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Gute Gewohnheiten

Gewohnheiten haben einen schlechten Ruf. Viele Menschen starten zum Beispiel ein neues Jahr mit dem festen Vorsatz, die eine oder andere ungute Gewohnheit zu beenden: Nie mehr rauchen, nicht mehr so oft vor dem Fernseher abhängen, die Finger von der Chipstüte lassen. Doch Gewohnheiten können auch richtig gut für Sie sein. Lesen Sie hier, warum.

Hin und wieder bin ich als Gast oder Au-Pair in einem Benediktinerinnen-Kloster. Die Nonnen dort haben einen durchgetakteten Alltag mit festen, regelmäßig wiederkehrenden Strukturen. Zudem genießen sie das beruhigende Gefühl, einen Platz im Leben zu haben und genau zu wissen, was sie warum tun. Das lässt sie sehr effizient, zielstrebig, konzentriert und voller Energie sein. Sicher gibt es auch im Kloster die „normalen menschlichen Zusammenstöße“. Doch es entfällt das mühsame Vorantasten, das so viele von uns plagt, die wir unser Leben individuell zusammenstellen dürfen – oder müssen. 😉

In den letzten Jahren war mein Leben großen Veränderungen unterworfen. Und auch mir gaben damals feste, regelmäßig wiederkehrende Dinge Orientierung, Halt und Struktur. Dienstags war Singen, mittwochs Yoga, und so weiter, und so fort.

Sicher, Gewohnheiten können sich als Fluch erweisen. Ich habe nicht ohne Grund früher hin und wieder Artikel darüber geschrieben, wie man lästige Gewohnheiten loswird ;-): Ungute Muster, die man gedankenlos wiederholt; Macken, die man selbst gar nicht wahrnimmt; Routinen, zu denen man abstumpft.

Doch Gewohnheiten haben auch ihre guten Seiten, und um die geht es hier.

Vorteile von Gewohnheiten

  • Sie sind uns vertraut und Vertrautes gibt Sicherheit: Das kann der feste Arbeitgeber genauso sein wie der immer gleiche Weg zur Arbeit, die lieben Kollegen, die Marotten anderer, die uns sagen „ach ja, du bist’s“, die heißgeliebten Schuhe ;-).
  • Sie können, wie gesagt, Halt, Stabilität und einen festen Rahmen bieten: Da freuen wir uns über die monatliche Lohntüte, den Stammtisch, den Chor, die Geburtstagsrunde, aber auch auf den Freitagabendkrimi oder den Sonntagmorgen mit der Zeitung.
  • Sie können überdies Kraftquelle und Ressource sein, Wärme und Trost geben: Das wöchentliche Telefonat mit Partner oder Freundin, der monatliche Wellnesstag, Kerze und Tee an Winterabenden oder die Badewanne beim Zipperlein.
  • Sie ersparen es uns, über jeden Schritt nachzudenken und ständig Entscheidungen zu treffen: So habe ich zum Beispiel 20 bis 30 Teesorten zuhause, um je nach „Tee-Durst“ einen anderen Tee wählen zu können. Aber den Tag starte ich immer mit demselben „Guten-Morgen-Tee“ – das geht schneller und ist eine schöne Gewohnheit. 😉
  • Sie lassen es uns sogar zu hoher Kunstfertigkeit und Meisterschaft bringen. Denn was sind die vielen tausend Stunden, die wir in die Beschäftigung mit einer Profession, einem Hobby oder Ähnlichem stecken, anderes als Gewohnheiten?

Mit Gewohnheiten kreativer werden

Übrigens nutzen sogar Kreative Gewohnheiten, um kreativ(er) zu sein. Und nein, das ist jetzt kein Widerspruch.

Sicher, wenn Sie Ihre Kreativität trainieren wollen, sollten Sie zum Beispiel hin und wieder den Weg zur Arbeit wechseln, statt routinemäßig dieselben Straßen hinunterzurollen und vielleicht beim hundertsten Mal die neue Ampel zu übersehen – Gewohnheitsfalle lässt grüßen. 😉

Doch Gewohnheiten können auch Raum für Kreativität geben oder diese so richtig in Schwung kommen lassen. So brauchen zum Beispiele viele Autoren feste Zeitfenster, um schreiben zu können. Andere Schreibfreunde lockern ihre grauen Zellen vielleicht regelmäßig mit einem kleinen Spaziergang oder bringen sich mit einer anregenden Musik in Stimmung.

Fragen zur Selbstreflexion

Überlegen Sie doch gern selbst: Pflegen auch Sie „gute Gewohnheiten“? Das heißt, tun Sie regelmäßig Dinge, die Ihnen gut tun? Welche sind das und was ist daran schön? Gehen Sie dazu auch gern im Kopf Ihren Alltag durch oder führen Sie eine bestimmte Weile (Tage-) Buch.

Oder überlegen Sie umgekehrt: Welche Gewohnheiten könnten Ihnen wobei helfen? Was könnten Sie zur Gewohnheit werden lassen, um zum Beispiel Ihrer Gesundheit gut zu tun, Ihre Lebensqualität zu erhöhen, Ihre Arbeit zu verbessern oder sich einfach auf etwas zu freuen?

Lesetipps:

© 2016 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 07.03.16