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Kreativität hat viele Gesichter: Inspiration und Ideen, Imagination und Vorstellungskraft, „göttliches Feuer“ und Schaffenskraft, und vieles andere mehr. Doch keiner, der schreibt, kommt ohne sie aus. Hier habe ich etliche Tipps, (Reflexions-) Übungen und Methoden für Sie, wie Sie das zarte Pflänzchen Ihrer Kreativität zum Blühen bringen.

Teil I: Kreativität allgemein

1. Tun Sie grundsätzlich etwas für Ihre Kreativität

Jeder Mensch ist von Geburt an kreativ, Kreativität gehört zu den Grundfähigkeiten des Menschen. Allerdings entscheiden dann Persönlichkeit und Umstände, in welchem Maße sie bei jedem einzelnen ausgebildet ist. Bestimmte Denkmuster, Verhaltensweisen und Umfelder können für sie förderlich sein, andere dagegen ausgesprochen abträglich.

Reflexion: Für wie ausgeprägt oder „geschult“ halte ich meine eigene Kreativität? Was könnte ich tun, um sie zu üben und zu fördern?

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Teil II: Wahrnehmung, Vorstellungskraft und Ideen

Jeder, der schreibt, braucht Fantasie und Ideen. Er oder sie sollte Texte und ihre Entwicklungen vor sich sehen und immer wieder neue Ansätze und Ideen für sie finden können. Das gilt ganz stark für die fiktionale Literatur, aber in geringerer Form auch für die Sachliteratur. Überdies beruhen Vorstellungskraft und Ideen auf einer möglichst detailreichen Wahrnehmung und einer möglichst flexiblen Kombination des Wahrgenommenen. Deshalb folgt hier ein umfangreicher Teil zu Wahrnehmung, Vorstellungskraft und Ideen.

2. Erkennen Sie Ihren „Ideentyp“

Menschen sind verschieden, jeder hat einen anderen Zugang zu Vorstellungskraft und Ideen. Manche blühen in der Interaktion mit anderen Menschen auf, andere sprechen auf Stimuli ihrer Sinne an, wieder andere knacken gern an abstrakten Rätseln und Problemen.

Reflexion: Welcher „Ideentyp“ bin ich?

Lesen Sie mehr unter: Wie finden Sie Ideen?

3. Öffnen Sie sich der Inspiration

Ohne Fakten und Wissen geht es nicht. Sie brauchen einen klaren Blick für das, was ist. Die „wirkliche“ Welt ist die Quelle, aus der Fantasie und Vorstellungskraft neue Möglichkeiten schöpfen. Doch bleiben Sie beim bloßen Abbild dessen, was Sie wahrnehmen, nicht stehen. Öffnen Sie sich den neuen Verbindungen, die Ihre Kreativität herstellen will.

Reflexion: Was inspiriert mich? Was weckt meine Vorstellungskraft und lässt meine Fantasie schweifen? Wie kann ich möglichst unvoreingenommen sein für das, was ich wahrnehme? Wann macht es vielleicht sogar Sinn, bewusst Konventionen zu übertreten und Regeln zu brechen?

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4. Helfen Sie Wahrnehmung und Vorstellungskraft nach

Manchmal springt die Inspiration nicht von selbst an, ist die Vorstellungskraft eingerostet oder ist die Wahrnehmung in Routine erstarrt. Wie heißt es so schön: „Erst wer in die Fremde geht, kann seine Heimat mit neuen Augen sehen.“ Helfen Sie diesem „Verfremdungseffekt“ mit Schreib- und Kreativitätsübungen ein wenig nach. Machen Sie zum Beispiel bewusst die Augen auf für das, was Sie umgibt. Wechseln Sie gedanklich die Rolle für neue Perspektiven. Fragen Sie sich, was Ihnen zu Bildern und Gegenständen einfällt. Oder geben Sie Ihrer Vorstellungskraft noch einen kleinen Schubs mit Übungen zu Wahrnehmung und Visualisierung.

Reflexion: Was könnte ich tun, um meine Welt „mit neuen Augen“ zu sehen? Was könnte ich tun, um Abwechslung in Routinen zu bringen? Welche Übung möchte ich einmal ausprobieren?

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5. Finden Sie Ideen für Ihre Texte mit Methode(n)

Wenn die Inspiration von selbst funktioniert und sich Ideen für Ihre Texte einstellen, ist das schön. Doch es ist auch keine Schande, wieder etwas nachzuhelfen, zum Beispiel mit Schreib- und Kreativitätstechniken. Das Clustering von Gabriele L. Rico hilft Ihnen, assoziativ in Fluss zu kommen. Bei der Reizwort- oder Lexikonmethode lassen Sie sich von zufällig gefundenen „Reizwörtern“ inspirieren. Sie können sich einem Thema mit ABC-Listen nähern. Oder kombinieren Sie diese mit Alliterationen zu heiterem Nonsens: Auch Humor ist eine schöne Quelle für Ideen. Apropos Kombinieren: Nicht nur Sherlock Holmes fand damit seine Verbrecher. Kombinieren Sie zum Beispiel Ausschnitte unterschiedlicher Texte zu völlig neuen Textideen.

Reflexion: Welche Methode möchte ich einmal ausprobieren? Welche Techniken liegen mir? Welche möchte ich wann wie nutzen?

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Und ganz allgemein:

Teil III: Rahmenbedingungen für Kreativität und Ideen

6. „Hätscheln“ Sie Ihre Kreativität und Ideen

Ich sagte zu Beginn dieses Artikels, dass Kreativität auch vom Umfeld abhängig ist, in dem Sie sich bewegen. Das gilt gleichfalls für Ihre Ideen. Manche Autoren gehen in die sprichwörtlichen Cafés, um sich und ihre Kreativität fürs Schreiben in Stimmung zu bringen. Andere brauchen die absolute Stille, um konzentriert schreiben zu können. (Ich gehöre dazu.) Ideen stellen sich bekanntlich gern in zweckfreien Momenten an allen möglichen Orten ein; Hauptsache, der verbissene Gedanke „ich muss jetzt Ideen finden“ fällt weg. Manchmal können Sie leider Opfer von Ideenblockaden der unterschiedlichsten Art werden. Und wenn Ihnen im Park endlich die zündende Idee zu Ihrem Text einfallen sollte, kann sie zuhause wieder weg sein. Das bedeutet: Eine Idee will nicht nur gewonnen, sondern auch festgehalten werden. 😉

Reflexion: An welchen Orten und unter welchen Bedingungen kann ich gut schreiben? An welchen Orten und unter welchen Bedingungen finde ich Ideen für meine Texte? Was tue ich, wenn ich einfach keinen Schimmer habe, was ich mit meinen Texten machen soll? Was könnte ich tun? Nutze ich (Daten-) „Speicher“ für meine Ideen? Wenn ja, welche?

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Gegen Ideenblockaden helfen:

Achtung: Trennen Sie auch bitte unbedingt die einzelnen Phasen des sogenannten „Kreativen Prozesses“. (Also Ihres Schaffensprozesses.) Die Faustregel lautet: „1. Ideen zunächst einmal nur sammeln. 2. Pause machen und alles ruhen lassen. 3. Erst anschließend die gewonnenen Ideen prüfen.“ Wenn Sie gleichzeitig sammeln und prüfen, werden Sie die allermeisten Ideen wahrscheinlich gleich zu Beginn wieder verwerfen – und irgendwann vielleicht sogar frustriert ganz aufgeben.

Um Ideen nicht wieder zu verlieren, hilft:

Teil IV: Kreative Arbeit am Text

Gut, Sie haben schon Schreib- und Kreativitätsübungen / -methoden für Vorstellungskraft und Ideen kennengelernt. Das ist die Basis. Es gibt keinen Text ohne eine gewisse Vorstellung (genau ;-)) davon, wie Sie ihn gestalten wollen. Doch auch beim eigentlichen Schreiben können Ihnen wieder Methoden helfen. Diese kurbeln unter anderem Ihre Kreativität an oder machen Ihre Texte schon im Entwurfstadium sichtbarer. Nutzen Sie zum Beispiel Mind Maps, um Informationen zu gliedern oder Kapitel und Bücher zu planen. Auch mit einem Storyboard können Sie den Inhalt von Kapiteln und Büchern planen und sichtbar werden lassen. Schreiben Sie sich mit kleinen Schreibübungen warm, geraten Sie in Fluss. Und wenn Ihr Text noch „bocken“ sollte, können Sie mit der Warum-Frage schwierige Stellen besser verstehen und glätten.

Reflexion: Kann ich gut mit dem Schreiben beginnen oder würde es mir helfen, mich erst einzuschreiben? Kann ich Texte gut planen und gliedern oder möchte ich dort die Hilfe von Methoden nutzen?

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Teil V: Persönliche Blockaden

Die meisten Autoren haben schon einmal unter einer sogenannten Schreibblockade – mal mehr, mal weniger stark – zu leiden gehabt. Manchmal fehlen schlicht die Ideen. Manchmal fehlt auch nötiges Knowhow. Manchmal stört das Umfeld, man ist im Stress, schlecht drauf oder ziemlich ausgebrannt. Manchmal ist man zu dicht am Thema dran und emotional aufgewühlt. Kreativität und Schaffenskraft sind zarte Pflänzchen, vieles kann sie ausdörren und verwelken lassen.

Doch auch persönliche Ängste, „Problemzonen“ und Komplexe können sich sehr negativ auf das Schreiben auswirken. Etliche Autoren ringen zum Beispiel mit innerem Kritiker, Selbstzweifeln und Selbstwertproblemen. Oder sie reiben sich am Perfektionismus auf, der die Folge davon sein kann. Andere fürchten die Ablehnung durch Leser oder Verlage und können nicht mit Kritik umgehen. Wieder andere hängen sich an einem inneren Zensor auf, der ihnen sagt, was sie schreiben dürfen und was nicht.

Wenn Sie Ihrer Kreativität etwas Gutes tun und mit Freude schreiben wollen, gibt’s nur eines: Machen Sie all diesen Dingen möglichst den Garaus. Von etlichen berühmten Schriftstellern ist bekannt, dass sie zur Flasche greifen mussten, um überhaupt schreiben zu können. Das kann eigentlich nicht Sinn der Sache sein. Sie werden vielleicht Jahre dafür brauchen, viel Arbeit an sich selbst und manchmal eine Therapie. Doch es kann sich lohnen. Schreiben, Kreativität, Denken / Psyche und Persönlichkeit gehören zusammen. Gesunden Sie eines, gesunden Sie alle.

Reflexion: Habe ich Angst beim Schreiben? Wenn ja, wovor? Was fürchte ich? Mit welchen Verhaltensweisen reagiere ich dann? Wie könnte ich stattdessen handeln? Wie könnte das ganz konkret aussehen? Wer oder was könnte mir dabei helfen? Und: Was lässt mich mit Freude schreiben? Kann ich das in mein Schreiben integrieren? Wie?

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Oder auch:

Nicht zuletzt ist Ihre Kreativität nicht nur ein zartes Pflänzchen, das bedroht werden kann. Es ist auch eine „Arznei“, die heilen kann. Ich wünsche Ihnen noch ein frohes Schaffen. 😉

Kurstipps:

© 2015 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 19.05.15