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Bernd Weidenmann ist Professor für pädagogische Psychologie und arbeitet als Trainer in der Ausbildung von Trainern und Trainerinnen. In seinem Buch „Erfolgreiche Kurse und Seminare“ gibt er viele Tipps und Hinweise für die Gestaltung und den Alltag von Seminaren.

Bernd Weidenmann ist Professor für pädagogische Psychologie, arbeitet als Trainer in der Trainerausbildung und ist Berater für Lernen mit neuen Medien.

Mit seinem Buch „Erfolgreiche Kurse und Seminare“ richtet er sich an Trainer und Kursleiter in der Erwachsenenbildung. Er möchte ihnen zeigen, wie sie ihre Seminare und die Nutzung von Medien in ihren Seminaren verbessern können.

Aus dem Inhalt:

Damit Sie wissen, worauf Sie sich hier einlassen

Gleich zu Beginn warnt er seine Leser, dass in seinem Buch nicht der Trainer die Hauptrolle spiele, sondern die Teilnehmer. Wer als Trainer Tipps bekomme wolle, wie er seine Teilnehmer „in den Griff bekomme“, sie besser motiviere oder sich selbst besser produziere, sei hier falsch.

Seminarteilnehmer seien heute anspruchsvoller denn je. Deshalb müsse ein Trainer heute mehr sein als „nur“ ein gekonnter Wissensvermittler. Zahlreiche Aufgaben würden auf ihn oder sie warten: Von der eigentlichen Seminargestaltung über eine geschickte Handhabung der Seminaratmosphäre inklusive „schwieriger Situationen“ und Konflikte bis zur individuellen Förderung der Lernenden.

Teil 1: Die Lernarbeit

Die Situation

Hier stellt Weidenmann verschiedene Kursformen und Lernsituationen vor. Sein Aufbau ist immer der gleiche: Eine Lehrende oder ein Lehrender beschreibt kurz das von ihr oder ihm praktizierte Kursformat. Und Weidenmann kommentiert dieses und schließt ggf. mit einigen Verbesserungsvorschlägen ab.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Schön finde ich hier den Einstieg Weidenmanns, als Trainer doch hin und wieder einmal wieder zum Teilnehmer zu werden, um die Perspektive zu wechseln und das eigene Verhalten als Trainer zu reflektieren.

Es folgen typische Aufgaben, die in Lehr- / Lernsituationen bewältigt werden müssen, und einigen Vorschlägen für den Trainer, wie er oder sie sich hier verhalten kann. Es geht um: Teilnehmer im Zwiespalt: Will ich so bleiben oder will ich mich ändern? Teilnehmer als selbstbewusste Erwachsene: Ist dieses Thema auch mein Thema? Teilnehmer als kritische Kunden: Kann ich das gebrauchen?

Die Leiterinnen und Leiter

Hier legt Weidenmann den Finger auf einige „irrationale Erwartungen“ von Trainern: „Ich muss auf alles vorbereitet sein.“ „Alle Teilnehmer müssen mich mögen.“ „Die Teilnehmer müssen immer wollen, was ich will.“

Er schlüsselt das Verhalten von Trainern nach der Transaktionsanalyse auf, kommentiert, gibt Tipps: Trainer im kritischen Eltern-Ich, Trainer im fürsorglichen Eltern-Ich, Trainer im hilflosen Kind-Ich, Trainer im pfiffigen Kind-Ich, Trainer im Erwachsenen-Ich.

Es folgen noch Tipps, wie Trainer ihre Arbeitsfähigkeit sichern und sich vor dem Burnout als Trainer schützen können.

Teil 2: Die wichtigsten Methoden

Auch die folgenden Lehrmethoden sind immer nach demselben Schema aufgebaut. Weidenmann startet mit besonderen Kennzeichen der Methode. Es folgt eine Betrachtung der Situation aus Teilnehmer- und Trainerperspektive. Anschließend bewertet er die Methode nach ihrem Nutzen, Vor- und Nachteilen. Und er gibt Tipps, wie man möglichst viel aus dieser Methode herausholen kann. Hin und wieder folgen noch Beispiele oder Exkurse.

Die Methoden sind: Lehrvortrag, Lehrgespräch, die „Murmelgruppenmethode“, Vortrag mit Projektor oder Beamer, Rollenspiel und Gruppenarbeit.

Teil 3: Die wichtigsten Medien

Und noch einmal ein Aufbau nach einem durchgängigen Schema: Weidenmann beschreibt diverse unterstützende Medien mit einem Beispiel aus der Praxis, erklärt die Funktionsweise und gibt Tipps, wie man das Medium möglichst gut nutzen kann.

Die vorgestellten Medien sind: Overheadprojektor und Beamer, Flipchart, Pinnwand, Tonkassetten, Video, Lernsoftware und Internet.

Teil 4: Den Prozess gestalten

Zum Schluss folgt noch einiges zur Nutzung von Bildern und Symbolen, Aufwärmübungen und Spielen im Seminar. Etwas intensiver geht der Autor auch auf mögliche „Störfälle“ im Seminar ein, welcher Art diese „Störfälle“ sein können und was ein Trainer oder eine Trainerin dann tun kann.

Literaturverzeichnis, Bildnachweis und Register schließen das Buch ab.

Ich finde das Buch sehr übersichtlich, klar und gut geordnet. Weidenmann schreibt sehr verständlich und gut lesbar. Diverse Abbildungen erklären und veranschaulichen. Zitate und kleine comicartige Zeichnungen lockern auf.

Meine Auflage ist schon etwas älter, doch immer noch gültig und gut verwertbar.

Fazit: Sehr hilfreich und wertvoll für angehende wie schon länger praktizierende Lehrende.

© 2014 Heike Thormann, Erstveröffentlichung 08.11.14

Bernd Weidenmann, Erfolgreiche Kurse und Seminare. Professionelles Lernen mit Erwachsenen. Weinheim und Basel 2004 (6. Auflage von 1995), 209 Seiten

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