Ergebnis, dass Sie erstens Zeit sparen, und zweitens Unwichtiges gar nicht erst zu behalten versuchen.
Extra-Tipp: Mit der Suchwort-Technik spezielle Informationen suchen
Wenn Sie nur nach ein, zwei Schlüsselbegriffen suchen, können Sie auch die Suchwort-Technik nutzen.
Dazu bewegen Sie zum Beispiel Ihren Zeigefinger oder einen Stift gleichmäßig über den Text. Versuchen Sie, immer mehrere Zeilen gleichzeitig abzudecken. Wenn es Ihnen leichter fällt, sprechen Sie Ihren Schlüsselbegriff (etwa „Winter“) laut oder leise mit. Wenn Sie den Finger zügig über den Text bewegen, werden Ihre Augen zwar dem Finger folgen, aber immer dorthin schauen, wo der Finger gerade gewesen ist.
(Bitte den Finger nicht anstarren.
Und am besten auch etwas Abstand zwischen Text und Finger lassen.)
So können Sie relativ schnell auch dicht beschriebene Textseiten nach einzelnen, für Sie wichtigen Begriffen und Informationen absuchen.
Soweit alles klar?
Dann stelle ich Ihnen in Teil 4 dieses kleinen Blog-Kurses weitere Lesetechniken vor. Diesmal geht es um das berühmte „ich lese jetzt in einer Minute doppelt so viele Worte wie früher“.
Lesetipp: Und hier sehen Sie alle Teile des Blog-Kurses “Schneller lesen”
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