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Andreas Mäckler, Selbstverlag. Das eigene Buch erfolgreich vermarkten.

Wer sein Buch über einen Verlag verlegen lässt, profitiert zwar von dem besseren Vertriebsnetz des Verlags, bezahlt dafür aber mit deutlich geringeren Honoraren. Wer Bücher schreiben möchte, um mit ihrem Verkauf Geld zu verdienen, ist mit einem Selbstverlag oft besser bedient. Andreas Mäckler gibt Tipps, wie Sie Ihre Bücher selbst herstellen und verkaufen.

Andreas Mäckler ist freier Autor, Drehbuch-Autor und Krimi-Autor, Mitbegründer eines Biografiezentrums und Gründer eines Buchdienstleisters.

Er hat in „jüngeren Jahren“ knapp ein Dutzend Bücher mit einer Gesamtauflage von etwa 110.000 Exemplaren verfasst. Angesichts der bekannt mageren Autoren-Honorare fand er das Ergebnis daraus allerdings – trotz der beachtlichen Verkaufszahlen – finanziell einigermaßen unbefriedigend. Er ist dann mit den oben genannten Gründungen stärker in die Unternehmer-Schiene eingestiegen, bevor er nach etwa zehn Jahren zur Liebhaber-Schreiberei zurückkehrte.

Das vorliegende Buch ist auf seinen Frust über die klassische Verlagssituation zurückzuführen. Er möchte damit Autoren-Kollegen helfen, die sich ebenfalls über ein zu niedriges Autoren-Honorar ärgern, vielleicht auch über die Beziehung zu ihren Verlagen unglücklich sind und / oder den Anforderungen des Medienmarktes eher hilflos gegenüberstehen.

Die mir vorliegende Ausgabe von 1999 wird bei einzelnen Zahlen und Fakten wohl schon veraltet sein. Doch viele Grundlagen kann man auch auf die heutige Gegenwart übertragen und anpassen.

Aus dem Inhalt:

Wie verkauft man Wissen mit Gewinn?

Der Buchhandel in Zahlen. Das Ungleichgewicht zwischen Verlagen und Autoren. Die „Vanity Press“ der Selbstkosten- und Dissertationsverlage. Das Geschäft mit der Eitelkeit.

Independent – der Selbstverlag

Die Vorteile eines Selbstverlags und die Erfolge diverser Selbstverleger. Programmpolitik. (Was lässt sich in einem Selbstverlag wie verkaufen.) Gewerbeanmeldung. Verlagsausstattung. (Damit ist eher eine allgemeine Büroausstattung wie Briefpapier und Co. gemeint.)

Die Finanzen

Verlegen heißt Vorlegen – wie kommt man an Fremdkapital? Zuschüsse des Bundes und der Länder. (Bürgschaftsbanken, Kultusministerien, Stipendien, VG Wort usw.) Image gegen Geld – das Sponsoring.

Das Manuskript

Manuskriptlinien des Lektorats. Titel und Titelschutz. ISBN und Aufnahme in die Deutsche Nationalbibliothek. Verzeichnis lieferbarer Bücher.

Die Herstellung

Ausstattung, Format, Auflage, Preisspiegel. Kalkulation. (Inklusive diverser Arbeitsschritte und Dienstleister.) Layout, Satz und Seitengestaltung. Papier, Druck und Bindung. (Papiersorten, Druckvarianten, Buchbindearbeiten, Buchlagerung.)

Vertrieb und Verkauf

Wie Sie Ihre eigenen Vertriebskanäle finden. Das größte Marktpotenzial – der Direktvertrieb. Der Buchhandel, Barsortimente, Verlagsauslieferungen. Verlagsvertreter. Kooperationsmodelle.

Werbung und PR

Verkaufsförderungsmaßnahmen, Anzeigen, Werbetexte, Flyer. Neugier wecken mit PR – wie und wo.

Anhang

Literaturzeitschriften, Fachzeitschriften, Buchwochen, Literaturbüros, Institutionen / Organisationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Bürgschaftsbanken.

Zum Abschluss eines jeden Kapitels gibt es eine Liste mit passenden Literaturtipps.

Das Layout der mir vorliegenden Ausgabe finde ich etwas „bescheiden“, das war wohl noch BOD im Anfangsstadium.

Auch Mäcklers Äußerungen zur Verlagsrealität kommen bei mir manchmal eher ungut an, wie berechtigt die Kritik auch sein mag. Eigentlich sollte meiner Meinung nach klar sein, dass man mit einem Verkauf seiner Bücher über klassische Verlage in der Regel nicht das große Geld verdienen wird, sondern von anderen Vorzügen wie zum Beispiel einer größeren Bekanntheit profitiert. Demgegenüber sind die Vorteile eines Selbstverlags und die Erfolge von Selbstverlegern für mich etwas zu stark aufgetragen. Nun, Mäckler dürfte – verständlicherweise – „die Nase ziemlich voll gehabt haben“, und er ist dann ja auch in die Sparte der Selbstverleger und Selbstverlags-Dienstleister gewechselt.

Er schreibt gut, verständlich, flüssig, bringt alles nachvollziehbar auf den Punkt. Auch die Mischung von Knowhow aus Herstellung und Vertrieb / Verkauf finde ich gelungen.

Wie oben schon gesagt, dürften einige Zahlen / Daten / Fakten zumindest der älteren Ausgaben mittlerweile veraltet sein. Trotzdem finde ich das Buch für einen Überblick und Einstieg in das Thema immer noch sehr hilfreich.

Fazit: Autoren, die mit dem Gedanken spielen, ihr Buch selbst zu verlegen / zu verkaufen, finden hier eine gute Grundlage.

© 2014 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 23.06.14

Andreas Mäckler, Selbstverlag. Das eigene Buch erfolgreich vermarkten. München 1999, 174 Seiten

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