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Wenn Sie ein Problem lösen wollen, macht es oft Sinn, das Problem erst einmal besser verstehen zu wollen. Denn je klarer Sie ein Problem zu fassen bekommen, desto gezielter können Sie nach passenden Lösungen suchen. Das gilt sogar für Texte, wenn Sie zum Beispiel ein Thema, eine Handlung oder eine Figur nicht in den Griff bekommen. Eine ganz einfache Methode dafür ist die Warum-Frage.

Wenn Sie ein Problem lösen wollen, macht es oft Sinn, das Problem erst einmal besser verstehen zu wollen. Denn je klarer Sie ein Problem eingrenzen können und zu fassen bekommen, desto gezielter können Sie nach passenden Lösungen suchen.

Eine ganz einfache Methode ist die Warum-Frage.

Dazu bohren Sie ein Problem auf, indem Sie einfach mehrmals „warum“ fragen.

Mit der Warum-Frage Probleme besser definieren und lösen

Also, nehmen wir an, Sie fragen sich, wie Sie mehr Bilder verkaufen können.

Dann könnte das zum Beispiel so aussehen:

Ausgangsfrage: Wie kann ich mehr Bilder verkaufen?

1. Warum: Warum will ich mehr Bilder verkaufen?

Anwort etwa: Um mit meiner Kunst mehr Geld zu verdienen.

2. Warum: Warum will ich mit meiner Kunst mehr Geld verdienen?

Antwort etwa: Um damit für das, was ich tue, mehr Anerkennung zu bekommen.

3. Warum: Warum will ich für das, was ich tue, mehr Anerkennung bekommen?

Antwort etwa: Weil meine Frau das, was ich tue, für ein Hobby hält.

4. Warum: Warum will ich nicht, dass meine Frau das, was ich tue, für ein Hobby hält?

Antwort etwa: Weil sie mir dann die Kinder aufs Auge drückt, da ich ja doch nur meinem Hobby nachgehe. ;-)

Und so weiter, und so fort.

Sie sehen, was ich meine?

Denn die Sache hätte auch eine andere Richtung einschlagen können. Etwa: Sie wollen mehr Bilder verkaufen, weil Sie sich damit selbstständig machen wollen. Oder weil Sie einen Beitrag zur Versorgung der Familie leisten wollen oder müssen. Oder weil Sie mehr Anerkennung von Ihren Eltern bekommen wollen. Und so weiter, und so fort.

Je nachdem, wo das wahre Problem sitzt, können und sollten Sie anschließend nach Lösungen suchen.

Die können bei „sich selbstständig machen“ naturgemäß völlig anders aussehen als bei „mehr Zeit für mich gewinnen und gemeinsam mit meiner Frau eine Lösung für unsere Kinder finden“.

Nebenbei: Wenn Ihnen jetzt gerade das notorische „warum ist die Banane krumm“ von kleinen Kindern einfällt – richtig, das geht in die gleiche Richtung. Hartnäckig „warum“ zu fragen ist eine instinktive Methode von Kindern, sich die Welt zu erobern und sie besser zu verstehen.

Mit der Warum-Frage Texte besser verstehen und klarer schreiben

Das gilt im Übrigen sogar für Texte.

Wenn Sie ein Thema, eine Handlung oder eine Figur nicht in den Griff bekommen, grenzen Sie auch hier mit der „Warum-Frage“ ein.

Also etwa:

Warum wehrt sich der Junge bei der Auseinandersetzung mit seinem Vater nicht?

Weil er sich den Zorn seines Vaters nicht zuziehen will.

Warum will er sich den Zorn seines Vaters nicht zuziehen?

Weil er glaubt, dass er sonst dessen Liebe verlieren wird.

Warum glaubt er, dass er sonst dessen Liebe verlieren wird?

Weil er glaubt, dass man nur geliebt wird, wenn man den anderen nicht verärgert.

Oder Ähnliches mehr.

Jede Warum-Frage führt Ihnen klarer vor Augen, was Sie eigentlich sagen wollen. Denn „Angst haben, nicht mehr geliebt zu werden“ ist etwas völlig anderes als zum Beispiel „Angst haben, zusammengeschlagen zu werden“.

Und entsprechend werden Ihre Texte oder Figuren in ganz andere Richtungen gehen.

Und noch mal nebenbei: Danke an eine Coachee für den Tipp, die Warum-Frage auf Texte anzuwenden.

© 2010 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 03.03.10


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