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Anna Trökes, Yoga. Kraft für die Seele.

Körper und Geist stehen in Wechselwirkung zueinander. „Übungssysteme“ wie Yoga haben das schon vor Jahrtausenden erkannt. Wer Yoga übt, stärkt nicht nur die Muskeln seines Körpers oder lernt zu entspannen. „Der Weg des Yoga“ ist auch eine gute Hilfe, um die Wechselfälle des Lebens besser zu bewältigen, stärker in sich zu ruhen und mehr Klarheit über sich und sein Leben zu gewinnen.

Yoga ist im westlichen Kulturkreis bis jetzt eher als Angebot zur Körperertüchtigung und / oder zur Entspannung bekannt geworden. Doch es kann aufgrund seines „ganzheitlichen Ansatzes“ auch für Seele und Psyche genutzt werden und diese stärken.

Die Autorin des Buches „Yoga. Kraft für die Seele.“, Anna Trökes, ist eine der bekanntesten Yoga-Lehrerinnen und –Autorinnen im deutschsprachigen Raum. Sie unterrichtet Yoga seit 1974 und bildet YogalehrerInnen aus seit 1983. Sie selbst kam nach einer schweren Wirbelsäulenverletzung zum Yoga und merkte schnell, dass Yoga nicht nur dem Rücken gut tut, sondern auch dem Geist.

Das vorliegende Buch hat sie bewusst für Menschen zusammengestellt, die mit Yoga seelische Nöte und Krisen bewältigen, besser durch die Wechselfälle des Lebens kommen, stärker in sich selbst ruhen, sich besser verstehen und Klarheit gewinnen wollen.

Das Buch teilt sich in zwei große Hälften: Teil 1 stellt den theoretischen Unterbau vor und gibt Tipps „für den Geist“. Teil 2 zeigt, wie man mit Körper-, Atem- und Meditationsübungen auf die Seele einwirken, sein Wohlbefinden steigern, innere Kraft, Stärke und neue Energie ausbilden kann. Eine kleine Audio-CD enthält ein paar Übungen und Meditationen zum Mitmachen.

Aus dem Inhalt:

Teil 1: Yoga als Quelle der Kraft und Lebensfreude

Warum Yoga? Die moderne Forschung hat die psychosomatischen Zusammenhänge von Körper und Geist durch viele Studien eindrucksvoll belegt. Körper und Geist sind nicht getrennt, sondern „ein großes Ganzes“. Sie stehen in Wechselwirkung zueinander. Yoga ist eine Methode, dieses „große Ganze“ auf vielfältige Weise zu formen und zu beeinflussen. Viele seiner jahrtausendealten Elemente werden heute von Kenntnissen der Psychoneuroimmunologie, Psychologie und Hirnforschung unterstützt.

Wem kann das Buch helfen – und wie? Das Buch kann helfen, „Macken, Neurosen und mentales Gerümpel“ loszuwerden. Es kann alle begleiten, die etwas an sich und ihrem Leben verändern wollen. Es kann die Selbstwahrnehmung schärfen, Körpergefühl und Ich-Bewusstsein fördern. Es kann Yoga-Lehrenden zeigen, wie sie Yoga bei psychischen Leiden einsetzen. Doch Yoga ist kein Allheilmittel. Schwerwiegende psychische oder körperliche Störungen gehören in medizinische Hand. Allerdings kann Yoga diese Behandlung begünstigen.

Einiges zur Übungspraxis und zu Grundbegriffen des Übens: Wann, wo, wie kann man Yoga am besten üben? Welche Begriffe gehören zum stehenden Vokabular und was bedeuten sie?

Der Weg des Yoga: Zum „Weg des Yoga“ gehören die folgenden Bestandteile oder Themen: Wie gehe ich mit meiner Umgebung und meinen Mitmenschen um? Wie gehe ich mit mir selbst um? Körperhaltungen als Mittel der Selbsterfahrung und Selbstentfaltung. Über den Atem auf Gefühle und Geist einwirken. Die inneren Sinne entwickeln. Sich ausrichten und sammeln. Meditieren und entspannen. Wahre Intimität erfahren. (Das heißt, das Gefühl der Verbundenheit mit allem spüren.)

Welche Hindernisse können auf dem Weg des Yoga begegnen? Leid akzeptieren, erkennen und in Zukunft vermeiden lernen. Die Glücksformel: Da-Sein. (Das heißt, bei sich selbst und im Hier und Jetzt sein.)

Teil 2: Asanas für Körper, Seele und Geist

Asanas werden die Körperhaltungen im Yoga genannt. Trökes hat hier Asanas zusammengestellt, die zum Schwerpunkt des Buches „Kraft für die Seele“ passen. Die Übungen folgen einem bestimmten Schema: Zunächst führt Trökes in die Übung ein. Dann zählt sie auf, was man „aus dieser Haltung lernen kann“. (Sehr schön; damit ist der über das Körpertraining hinausgehende Nutzen für Alltag, Leben und Seele gemeint.) Und zum Schluss erklärt sie die Übung und zeigt ihre richtige Anwendung mit Hilfe von Abbildungen.

Die Übungen sind:

  • Sitzhaltung: Ankommen im Hier und Jetzt
  • Der Berg: Standfest sein wie ein Berg
  • Der Baum: Gut verwurzelt in den Himmel reichen
  • Das Blatt: Zu sich kommen
  • Die Schulterbrücke: Leichter loslassen durch die Erfahrung der eigenen Kraft
  • Der Schulterstand: Die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten
  • Die Kobra: Sich aus eigener Kraft erheben
  • Die Schwalbe: Sich selbst den Rücken stärken
  • Der Bogen: Energie im Bauchraum bündeln
  • Der Ausstellschritt: Sich wieder dem Leben öffnen
  • Die Heldenhaltung: Zum Held seines Alltags werden
  • Die Taube: Das Herz wieder dem Leben öffnen
  • Der Hund: Sich genüsslich durchdehnen
  • Die Bauchlage: Sich entspannen
  • Die Grußgeste: Mit sich sein

Ein paar Exkurse und die „tibetischen Niederwerfungen“ für Hingabe, Annahme und Loslassen gehören dazu.

Dann folgen noch ein paar Atem- und Meditationsübungen.

Atem und Geist sind untrennbar miteinander verbunden. Trökes stellt Atemübungen vor für Ausgleich, inneres Gleichgewicht, Selbstwahrnehmung und mehr Gelassenheit.

Meditieren hilft, sich selbst besser wahrzunehmen, bewertungslos Einsicht in sein wahres Wesen zu gewinnen. Trökes nennt Meditationsübungen für positive innere Bilder, Mitgefühl und Güte, Schutz vor Reizüberflutung, Zugang zu sich selbst, mehr Achtsamkeit und anderes mehr.

Ein Anhang bildet noch einmal die Übungen des Buches und der CD ab, zählt die Übungen von A bis Z auf, liefert ein Glossar und ein Sachregister, und nennt ein paar Buchtipps und Adressen.

Trökes schreibt klar, eingängig und verständlich. Ich kann ihr gut folgen. Die Übungen „funktionieren“, das heißt, sie erfüllen, wofür Trökes sie gedacht hat. Ich habe sie selbst vor zwei, drei Jahren in diesem Sinne angewandt. Ich kann das Buch rundum empfehlen.

Fazit: Eine gelungene Übersicht, wie und warum Yoga die Seele stärken, zu mehr innerer Kraft verhelfen und Wohlbefinden schenken kann.

© 2015 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 03.02.15

Anna Trökes, Yoga. Kraft für die Seele. München 2009 (5. Auflage von 2005), 192 Seiten

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