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So gehen Sie besser mit Kritik um

Der Umgang mit Kritik ist naturgemäß etwas heikel, nicht nur unter Künstlern und Kreativen. Wir wollen uns zwar einerseits verbessern, wachsen und über unsere Grenzen hinausgehen. Und dazu brauchen wir oft die Sicht eines Außenstehenden oder „Experten“. Andererseits stehen wir unter Stress, wenn wir uns und unsere Werke durch andere Menschen beurteilt sehen. Wie also kann man mit Kritik umgehen? Dafür habe ich hier sechs Tipps.

Der Umgang mit Kritik ist naturgemäß etwas heikel, nicht nur unter Künstlern und Kreativen.

Wir wollen uns zwar einerseits verbessern, wachsen und über unsere Grenzen hinausgehen. Und dazu brauchen wir oft die Sicht eines Außenstehenden oder „Experten“.

Andererseits stehen wir unter Stress, wenn wir uns und unsere Werke durch andere Menschen beurteilt sehen.

Nicht jeder freut sich, wenn zum Beispiel ich mit meinem „vermaledeiten Rotstift“ über den Text gehe. *schmunzel* (Originalton eines Teilnehmers. Also Gerd, wirklich. ;-)) Oder wenn sich die Partnerin als beste Kritikerin erweist und nicht im Traum daran denkt, dem anderen nach dem Mund zu reden. (Der gleiche Teilnehmer.)

Zudem gibt es Kritik und Kritik. Es gibt verletzend geäußerte Kritik. Es gibt Kritik, die einen Menschen persönlich angreift. Es gibt zerstörerische Kritik. Es gibt Kritik, die uns schlicht im falschen Moment trifft. Und und.

Aber um eine solche Kritik soll es hier nicht gehen.

Hier geht es um das ganz normale Feedback zu unseren Werken oder Texten, das gerade beim Schreiben einerseits ersehnt, andererseits aber auch gefürchtet wird. Und es geht darum, wie man mit einer solchen Kritik umgehen kann.

Wobei die folgenden Tipps das Thema nur anreißen können. Nicht zuletzt, weil wir alle verschieden sind und auf Kritik unterschiedlich reagieren.

Wie also kann man mit Kritik umgehen? Dafür habe ich hier sechs kurze Tipps.

1. Zählen Sie bis zehn

Zügeln Sie Ihren Impuls, aus der Haut zu fahren und Rache zu schwören. Zügeln Sie auch den Drang, sich zu rechtfertigen. Mit beidem kommen Sie nicht weiter. Kritik wird zwar im ersten Moment oft als Angriff empfunden, ist aber nur selten wirklich so gemeint. Und mit Rechtfertigungen setzen Sie sich selbst oft in ein ungünstiges Licht.

Zählen Sie lieber langsam bis zehn. Meist kühlt sich Ihr Mütchen dann schon von selbst etwas ab. (Wenn nicht, zählen Sie bis zwanzig. ;-))

2. Gehen Sie auf Abstand

Distanzieren Sie sich in einem ersten Schritt von der Kritik. Ziehen Sie sich mental oder emotional raus und lassen Sie sie ins Leere gehen. Sehen Sie sie als das, was sie ist: Etwas, was von außen kommt und nichts mit Ihnen zu tun haben muss. Warten Sie, bis Sie etwas ruhiger geworden sind, bevor Sie die Kritik eingehender betrachten und prüfen.

Kleiner Tipp: Wenn es Ihnen hilft, stellen Sie sich gedanklich einen mittelalterlichen Schild vor, den Sie schützend vor sich halten. Warten Sie den ersten Aufprall ab – und lugen Sie dann erst zögernd um den Schild herum, was es mit dieser Kritik jetzt auf sich hat.

3. Gehen Sie der Sache auf den Grund

Nehmen Sie die Kritik auseinander. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Lassen Sie sich erklären, wie die Sache gemeint war.

Denken Sie auch daran, dass viele Worte oder Aussagen mehrere Bedeutungen haben. Bevor Sie sich von einer vermeintlich verletzenden Bemerkung getroffen fühlen, überlegen Sie, ob Sie vielleicht etwas ungünstig interpretiert und falsch aufgefasst haben könnten.

4. Achten Sie auf konstruktive Kritik

Mit unqualifizierter, zerstörerischer Kritik sollten Sie sich gar nicht erst näher befassen. Überlegen Sie deshalb immer, ob die Kritik konstruktiv und verwertbar ist.

Verwertbar ist eine Kritik zum Beispiel, wenn sie Ihnen Tipps gibt, wie Sie etwas anders oder besser machen können. Daran merken Sie auch schnell, ob es jemandem wirklich darum geht, etwas zu verbessern, oder ob er nur Frust ablassen oder sich Gehör verschaffen will oder Ähnliches mehr.

5. Begrüßen Sie konstruktive Kritik

Stoßen Sie aber auf konstruktive Kritik, dann versuchen Sie, sie als das zu sehen, was sie ist: Eine Hilfestellung oder ehrliche Rückspiegelung von Dingen, wo Sie vielleicht selbst oder im Zusammenspiel mit anderen noch „Optimierungspotenzial“ haben. Denken Sie daran, blinde Flecken haben wir alle und manches können andere besser als wir. Warum nicht die gute Gelegenheit nutzen und von anderen lernen?

6. Erlauben Sie sich Fehler und Schwächen

So mancher von uns hat vor allem deshalb ein Problem mit Kritik, weil er seine Fehler und Schwächen nicht zugeben will oder sich verzeihen kann. Wenn wir uns selbst annehmen und lieben könnten, so, wie wir sind, würde uns konstruktive, sachliche Kritik nicht schaden. Wir würden uns weder in unserem Stolz getroffen fühlen, noch zu Rechtfertigungen greifen müssen.

Der richtige Umgang mit Kritik kann also auch immer bedeuten, sich selbst besser zu achten. Er kann bedeuten, seine Qualitäten zu sehen, ohne zu meinen, sie gegen Kritik schützen zu müssen. Mmh? 😉

© 2009 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 02.12.09

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